Eisenbahn-Batterie 698
Die Eisenbahn-Batterie 698 wurde mit Befehl des BdE vom 18. Dezember 1942 zum 15. Januar 1943 im Wehrkreis II bei der Lehr- und Ersatz-Abteilung für Eisenbahnartillerie (mot) 100 mit einer 38-cm Siegfried Kanone (E) und einer 28-cm Kanone (E) 5 aufgestellt. Im Mai 1943 wurden der Batterie zur Verstärkung der Bewaffnung vier 15,2-cm K.H. 433/1 (r) zugewiesen. Nach Zuführung einer zweiten 38-cm Siegried-Kanone (E) wurde die 28-cm Kanone (E) 5 wieder abgegeben. Eingesetzt wurde die Batterie zum Küstenschutz beim OB West, ab Januar 1944 bei der 15. Armee unter dem Artillerie-Abteilungs-Stab z.b.V. 702. Die Stellungen der Batterie befanden sich an der Mittelmeerküste in Marignane. Der zugewiesene Feuerbereich der Batterie war die Bucht von Marseilles und der Golf von Fas. Als am 15. August 1944 die Amerikaner und Franzosen weiter ostwärts an der Küste landeten, war eine Verlegung der Batterie in die Landezone wegen der alliierten Luftüberlegenheit nicht möglich. Die Batterie zog sich in Richtung Avignon zurück, um in Schussposition gegen die vorrückenden Landungskräfte zu kommen. Durch Luftangriffe uns Sabotageunternehmen wurde der Rückmarsch stark behindert. Am 24. und 25. August kam ein Geschütz der Batterie doch noch zum Einsatz und beschoss alliierte Einheiten aus Stellungen bei Chateauneuf-du-Rhone. Als die Batterie am 26. August von Montpellier aus in Richtung Loriol weiterfahren wollte, gab es Entgleisungen und am Folgetag Artilleriebeschuß. Der Gefechtszug der Batterie wurde getroffen und brannte aus. Daraufhin wurden die Geschütze gesprengt. Die Batterie selbst galt ab dem 23. September 1944 als aufgelöst.
Literatur und Quellen:
Uwe Kleinert: Organisationsgeschichte der deutschen Heeresartillerie im II. Weltkrieg - Band 3, Eigenverlag 2016
Wolfgang Gückelhorn / Detlev Paul: Eisenbahnartillerie: Einsatzgeschichte der deutschen Eisenbahnartillerie im Westen 1940 - 1945 - Eine Dokumentation. Helios-Verlag 2014