Kirchenaustritt 1933-1945 |
westermann
Arge-Mitglied

Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 2.272
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| Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Guten Tag,
lt. wiki traten zwischen 1933 bis 1945 ca. 2.700.000 Menschen aus den Kirchen aus. Meine Frage : Läßt sich dies konkret in den einzelnen Gemeinden recherchieren ? Wo wurde der Austritt damals dokumentiert, beim Standesamt oder auch in der jeweiligen Kirchgemeinden ?
Vielen Dank für Eure Bemühungen im Voraus !
Beste Grüße, westermann
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19.05.2012 08:10 |
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Lockenheld
Vereinsmitglied
 
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 942
Herkunft: München
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| RE: Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Hallo westermann !
Die Austritte wurden beim Standesamt erklärt, vielleicht hat das jeweilige Stadtarchiv da noch Unterlagen. Ob die Kirche Statistiken geführt hat, weiß ich nicht, da könnte man aber doch beim jeweiligen Archiv der Diözöse o.ä. anfragen denke ich....
Gruß aus München
Marcus
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"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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19.05.2012 08:15 |
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Johann Heinrich
FdW - Insider
Dabei seit: 25.01.2007
Beiträge: 2.048
Herkunft: Region Weser-Ems
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| RE: Kirchenaustritt 1933-1945 |
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| Zitat: |
Original von Lockenheld
Die Austritte wurden beim Standesamt erklärt |
Hallo Marcus,
das ist so aber nicht ganz richtig. Der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft ist in Deutschland nicht einheitlich und in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. In den meisten Ländern ist der Austritt bei den Standesämtern oder einem Notar möglich, in Hessen, Berlin und Brandenburg z.B. nur bei den Amtsgerichten, in Bremen z.B. beim Standesamt (gebührenpflichtig) o d e r in den Kirchengemeinden (gebührenfrei):
http://www.kirchenaustritt.de/deutschland.htm
Auf jeden Fall sollten die betreffenden Kirchengemeinden Aufzeichnungen darüber besitzen, Ansprechpartner sollten dort die Archive oder der Kirchenrechnungsführer sein.
Gruß, J.H.
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Peter Struck, Bundeminister d. Verteidigung a. D., † 2012
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Johann Heinrich: 21.05.2012 09:37.
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21.05.2012 09:36 |
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westermann
Arge-Mitglied

Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 2.272
Themenstarter
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Guten Tag Johann Heinrich,
vielen Dank für Deinen Hinweis ! Somit werde ich im ersten Schritt in der zuständigen Kirchengemeinde nachfragen. Sollte ich dort nicht weiterkommen, frage ich beim betreffenden Stadtarchiv nach.
Beste Grüße, westermann
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21.05.2012 18:59 |
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Lockenheld
Vereinsmitglied
 
Dabei seit: 30.05.2010
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Herkunft: München
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Hallo,
wenn man die verlinkte Seite öffnet, steht da, dass der Kirchenaustritt in Deutschland vor einer staatlichen Behörde (i.d.R. dem Standesamt) erklärt werden muss.
In den bisher von mir gesichteten Personalakten war auch immer nur eine Urkunde des Standesamtes da, nie von der Kirche.
Gruß aus München
Marcus
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21.05.2012 19:39 |
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Alte61
Mitglied
Dabei seit: 17.10.2008
Beiträge: 331
Herkunft: Berlin
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| Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Hallo - mein Vater ist 1938 aus der Kirche ausgetreten. Erklärung auf den Standesamt / Notariat hat gereicht.
In der DDR sah es dann so aus - siehe Bild
Gruß - Alte61-Achim
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22.05.2012 18:30 |
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westermann
Arge-Mitglied

Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 2.272
Themenstarter
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| RE: Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Guten Tag Achim,
vielen Dank für die Einstellung des Dokumentes ! Wenn man den Sachverhalt von 1938 nicht kennt, würde man denken er ist 1966 ausgetreten, oder ?
Hast Du vielleicht den Nachweis für 1938 recherchiert ?
Beste Grüße, westermann
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22.05.2012 18:59 |
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Alte61
Mitglied
Dabei seit: 17.10.2008
Beiträge: 331
Herkunft: Berlin
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| Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Hallo Westermann - bite entschuldige das ich jetzt erst antworte ( Urlaub )
Ich habe den Austritt meines Vaters auf dem Standesamt seiner Geburtsstadt gesehen. Ist dort registriert. Auch in der Kirche gibt es einen passenden Eintrag im Kirchenregister. Das betrifft genauso seinen Bruder ( mein Onkel ) In kleineren Städten besteht teilweise noch die Möglichkeit da nach zu sehen. Leider verlangt die ev.Kirche bei weiteren Recherchen pro angebrochene halbe Stunde bis zu 50 Euro bzw. auch bei Kopien einen stolzen Preis.Da ich es aber nicht so wichtig gefunden habe ....
Gruß - Alte61-Achim
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31.05.2012 15:24 |
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westermann
Arge-Mitglied

Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 2.272
Themenstarter
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| RE: Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Grüß Dich Achim,
Danke für Deine Antwort ! Ich möchte noch einmal nachfragen : demnach konntest Du zu dem Austritt 1938 im Standesamt sowie im Kirchenregister einen Nachweis finden ?
Beste Grüße, westermann
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31.05.2012 19:47 |
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Alte61
Mitglied
Dabei seit: 17.10.2008
Beiträge: 331
Herkunft: Berlin
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| Kirchenaustritt 1933-1945 |
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Hallo Westermann - ja konnte ich. Zumindest bei der ev.Kirche ist es sehr oft möglich. Zu beachten ist aber das gerade in Großstädten teilweise die Archive nicht mehr vorhanden sind - Ausgebombt. In kleineren Städten und Dörfern besteht aber immer die Möglichkeit und so war es auch bei mir der Fall.
Gruß - Achim-Alte61
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01.06.2012 16:07 |
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Marianne
Ich bin neu hier
Dabei seit: 08.06.2012
Beiträge: 19
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Wenn man nach Kirchenaustritten sucht, muss man immer das soziale Umfeld berücksichtigen. In Tirol ist z.B. kein Nazi gleichzeitig aus der Kirche ausgetreten, das war da kein Widerspruch.
Bei der Suche nach geschichtlichen Daten muss man immer erst erforschen, wie die (Kirchen)Gemeinde zu der Zeit aufgestellt war und welche Zwänge im Ort herrschten.
Einer meiner Großväter war Nazi und so nebenbei auch Katholik. Nichts war er wirklich. Ausgetreten bin erst ich als Nachkriegsgeborene.
Man sollte bei Recherchen immer den sozialen Zusammenhang erforschen, nicht nur blanke Daten.
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09.06.2012 21:50 |
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Rainer
Vereinsmitglied
 
Dabei seit: 22.01.2007
Beiträge: 5.601
Herkunft: Oberhessen
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Hallo Marianne,
"Grussformeln sind in diesem Forum erwünscht."
Was Kirchenaustritte angeht, so sind in dem Kaff, in dem ich ein paar Jahre wohnte, so etliche PG aus der Kirche 1933 ausgetreten. Als 1945 die Luft wieder rein war sofort in die wieder eingetreten und dann munter bis in den Kirchenvorstand nach oben gefallen.
Gruss
Rainer
__________________ Suum cuique
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09.06.2012 22:04 |
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Huba
Administrator
    
Dabei seit: 21.01.2007
Beiträge: 9.159
Herkunft: Gelsenkirchen
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Hallo,
| Zitat: |
Original von Marianne
. In Tirol ist z.B. kein Nazi gleichzeitig aus der Kirche ausgetreten, das war da kein Widerspruch.
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du kennst die Biografien aller "Nazis" aus Tirol?
Ich vermute mal das es genug "Nazis" in Tirol gab, die sich der SS angeschlossen haben....und da gab es dann halt das Problem mit der Kirchenzugehörigkeit.
Ist dir bekannt, oder?
Grüße Thomas
__________________ Ich hatte den Glauben an das Wort verloren. Die Zensur gab ihn mir wieder!
Stanislaw Jerzy Lec
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09.06.2012 23:47 |
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Rainer
Vereinsmitglied
 
Dabei seit: 22.01.2007
Beiträge: 5.601
Herkunft: Oberhessen
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Hallo Thomas,
das ist das Problem wie das gesehen wird. In meinem Kaff war das anscheinend normal.
Das war ja auch Problem bei der "Entnazifizierung". Da wurden munter Persilscheine geschrieben und ein an sich in die dritte Kategori fallender kam blütenweiss heraus.
Gruss
Rainer
__________________ Suum cuique
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10.06.2012 00:04 |
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Huba
Administrator
    
Dabei seit: 21.01.2007
Beiträge: 9.159
Herkunft: Gelsenkirchen
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Hallo,
ich sehe das absolut nicht problematisch...
Wer damals bei jedem Anlass stramm die rechte Pranke in die Luft schleuderte und in die SS wollte, der hatte wahrlich kein Problem damit dem Reichsheini zu gefallen und sich von der Kirche loszusagen.
SS und Kirche waren keine Freunde, Himmler traute sich aber nicht wirklich.
Grüße Thomas
__________________ Ich hatte den Glauben an das Wort verloren. Die Zensur gab ihn mir wieder!
Stanislaw Jerzy Lec
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10.06.2012 00:26 |
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Thilo
Moderator
  
Dabei seit: 23.01.2007
Beiträge: 6.463
Herkunft: Hessen
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Hallo,
beim Thema Kirchenaustritte sollte man berücksichtigen, daß insb. die evangelische Kirche nach 1933 in zahlreiche "Splittergruppen" mit mehr ("Bekennende Kirche") oder weniger ("Deutsche Christen") Distanz zum Staat zerfiehl, somit also der Austritt aus der einen auch ein Übertritt in eine andere Kirche sein konnte.
Grüße
Thilo
__________________ Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941
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10.06.2012 10:36 |
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Karl Grohmann
Vereinsmitglied
 
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 3.256
Herkunft: D
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Hallo,
interessant wäre, ob mit Fortdauer des Kriegs, dem zunehmenden Leid ( z.B. Bombenkrieg, Kriegerwitwen usw.) in der Heimat und an der Front wieder ein Anstieg bei den Kirchenmitgliedern zu verzeichnen war.
Bekanntlich sind Menschen in Notzeiten gläubiger.
Gruß Karl
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10.06.2012 10:51 |
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Huba
Administrator
    
Dabei seit: 21.01.2007
Beiträge: 9.159
Herkunft: Gelsenkirchen
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Hallo Karl,
die Zahl der Kirchenaustritte spiegelte die Zukunftsängste oder eben die Zufriedenheit wider, war an Ereignisse genüpft.
1933/34 sank die Zahl deutlich, man war sich nicht sicher was durch die Machtübernahme passieren könnte.
Stieg dann langsam an und erhöhte sich schlagartig 1937.
Blieb 38/39 auf diesem Niveau um 1940 wieder deutlich abzufallen.
Stieg 1941 leicht an um dann bis Kriegsende kontinuierlich abzuflachen.
Ich empfehle dazu "Götz Aly, Volkes Stimme - Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus".
Grüße Thomas
__________________ Ich hatte den Glauben an das Wort verloren. Die Zensur gab ihn mir wieder!
Stanislaw Jerzy Lec
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10.06.2012 11:57 |
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