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--- P.l Kussin u. W, Neumann/Vom Baubataillon ins Sudetenland? (http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?threadid=20916)


Geschrieben von Keilforscher am 11.11.2010 um 16:16:

  P.l Kussin u. W, Neumann/Vom Baubataillon ins Sudetenland?

Liebe Leute des Forums,

ich führe gerade als Journalist eine Langzeitrecherche über eine Hamburgerin durch. Nun bin ich auf der Suche nach näheren Angehörigen – den Vater und den Großvater – bei der Wehrmacht gelandet.

Konkret geht es um Paul Kussin, geboren 1883 in Neuendorf/ Ostpreußen. Er war also 1939 schon 56 Jahre alt.

Aus Briefen ergibt sich, dass er offenbar kurz beim Bau-Bataillon 325 des Wehrkreises I. eingesetzt wurde, das noch im Jahr 1939 wieder aufgelöst wurde. Er hatte die Feldpostnummer 12750. Bei der WAst sind keine Unterlagen verzeichnet.

Ich weiß aus Meldeunterlagen, dass er Ende 1941 ins Sudetenland übersiedelt und dort arbeitet; was auch immer. 1945 flieht er nach Bayern und kommt heil in Hamburg an.

Zum anderen geht es um seinen Schwiegersohn Wilhelm Niemann, geboren 1905. Er war nach WAst-Informationen ab Mai 1940 bei der Luftwaffen-Baukompanie (mot) 4/III im Luftgau III eingesetzt. Er muss dann offenbar entlassen worden sein; ein Entlassungsdatum ist aber nicht verzeichnet. Im April 1940 heiratet er, er wird relativ schnell hintereinander dreifacher Vater. Die Familie zieht dann gleichfalls ins Sudetenland und

Wilhelm Neumann arbeitet dann dort, so wie auch sein Schwiegervater.
Er wird dann im November 1944 erneut eingezogen und kommt zum Stammkompanie Baupionier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 4 Oschatz, wechselt dann offenbar im März 1945 zum 3. Kompanie Baupionier Bataillon 676 im Rahmen der 8. Armee Ungarn und gerät vermutlich dort in Gefangenschaft, die er übersteht.

Was mich beschäftigt: Warum wurde Herr Neumann, der, wenn man so will, im ‚besten Soldatenalter‘ war, entlassen und erst spät wieder eingezogen? Ist das ein Hinweis, dass er in einem kriegswichtigen Betrieb gearbeitet hat?

Es gibt in der kleinen Stadt Oberleutensdorf, in der er mit seiner Familie gewohnt hat, ein kriegswichtiges Hydrierwerk, das zu den Hermann Göring Werken gehört.

Und kann ich den Einsatz der beiden in Baubataillonen so interpretieren, dass sie keine ‚richtigen‘, ausgebildeten Soldaten waren?

Und gibt es Tipps, wie ich da archiv- und recherchemäßig weiterkomme?

Gruß, Gruß
keilforscher

PS: Beide Männer haben nie über ihre ‚Kriegszeit‘ und die Jahre im Sudetenland gesprochen.



Geschrieben von Matthias Köhler am 11.11.2010 um 17:28:

 

Hallo Keilforscher,

herzlich willkommen im Forum.

Bei den Bau-Bataillon 325 gehörte die FPN 12750 der 1. Kompanie.
Am 20. September 1939 wurde das Bataillon wieder aufgelöst und in Rastenburg und Labiau, beides Orte im Wehrkreis I, abgewickelt.
Quelle: LdW.

Gibt es für Paul Kussin, Arbeitsbücher oder Rentennachweise ?
Ist er in den gleichen Ort wie sein Sohn übergesiedelt?

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 11.11.2010 um 18:06:

 

Lieber Matthias,

es gibt von Paul Kussin keine Arbeitsbücher od. ä., so weit ich weiß.

Die beiden haben tatsächlich dann in Oberleutensdorf gewohnt und zwar in der dortigen 'deutschen Siedlung'. Die wurde relativ schnell am Stadtrand in den Wald geschlagen - denn in der Nähe gab es ein Hydrierwerk, in dem aus Braunkohle Flugzeugbenzin eben hydriert wurde. Gearbeitet haben dort überwiegend Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge; der Betrieb gehörte zu den Herrmann Göring Werke und wurde zu Kriegsende hin oft angegriffen.

Ich vermute, dass die beiden Männer dort vielleicht in der Verwaltung tätig waren oder auch bei den Wachmannschaften. Nachdem was ich über die beiden weiß, waren sie beruflich nicht sonderlich hoch qualifiziert. Dafür spricht ja vielleicht auch ihr Einsatz in Baubataillonen.

Gruß, Gruß
Frankl



Geschrieben von Matthias Köhler am 11.11.2010 um 18:28:

 

Hallo Frankl,

wenn beide bei den Wachmannschaften waren müsste bei der WASt vorliegen da dies militärische Einheiten gewesen sind, also ist aus meiner Sicht dies Richtung relativ gering, es gab bei großen Betrieben aber auch einen Werkschutz, das ist meines Erachten wahrscheinlicher.

Eine Entlassung des Sohnes weit nach den Mai 1940, kann auch zeitlich begrenztes "nicht Kriegsverwendungsfähig" gewesen sein, vielleicht auf Grund einer Verletzung in der Luftwaffen-Baukompanie ?

Aber dies ist nur Spekulation, die uns hier nicht weiter führt, aber als Anregen für eine weitere Recherch dienen kann.

Mal sehen was uns andere User noch mitteilen können.

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 11.11.2010 um 18:53:

  RE: P.l Kussin u. W, Neumann/Vom Baubataillon ins Sudetenland?

Moin Matthias,

von einer Verletzung bei Wilhelm Neumann ist mir nichts bekannt. Ich treffe aber morgen meine Zeitzeugin und frage sie natürlich danach.

Ich weiß allerdings, dass Paul Kussin - ihr Großvater - im Ersten Weltkrieg eine Kopfverletzung erhalten hat; offenbar eine schwerere, denn er hat später immer einen Hut getragen. Auch beim Mittagessen, immer.

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Margarete am 11.11.2010 um 22:31:

 

Hallo, Frankl,

habe heute in der Bibliothek im Spoerer "Zwangsarbeit unterm Hakenkreuz" etwas gelesen. Ich weiß nicht, ob wirklich eine Verbindung zur Beantwortung Deiner Frage vorhanden ist, aber mir ist sofort der Gedanke gekommen, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. (Du hattest ja die gleiche Idee.)

Ich schreibe Dir mal meine stichwortartigen Gedankengänge auf:
Polenfeldzug - 420.000 polnische Kriegsgefangene, davon werden 300.000 im Herbst 39 ins Reichsgebiet gebracht und Anfang 40 in (zwangsweisen) Zivilarbeiterstatus überführt. Bei Razzien werden in Polen Zivilpersonen quasi von der Straße weg eingefangen und ebenfalls zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Darunter befinden sich (Ende Sept. 39) 3.400 Polen aus Kattowitz (Bergbau-Gegend). Von diesen werden 90 % in der Landwirtschaft und 10 % in der Industrie eingesetzt, und zwar in den schlesischen Kohlengruben und den Hermann-Göring-Werken. Soweit aus dem Spoerer.

Wikipedia schreibt über die Reichswerke Hermann Göring folgendes:

"...in der Tschechoslowakei wurde die Sudetenländische Bergbau AG in Brüx gegründet. Zur Herstellung von synthetischem Benzin wurden in Oberleutensdorf die Sudetenländischen Treibstoffwerke aufgebaut. Außerdem wurden die oberschlesischen Kohlevorkommen bei Kattowitz einverleibt sowie der Aktienbesitz im Ruhrgebiet bei der Bergbau AG Ewald-König Ludwig aufgestockt...."
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichswerke_Hermann_G%C3%B6ring


1939 wurde in den Gemarkungen der Gemeinden Maltheuern, Rosenthal und Kopitz ein großes chemisches Werk zur Herstellung von synthetischem Benzin aus Braunkohle erstellt (STW-Sudetenländische Treibstoffwerke Maltheuern). Die Kohlenbergwerke wurden von der Sudetenländischen Bergbau AG (SUBAG) verwaltet, beides Teilbetriebe der Hermann-Göring-Werke. Die benötigten Arbeiter bildeten in dieser Zeit Gefangene und Zwangsarbeiter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Litv%C3%ADnov

Oberleutensbach, Treibstoffwerke und Luftwaffe passt doch zusammen.

Spoerer: Im Herbst 40 denken sich Herr Himmler und Herr Albrecht Schmelt (früherer Polizeipräsident von Breslau, SS-Oberführer) die "Organisation Schmelt" aus. Es werden erst im oberschlesischen Industriegebiet, dann auch in Niederschlesien und im Sudetenland (polnische) jüdische Arbeiter eingesetzt, die gegen Entgelt an die Reichsautobahndirektion und Industrieunternehmen (auch Bergbau) ausgeliehen werden. Wenn die Arbeiter abgearbeitet sind, tauscht er sie gegen gesunde jüdische Menschen aus. Dafür hält Schmelt sogar die Deportationszüge nach Auschwitz an.


Ich könnte mir vorstellen, dass die von Dir geäußerte Vermutung richtig ist. In irgendeiner Form könnten die beiden Männer als Dienstverpflichtete (vom Arbeitsamt) als (zivile) Arbeiter innerhalb der beschriebenen Strukturen eingesetzt gewesen sein. Aber: Nichts genaues weiß man nicht.

Es grüßt Margarete



Geschrieben von Keilforscher am 11.11.2010 um 23:53:

 

Liebe Margarete,

ja, ich denke auch so, wie du schreibst und die Fakten zusammen fasst.

Besonders das Unterkommen der beiden plus der Familie von Herrn Neumann in der "deutschen Siedlung" von Oberleutensdorf weist m.M. auf einen solchen Zusammenhang hin bzw. legt ihn nahe.

Und dann stärkt noch ein kleines, pikantes Detail meine und auch deine Annahme: Die Neumanns haben in der "Schönerer Straße" in Oberleutensdorf gewohnt.

Mir hat der Name "Schönerer" natürlich erstmal gar nix gesagt; dachte, das ist vielleicht eine Verballhornung von schöner - noch schöner - schönerer oder so.
Aber es gab da einen Herrn Schönerer aus Wien.
Gelehrter und Publizist.
Glühender Antisemit.
Und Vorbild für einen gewissen A.H.

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Keilforscher am 12.11.2010 um 18:18:

 

Liebe Margarete,

war heute mit meiner Zeitzeugin im Hamburger Staatsarchiv, um dieses und jenes zu recherchieren und manches zu besprechen und Unterlagen durchzuschauen.
Dabei ist uns aufgefallen, dass in den Unterlagen, die es über Paul Kussin gibt, nie eine Berufsbezeichnung erwähnt wird.
Bis auf einmal.
Und da steht dann: Wachmann.

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Matthias Köhler am 12.11.2010 um 19:05:

 

Hallo Frank,

jetzt ist die Frage für mich ob er ein ziviler Wachmann ist oder zum Landesschützen-Bataillon 379 Maltheuren gehörte ?
Meine Vermutung geht nachwievor zum Werkschutz als ziviler Wachmann.

Hier noch ein Link zur Einheit aus unseren Lexikon:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Kasernen/Wehrkreis04/KasernenMaltheuren-R.htm

Grüße Matthias



Geschrieben von Margarete am 12.11.2010 um 19:51:

 

Zitat:
Original von Keilforscher
Hamburger Staatsarchiv
Und da steht dann: Wachmann.


Hallo, Frank,

"unsere" Vermutung war also begründet.
Bin etwas verwirrt. Wieso findet sich im Hamburger Staatsarchiv ein Dokument, auf dem sich diese Information findet?
"Er" ist doch erst nach dem Krieg nach Hamburg gekommen oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Was für ein Dokument ist es?

Hamburger Staatsarchiv interessiert mich. Vielleicht können wir uns da mal separat austauschen (PN, E-Mail, Telefon).

Herzliche Grüße von Margarete

edit zu Matthias Bemerkung: Es kann sich auch um einen "zivilen" Wachmann gehandelt haben. In der HASAG
(Hugo Schneider AG Leipzig - 14.000 Beschäftigte) war das wohl so (schreibt Spoerer).

edit: Leipzig ist nicht weit entfernt von Oschatz......



Geschrieben von Matthias Köhler am 12.11.2010 um 20:09:

 

Halo Frank,

Dieses habe ich noch an Info gefunden:

Maltheuern war von 18. 07. 1941 - 15. 03. 1945 Arbeitserziehungslager

Bemerkung:

Die Häftlinge waren in Niederleutensdorf untergebracht. Beschäftingung der Häftlinge bei Siemens-Hydrierwerke, Hermann-Göring-Werke; Arbeit im Steinbruch, im Straßenbau und Torfstechen.

Hier findest du eine weiter Information:

http://books.google.de/books?id=yCk0_nzYCzIC&pg=PA72&lpg=PA72&dq=Konzentrationslager+Maltheuern&source=bl&ots=jbrThaQnk6&sig=NdYemdDCz1VJmO9jovquT_lymC4&hl=de&ei=14bdTLbjN4GaOuKY5YUP&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CBYQ6AEwADgK#v=onepage&q&f=false

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 12.11.2010 um 22:35:

 

Moin Matthias,

Danke für den Hinweis!
Hatte von den 'Schützen' noch nichts gehört.

Für den Fall, dass einer der beiden Männer oder beide in dieser Einheit gewesen wären, hätten das nicht bei meiner WAst-Anfrage auftauchen müssen?

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Keilforscher am 12.11.2010 um 23:11:

 

Moin Margarete,

oh, da hab ich mich etwas missverständlich ausgedrückt bzw. nicht die ganze Geschichte wiedergegegben: Paul Kussin kommt ursprünglich aus Ostpreußen, ist dann über Wege, die mir noch nicht klar sind, zeitweise zwischen den Weltkriegen nach Hamburg gekommen, ging immer wieder zurück - und aus dem Briefwechsel mit Angehörigen ergibt sich die Information "Wachmann".

Diese Information wird gewissermaßen dadurch unterfüttert, dass in den Hamburger Adressverzeichnissen zwar immer wieder seine Wohnadresse auftaucht, aber nie ein Beruf genannt wird. Bei anderen finden sich da stets Berufsnennungen: Hafenarbeiter oder Kaufmann oder Dreher oder Tischler oder Beamte oder was auch immer. Nur bei ihm - nix.

Was interessiert dich genau vom Hamburger Staatsarchiv?

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Keilforscher am 12.11.2010 um 23:38:

 

Moin Matthias,

dein Hinweis ergänzt sich gut mit der Erinnerung meiner Zeitzeugin, obwohl sie damals ein Kind von fünf Jahren war: Auf dem Weg von der 'deutschen Siedlung' den Berg hinunter nach Niederleutensdorf habe es eine Barackensiedlung gegeben, aus eben sehr schlichten Unterkünften, während die Siedlung im übertragenen Sinne so etwas wie ein 'Neubaugebiet' gewesen sei.

Woran sie sich auch gut erinnert: das bei den Luftangriffen, die es wohl häufiger gab, die ganze Gegend 'eingenebelt' wurde, mit Hilfe von Tonnen aus denen eben der Nebel quoll.

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Matthias Köhler am 13.11.2010 um 14:49:

 

Hallo Frank,

ich stelle dir mal ein Thraed von unseren Forum ein wo es um Werkschutz ging, vielleicht hilft es dir ein" Bild " vom Wekschutz während des II WK zu machen

http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=16093&hilight=Werkschutz

Das betreffende Lager wurde nach dem Kreige von den Tschechen in Zusammenhang mit der Vertreibung der Sudetendeutschen weiter genutzt,
im Internet steht dazu einiges. Auf einer tschechichen Seite ist auch eine Skizze von diesen Lager, aber schlecht lesbar, da der Scan zu klein ist.

Als Journalist würde ich Kontakt mit der Lokalredaktion von Litvínov aufnehmen, vielleicht kommst du, dadurch weiter ?

Gibt es irgendwelche Fotos von der Familie Kussin als diese in Oberleutensdorf
gelebt und gearbeitet haben ?

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 13.11.2010 um 15:38:

 

Moin Matthias,

Danke für den Link.

Ich habe schon einen losen Kontakt zu einer Historikerin in Brüx, aber sie ist offenbar noch nicht dazu gekommen, für mich zu recherchieren. Eigentlich ist sie schon in Pension, aber das Heimatmuseum, das sie aufgebaut hat, hat einfach kein Geld, jemanden Neues einzustellen und so ...

Das übliche Problem, dass überall zunehmend weniger Geld in die Geschichtsforschung investiert wird.
Habe auch schon über die Gedenkstätte in Salzgitter Kontakt aufgenommen - vonwegen Herrmann Göring Werke und Salzgitter-Konzern - aber sie haben da nichts. Bis darauf, dass immer wieder in den Unterlagen sich Hinweise auf Maltheuern finden. Das man dort Material hingeliefert hat u.ä.

Und ja es gibt einige, wenige Fotos von der Familie. Versuche mal sie anzuhängen (bin ja neu hier und muss mal schauen, wie das technisch geht):


[IMG]http://s13.directupload.net/file/d/2342/is7pgzka_jpg.htm[/IMG]
[IMG]http://s1.directupload.net/file/d/2342/e3oywahm_jpg.htm[/IMG]
http://s3.directupload.net/file/d/2342/omnnyklb_jpg.htm

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Matthias Köhler am 13.11.2010 um 15:50:

 

Hallo Frank,

ein Bild hat funktioniert, dieses (mit den Tauben) ist aber nicht in Oberleutensdorf aufgenommen wurden ?
Hier würde ich schon auf Hamburg tippen oder ?

Würdest du bitte nocheinmal versuchen, die beiden anderen Bilder eizustellen.
Vielen Dank

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 13.11.2010 um 16:20:

 

Moin Matthias,

das Bild mit den Tauben: Spontan hatte ich damals auch an Hamburg gedacht, aber ich bin alle Ecken der Innenstadt, wo das sein könnte, abgelaufen, aber es passt nirgends.
Ich würde stattdessen vermuten, es wurde in Brüx bzw. Most aufgenommen. Das sagte mir auch jemand, der eine zeitlang dort in der Gegend gewohnt hat.

Versuche noch mal die Bilder in diesen Text zu stellen. Mal schauen ...

Gruß, Gruß
Frank



Geschrieben von Matthias Köhler am 13.11.2010 um 18:03:

 

Hallo Frank,

ich hab mir mal die Mühe gemacht, und eine grafische Zusammenstellung erarbeitet, so könnte es gewesen sein.

Niederleutendorf ist nicht mehr existent.
In Oberleutendorf sieht man noch deutlich die erbaute deutsche Siedlung.
Das Arbeitserziehungslager müsste an den gekennzeichneten Platz gewesen sein, bei großer Auflösung in Google-Earth sind noch Spuren sichtbar.
Das Bild 3 mit den Tauben ist aus meiner Sicht auch nicht in Brüx entstanden, es sein denn, das durch Bombardierung der Ortskern von Brüx komplett zerstört war ?
Beim Bild 1 ist im Hintergrund die betreffende deutsche Siedlung von Oberleutendorf zu sehen.
Bild 2 scheint eine Baracke vom Arbeitserzihungslager zu sein ?

Grüße Matthias



Geschrieben von Keilforscher am 13.11.2010 um 18:28:

 

Moin Matthias,

super!
Ja, so könnte es gewesen sein.

Ich hab auch immer gedacht - und denke es jetzt - dass im Hintergrund des Mannes mit den Kindern, der Wilhelm Kussin ist, sich eine Baracke des Arbeitslagers zeigt.

Zu Brüx: Die Innenstadt wurde in den 60er komplett geflutet und an anderer Stelle wieder ebenso komplett aufgebaut. Denn man hat unter der Stadt Kohle gefördert.
Von daher ist der ursprüngliche Altstadtkern in einem See verschwunden.

"Im Jahr 1964 begann infolge des Kohlebergbaues der vollständige Abriss der Stadt und die Errichtung einer Plattenbautenstadt auf der grünen Wiese zwei Kilometer südlich.", heißt es etwa bei Wikipedia.

Ich war letztes Jahr da, hatte allerdings noch nicht den Erkenntnisstand von heute. Sehr beeindruckende Landschaft, durchsetzt mit alten Vulkankegeln.

Gruß, Gruß
Frank


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