Schwere Geschütze

 

Die 12,8-cm-Kanone 43 wurde aufgrund der im Rußlandfeldzug gemachten Erfahrungen entwickelt. Sie orientierte sich an der russischen 12,2-cm-Kanone. Das Kaliber entsprach dem der Flak-Kanone, so daß genügend Fertigungsmaschinen zur Verfügung standen. Skoda legte seinen Entwurf 25/940 vor, eine 6.350 kg schwere Waffe mit Kreuzlafette. Das Projekt wurde aber nach dem Bau eines Modells wieder gestrichen. Von Krupp stammte ebenfalls ein Holzmodell, auch dieses wurde verworfen.

Bei Krupp und Rheinmetall wurde daraufhin die 12,8-cm-Kanone 44 entwickelt.  Krupp stellte eine Kanone mit 4-Holm-Kreuzlafette mit 10.160 kg Gewicht her. Die Kanone hatte ein 7.023 mm langes Rohr, die 28 kg schwere Sprenggranate konnte mit einer v0 von 750 m/Sek. bis zu 24.000 m weit verschossen werden. Transportiert werden sollte das Geschütz auf einem zweiachsigen Fahrgestell.

Bei Rheinmetall entwickelte man ebenfalls eine Kanone mit Kreuzlafette. Das Transportfahrgestell hatte hier aber drei Achsen. Ansonsten glichen die Daten denen des Krupp-Entwurfs. Es wurden insgesamt 50 Rohre hergestellt, aber nur wenige Lafetten. Daher wurde die 12,8-cm-Kanone 81/1 geschaffen, welche diese Rohre in französische Beutelafetten der »Canon de 155 GPF-T« einlegte. Dabei stieg das Gewicht dieser Kanonen aber auf 11.150 kg, was sie sehr unhandlich machte. Eine bessere, wenn auch weniger gebaute Lösung war die Kombination der Kanone 44-Rohre mit den Lafetten der russischen 12,2-cm-Kanonenhaubitze 1937. Diese Waffen wurden als K 81/2 bezeichnet und wogen nur noch 8.250 kg.

Von der 12,2-cm-Kanone 390(r) hat das Heer insgesamt 424 Stück übernommen. Die 7.100 kg schweren Waffen hatten ein 5.650 mm langes Rohr, aus dem bei einer v0 von 800 m/Sek. eine 25 kg schwere Granate bis zu 20.860 m weit verschossen werden konnte.

Die 15-cm-Kanone 16 wurde von der Firma Krupp bereits im Ersten Weltkrieg gebaut. Von dieser Waffe waren bei Kriegsbeginn noch 28 Stück bei der Truppe. Die Kanonen wogen 10.730 kg und hatten ein 6.410 mm langes Rohr. Die 51,4 kg schwere Haubitzengranate 16 konnte mit einer v0 von 757 m/Sek. bis zu 22.000 m weit verschossen werden. Die Rohrerhöhung betrug -3° bis + 43 °, die Feuergeschwindigkeit lag bei 2 Schuß in der Minute.

Die 15-cm-Kanone 16 wurde von der 15-cm Kanone 18 ersetzt, die ab 1938 im Heer eingeführt wurde. Diese Waffe wog 12.460 kg und hatte ein 8.200 mm langes Rohr. Die 43 kg schwere Kanonengranate 18 konnte bei einer v0 von 890 m/Sek. bis zu 24.825 m weit verschossen werden. Die Rohrerhöhung lag bei - 2° bis +45°, die Feuergeschwindigkeit bei 2 Schuß in der Minute. 1941 gab es drei Batterien mit der 15-cm-Kanone 18: 821, 1./822 und 909. Der Transport der Geschütze erfolgte in zwei Lasten.

Die 15-cm-Kanone 39 war eigentlich ein Exportauftrag der Türkei an die Firma Krupp aus dem Jahr 1938. Zwei Stück wurden auch wirklich exportiert, ab 1939 hat das Heer dann 64 Waffen übernommen. Die Kanonen besaßen eine neuartige Spreizlafette und wogen 12.186 kg. Mit der extra geschaffenen Halbpanzergranate 39 konnte bei einer v0 von 890 m/Sek. eine Reichweite von 25.420 m erreicht werden. Der Schwenkbereich betrug 60°, die Höhenrichtfähigkeit -3° bis +46°.

Die 15-cm-Schiffskanone C/28 (SKC 28) war ein bewegliches Küstengeschütz mit niedriger Lafette. Das Geschütz entstammte der Forderung der Marine nach einem beweglichen Küstengeschütz mit der ballistischen Leistung der Schiffskanone 15-cm-Schiffskanone C/24. Bis 1941 wurden acht Geschütze diesen Typs gefertigt und bei der schweren Artillerie-Abteilung 620 eingesetzt. Die Waffen hatten einen Schwenkbereich von 360° und eine Rohrerhöhung von -7°30' bis + 47°30'. Bei einer v0 von 875 m/Sek. konnten Schußweiten von maximal 23.500 m erreicht werden. Das Geschütz wurde im motorisierten Zug in zwei Lasten (Rohrwagen und Lafette) gefahren.

Eine bisher ungeklärte Waffenentwicklung ist die schwere-15-cm-Kanone L/45. Im Planungsbuch des Waffenamtes findet sich Ende 1942 die Eintragung: »Nach Lieferung von 4 Stück keine weitere Fertigung.«

Bei der 15,5-cm-Kanone 416(f) handelte es sich um eine französische Beutewaffe von 8.800 kg Gewicht. Aus dem 4.950 mm langen Rohr wurde die 43 kg schwere Granate mit einer v0 von 665 m/Sek. verschossen; das ergab eine Schußweite von 17.500 m. Die Kanone 418(f) und 419(f) waren fast baugleiche Kanonen, die auch unter der Bezeichnung GPF (Grand-Puissance-Filloux) bekannt wurden. Das Gewicht betrug 11.200 kg, die Rohrlänge 5.915 mm. Bei einer v0 von 735 m/Sek. wurde eine Schußweite von 19.300 m erreicht. Die 419(f) unterschied sich durch eine Sechsradlafette. Das deutsche Heer hatte von den 449 Kanonen, welche die französische Armee besaß, eine große Anzahl mit 1.723.300 Spreng- und 154.300 Kampfstoff-Granaten übernommen. Diese Kanonen wurden in Rußland, in Nordafrika und am Atlantikwall eingesetzt.

Bei der Kanone 420(f) handelte es sich um eine von 14,5 auf 15,5 cm aufgebohrte Marinekanone. Diese 12.450 kg schwere Waffe besaß ein 7.632 mm langes Rohr, die v0 mit der 43-kg-Granate betrug 730 m/Sek., die Schußweite 21.300 m.

Die Kanone 422(f) war 2.440 kg schwer und stammte aus dem Jahre 1877. Aus dem 4.110 mm langen Rohr erreichte die bereits erwähnte 15,5-cm-Granate mit einer v0 von 560 m/Sek. eine Schußweite von 13.900 m. Einige dieser Kanonen wurden von deutscher Seite bei der Küstenverteidigung eingesetzt.

Die 5.000 kg schwere Kanone 425(f) war ebenfalls eine alte Waffe aus dem Ersten Weltkrieg, die aber noch an der Kanalküste eingesetzt wurde. Aus dem 4.089 mm langen Rohr verschoß man die 15,5-cm-Standard-Granate mit einer v0 von 560 m/Sek.; das ergab eine Schußweite von 13.600 m.

Die tschechische 15,2-cm-Kanone 15/16(t) war eigentlich als ortsfeste Waffe gedacht. Mit einer neuen Lafette wog diese Kanone nun 13.260 kg. Aus dem 6.000 mm langen Rohr wurde eine 54 kg schwere Granate mit einer v0 von 690 m/Sek. verschossen, die dabei eine Schußweite von 20.700 m erreichte. Bei Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 gab es von dieser Kanone zehn Stück mit 4.600 Schuß, davon wurden 400 Schuß während des Polenfeldzuges verfeuert. Später waren einige dieser Waffen beim Afrikakorps und zur Küstenverteidigung eingesetzt.

Eine von der Firma Skoda für Jugoslawien produzierte Kanone war die im deutschen Heer 15-cm-Kanone 403(j) genannte Waffe. Zwölf dieser 15.000 kg schweren Kanonen waren ortsfest in Norwegen installiert. Verschossen wurde aus dem 7.025 mm langen Rohr eine 56 kg schwere Granate, bei einer v0 von 760 m/Sek. erreichte man eine Schußweite von 23.800 m.

Eine Waffe, die einfach in ihren Stellungen übernommen wurde, war die 14,5-cm-Kanone 405(f). Die Franzosen hatten 210 der offiziell »Canon-1916-St. Chamond« genannten Waffe zur Küstenverteidigung installiert. Diese 12.500 kg wiegende Waffe verschoß aus dem 7.32 mm langen Rohr eine 36,2 kg schwere Granate. Die v0 von 785 m/Sek. reichte für eine Schußweite von 18.900 m.

Aus Italien stammte die 15-cm-Cannona-da-149/40. Die Firma Ansaldo hatte zu den drei bereits vorhandenen Waffen nach dem Übergang Italiens ins Lager der Alliierten im September 1943 noch zwölf weitere geliefert. Die 11.340 kg schwere, nun Kanone 408(i) genannte Waffe besaß ein 6.036 mm langes Rohr, aus dem eine 46 kg schwere Granate des Kalibers 149,1 mm verschossen wurde. Mit einer v0 von 795 m/Sek. wurde eine Schußweite von fast 23.700 m erreicht.

Die 17-cm-Kanone 18 in Mörserlafette wurde von Krupp entwickelt und 1941 eingeführt. Dieses Geschütz bildete zusammen mit dem 21-cm-Mörser 18 das Rückgrat der deutschen schweren Heeresartillerie. Die Geschütze waren in Abteilungen zu je drei Batterien mit jeweils drei Geschützen zusammengefaßt.  Bei den Geschützen zeigte sich jedoch, daß die Lebensdauer der Rohre ungenügend war. Der Schwenkbereich betrug 16°, die Rohrerhöhung lag bei 0° bis +50°. Das Gesamtgewicht lag bei 23.375 kg in Fahrstellung und 17.520 kg in Feuerstellung. Bei einer v0 von 925 m/Sek. konnte eine Reichweite von 29.600 m erreicht werden.

Der 21-cm Langer Mörser wurde ebenfalls bei Krupp entwickelt und bereits 1916 beim Heer eingeführt. Damit war das Geschütz bei Beginn des Zweiten Weltkriegs total veraltet und ballistisch ungenügend. Der Schwenkbereich betrug nur 4°, die Rohrerhöhung -6° bis +70°. Bei einer v0 von 393 m/Sek. betrug die Reichweite 11.100 m. Das Gewicht betrug 9.220 kg in Feuerstellung.

Eine weitere Krupp-Waffe war der 21-cm-Mörser 18. Er wurde 1939 eingeführt und ersetzte den 21-cm langen Mörser. Die Geschütze wurden bis 1943 produziert. 1941 waren folgende Artillerie-Abteilungen mit den Mörsern ausgestattet: II./109, III./109, II./115, 604, 607, 615, 616, 635, 636, 637, 732, 733, 735, 736, 777, 808, 809, 816 und 817. Die Mörser wogen in Feuerstellung 16.700 kg und wurden in zwei Lasten transportiert. Der Schwenkbereich betrug 16°, die Reichweite bei einer v0 von 565 m/Sek. maximal 16.700 m. Die maximale Feuergeschwindigkeit betrug 30 Schuß in der Stunde.

Die Firma Krupp hatte 1936, von der 15-cm-Kanone 39 ausgehend, auch eine 21-cm-Kanone für den Export entwickelt. Einige der 35.000 kg schweren Waffen wurden vom Heer für den Truppenversuch übernommen. Hier wurde noch die 803 mm lange Granate 17 verschossen. Bei einer v0 von 875 m/Sek. wurde aus dem 10.500 mm langen Rohr eine Schußweite von 34.000 m erreicht. Da die Zeit, um die Waffe in Stellung zu bringen, außergewöhnlich lang war, hat das Waffenamt aber die Einführung dieser Kanone abgelehnt

Die 21-cm-Kanone 38 war auf Grund eines Auftrags des Oberkommandos der Wehrmacht von 1938 entwickelt worden. Die in zwei Lasten mit einem Gesamtgewicht von 34. 825 kg transportierte Waffe wog in der Stellung dann 25.435 kg. Aus dem 11.635 mm langen Rohr wurde bei einer v0 von 905 m/Sek. die Sprenggranate bis zu 33.900 m weit verschossen. Das Waffenamt hatte für die zuerst als »schwere-Kanone-21-cm« bezeichnete Waffe einen Versuchsauftrag für 15 Waffen erteilt. Im August 1941 sollten die ersten zwei Stück geliefert werden. Mit viel Mühe gelang es, die erste Kanone im Juli fertig zu stellen, die nächste Waffe wurde aber erst im Januar 1942 vorgestellt. Im Mai 1942 wurde die Waffe in »21-cm-Kanone 38« umbenannt, die Produktionsplanung auf 60 weitere Kanonen bei Krupp und 40 bei der Firma Skoda erweitert. Die Fertigung geriet aber immer wieder ins Stocken. Bei Skoda waren es die Arbeiten an anderen Projekten, bei Krupp die Vorarbeiten an der Pak 44 und später wegen der Reichsluftverteidigung die dringende Produktion der 12,8-cm-Flak, durch die es mit der Fertigung einfach nicht voranging. Obwohl das Planungsbuch des Waffenamtes im Herbst 1943 bei der Kanone 38 die Eintragung zeigt - »einmalige Forderung von 174 Waffen« -, hat man mit viel Mühe für 3 Millionen RM die 15 Stück des Versuchsauftrages geliefert und davon auch noch eine Kanone nach Japan verkauft. Bei der Truppe waren nie mehr als zehn Waffen im Einsatz, und davon gingen im Winter 1943/44 sieben und im Herbst 1944 noch eine weitere Kanone verloren.

Ein etwas geändertes Modell, die 38.000 kg schwere Kanone 39/40, wurde auf die deutsche 21-cm-Granate 40 umgestellt, die bei gleichem Gesamtgewicht mit 21,7 kg Sprengstoff gefüllt war. Vom Modell Kanone 39/41, dessen Rohr mit Mündungsbremse 11.460 mm lang war, hatte man noch 40 Stück bestellt, von denen 1943/44 auch noch 22 geliefert wurden. Das Gesamtgewicht war auf 39.800 kg angestiegen, und mit einer auf 54 kg erhöhten Treibladung wurde nun eine Schußweite von 34.000 m erreicht.

Anfang 1944 wurden von diesen Kanonen acht Stück nach Schweden verkauft, später dann nochmals 14 Stück. Die Planungen des Waffenamtes sahen ab September 1944 neue Lieferungen unter der Bezeichnung 21-cm-Kanone 52 vor. Von den bis Mai 1945 geplanten 24 Waffen konnten aber nur zwölf Stück im Zeitraum 1944/45 geliefert werden. Als neue Munition gab es hier die 232 kg schwere Röchling-Granate, die zur Stabilisierung ein Messerleitwerk trug. Im März 1945 gab es davon noch acht Stück mit 20.700 Granaten an der Front.

1937 kam eine 24-cm-Kanone der Firma Krupp zur Truppe, die praktisch eine vergrößerte 15-cm-Kanone 39 darstellte. Sie wurde in drei Lasten von zusammen 57.200 kg transportiert und wog in der Feuerstellung 29.600 kg. Aus dem 10.950 mm langen Rohr wurde eine 180 kg schwere Granate mit einer v0 von 850 m/Sek. verschossen mit einer Schußweite von 32.000 m. Diese Kanone war in der Handhabung sehr kompliziert, und lediglich die Artillerie-Abt. 84 hatte einige dieser Waffen im Einsatz.

Dies 24-cm-Kanone(t), wie eine weitere schwere Kanone abgekürzt genannt wurde, stammte aus der Skoda-Fertigung von 1916. Das Heer hatte 1939 von dieser 79.100 kg schweren Waffe sechs Stück mit 718 Schuß übernommen. Aus dem 9.600 mm langen Rohr verschoß man mit einer 50-kg-Treibladung die 1.213 mm lange Granate 40(t), die 198 kg wog und 23,4 kg Sprengstoff trug. Bei einer v0 von 799 m/Sek. wurden 29.875 m Schußweite erreicht. Diese Waffe verwendete die gleiche Lafette wie der 30,5-cm-Mörser(t). Im März 1945 gab es noch zwei einsatzfähige Waffen mit 5.244 Granaten bei der Truppe.

Bei der Firma Rheinmetall wurde ab Mitte 1934 die 24-cm-Kanone 3 entwickelt. Bereits 1935 konnten die erste Schießversuche durchgeführt werden. Die schwere Artillerie-Abt. 83 erhielt 1939 die ersten Waffen und besaß bei Kriegsausbruch vier dieser Geschütze mit 979 Granaten. Die Kanone 3 wurde in fünf  Lasten mit zusammen fast 86.000 kg gefahren, in der Stellung betrug das Gewicht dann 54.250 kg. Aus dem 13.014 mm langen Rohr wurde durch eine 76,2 kg schwere Treibladung die Granate 35 verschossen, die 17,6 kg Sprengstoff trug. Eine derartige Granate benötigte übrigens an Rohmaterial 351,8 kg Stahl und 41,8 kg Kupfer. Im hinteren Geschoßdrittel dieser Granate waren acht Weicheisenrippen angebracht, die in die Züge des Rohres eingepaßt wurden. Bei einer v0 von 970 m/Sek. wurde eine Schußweite von 37.500 m erreicht. Die Mindestschußweite betrug 23.000 m.
Nachdem die Firma Rheinmetall von den 20 bestellten Waffen die ersten acht Stück gefertigt hatte, ging Ende 1941 ein Auftrag über 40 Stück im Gesamtwert von 20 Millionen RM an die Firma Krupp, die davon aber nur sechs Stück der Kanone 3 geliefert hat. Kurz vor Kriegsende gab es noch fünf Waffen mit 2.535 Granaten.
Obwohl nur insgesamt 14 Waffen gefertigt wurden, gab es von der 24-cm Kanone 3sechs verschiedene Ausführungen, wobei sich die Veränderungen meist auf das Rohr bezogen. Die ursprüngliche Version der K-3 hatte ein Rohr mit acht Zügen, bei welchem die verschossene Munition mit Weicheisenrippen ausgestattet war. Die folgende Version hatte ein Vielzugrohr mit 72 Zügen, welches eine neue Munition mit Führungsbändern benötigte. Weiterhin gab es ein Geschütz mit der Bezeichnung K-3/1, das einen geringfügig größeren Verbrennungsraum für die Treibladung hatte als das Standardmodell.
Das Geschütz wurde in vier Lasten gefahren:
Rohr mit 11.645 kg
Bodenstück mit 10.555 kg
Wiege mit 6.700 kg
Lafette mit 16.850 kg
Bettung mit 8.500 kg
Der Zusammenbau des Geschützes im Felde benötigte etwa 1 1/2 Stunden Zeit. Zum Zusammenbau war kein Spezialgerät notwendig, die Lastenanhänger mussten lediglich in einer bestimmten Reihenfolge in die vorbereitete Stellung einfahren, die einzelnen Bestandteile konnten dann mit Hilfe von schiefen Ebenen zusammengefügt und miteinander verbunden werden. Eine weitere Besonderheit war der zweiteilige Rohrrücklauf, einmal in die Wiege (1.000 mm) und einmal in den Rücklauf der Lafette auf der Bettung (1.200 mm).
Da sich die Granaten mit den Führungsrippen nicht bewährten, wurden ab Sommer 1940 die vorhandenen Granaten zu normalen Führungsbändern geändert und neue Rohre mit 72 Zügen eingeführt. Eine Schußweitensteigerung sollte ein glattes Rohr bringen, aus dem Treibspiegelgranaten und »Peenemünder Pfeilgeschosse« verfeuert werden sollten. Aber auch ein konisches Rohr wurde erprobt, man erhoffte 60.000 m zu erreichen. Die 118 kg schwere Sprenggranate 41, mit 14 kg Sprengstoff gefüllt und mittels einer 85-kg-Treibladung verschossen, erreichte zwar eine v0 von 1.120 m/Sek. - aber nur eine Schußweite von 52.000 m. Das Kaliber wurde dabei auf 21 cm heruntergedrückt. Das Projekt »24 cm zu 18 cm«, mit dem man 75.000 m erreichen wollte, wurde nicht mehr abgeschlossen. Die 24-cm-Kanone 4 war ein Projekt der Firma Krupp, um eine billigere und leistungsfähigere Kanone herzustellen. Ein Vorschlag sah eine zweilastige Ausführung von 65.000 kg vor, die zwischen zwei turmlosen »Tiger«-Panzern gefahren wurde. Es wurde mit dem 17.260 mm langen Rohr für die 160 kg schwere Granate eine v0 von 1.080 m/Sek. erhofft. Die Schußweite hätte etwa 47.000 m betragen. Das begonnene Muster wurde in der Nacht zum 26. Juli 1943 bei dem Luftangriff auf Essen so schwer beschädigt, daß die Entwicklung aufgegeben wurde. Durch die abgeworfenen 2.033 t Bomben kamen nicht nur 512 Menschen ums Leben - die Werksanlagen der Firma Krupp wurden so schwer getroffen, daß diese Firma für einige Zeit keine Rüstungsgüter mehr liefern konnte.

Die folgende Tafel zeigt die Waffenproduktion dieser Gruppe während des Zweiten Weltkriegs bis zum 1. April 1945:

  1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945
15-cm-Kanone 18 - 21 45 25 10 - -
15-cm-Kanone 39 15 11 25 13 - - -
15-cm in Mörser-Lafette (SKC 28) - 8 - - - - -
17-cm in Mörser-Lafette - - 91 126 78 40 3
21-cm-Kanone 38 - - 1 6 7 1 -
21-cm-Kanone 39/40/41 - 12 22 3 11 11 -
21-cm-Kanone 52 - - - - - 6 6
24-cm-Kanone 3 - 3 1 4 - 2 -