Panzerkampfwagen III

 

Der Panzerkampfwagen III (auch PzKpfw III oder Panzer III) war ein mittlerer deutscher Panzer des Zweiten Weltkrieges. Als Standardmodell für die künftigen Panzerdivisionen vorgesehen, war er mit einer panzerbrechenden Kanone für die Bekämpfung feindlicher Panzer zuständig, während der bauähnliche Panzerkampfwagen IV als Unterstützungsfahrzeug dienen sollte. Der Panzer III, der in den Jahren 1941 und 1942 der wichtigste deutsche Panzerkampfwagen war, bewährte sich in der ersten Kriegshälfte gut, danach nahm jedoch mit dem Erscheinen leistungsfähigerer gegnerischer Panzer seine Kampfkraft aufgrund der eingeschränkten Ausbaufähigkeit schnell ab. Von 1936 bis 1943 wurden 5700 Exemplare hergestellt, wobei das Fahrgestell als Grundlage für das wesentlich erfolgreichere Sturmgeschütz III bis zum Kriegsende in Produktion war.

1934 gab dann das Heereswaffenamt einen Entwicklungsauftrag für einen Panzerkampfwagen mit einer 3,7-cm-KwK heraus. Die Bewaffnung mit der 3,7-cm-KwK ergab sich aus der damaligen Meinung, aus Vereinfachungsgründen das gleiche Kaliber zu benutzen, wie die Infanterie bei ihren Panzerabwehrgeschützen, was auch zur gleichen Munition führen würde. Leider konnten sich General Guderian und andere Offiziere, die sich mit dem Aufbau der neuen Panzerwaffe beschäftigten, nicht durchsetzen, als sie von Anfang an eine 5-cm-Kanone forderten. Glücklicherweise war man beim Daimler-Benz weitsichtig genug, einen Turmkranz zu entwickeln, dessen Durchmesser groß genug für einen späteren Einbau einer 5-cm-Waffe war. Der erste Prototyp des neuen Panzers entstand 1935. Wegen der Dringlichkeit des Projekts wurde Daimler-Benz mit der Serienproduktion beauftragt, von Rheinmetall-Borsig sollte der Drehturm kommen.

Ab 1936 gingen die ersten Fahrzeuge als Panzerkampfwagen III Ausf. A in den Truppenversuch. Zehn Stück wurden in Flußstahlausführung als Vorführungsmodelle gebaut. Das Laufwerk mit fünf großen Laufrollen und zwei Stützrollen auf jeder Seite bewährte sich aber nicht, da die Schraubenfederung zu viel Platz wegnahm. Die zehn Fahrzeuge wurden wie folgt aufgeteilt:
- 5 Stück bei Kraftfahrkampftruppenschule Wünsdorf
- 1 Stück bei Kraftfahrkampftruppenschule Schiesslehrerlehrgang Putlos
- 2 Stück bei Panzer-Regiment 5 in Wünsdorf
- 2 Stück bei Panzer-Regiment 1 in Erfurt

Die Panzerkampfwagen III Ausführung B hatte ein völlig neues Laufwerk mit acht kleinen Laufrollen, die blattgefedert waren. Außerdem wurde die Form der Kommandantenkuppel verändert, ansonsten entsprachen die zehn gebauten Fahrzeuge von 1937 der Ausführung A. Zusätzlich wurden die Wannen von fünf Fahrzeugen zur Produktion von Sturmgeschützen der 0-Serie herangezogen. Die Fahrzeuge wurden wie folgt aufgeteilt:
- 6 Stück bei Kraftfahrkampftruppenschule Schiesslehrerlehrgang Putlos
- 2 Stück bei Panzer-Regiment 5 in Wünsdorf
- 2 Stück bei Panzer-Regiment 1 in Erfurt
- 5 Stück Wanne wurden für das Sturmgeschütz 0-Serie verwendet

Die Panzerkampfwagen III Ausführung C erhielt eine verbesserte Federung, wobei drei Halbfedern für je zwei Rollenwagen verwendet wurden. Es wurden zwischen 1937 und 1938 15 Stück gefertigt.

Die Fahrzeuge der Panzerkampfwagen III Ausführung D erhielten eine auf 30 mm verstärkte Front- und Seitenpanzerung, das Gewicht stieg auf 19,8 t. Die vorderen und hinteren Federblöcke wurden hier schräg gestellt, aber insgesamt war die Blattfeder-Bauweise und Wartung hier zu kompliziert, um Erfolg zu haben. Die 30 gebauten Fahrzeuge (1938) erhielten zudem eine geänderte Kommandantenkuppel. Andere Quellen sprechen von 30 oder 55 gefertigten Fahrzeugen in den Jahren 1938-39.

Die Panzerkampfwagen der ersten 4 Ausführungen wurden alle von dem Zwölfzylinder Maybach-Motor HL 108 TR angetrieben.

Die Fahrzeuge der Panzerkampfwagen III Ausführung D waren Baugleich mit der Ausführung C sie unterschieden sich nur in der Aufhängung von den Blattfedern der 8 Laufrollen. Die vorderen und hinteren Federblöcke wurden hier schräg gestellt, aber insgesamt war die Blattfeder-Bauweise und Wartung hier zu kompliziert, um Erfolg zu haben. Es wurden ursprünglich 25 Stück gebaut und 30 Befehlspanzer auf demselben Fahrgestell. Die Befehlspanzer hatten nur eine Hölzerne Kanonenattrappe und eine bessere Funkausstattung. 

Das Heereswaffenamt gab Daimler Benz den Auftrag die 5 Panzertürme und Bugpanzer die von der Ausführung B, wegen der Verwendung der Fahrgestelle als 0-Serien Sturmgeschütze, übrig geblieben sind auf Fahrgestell der Ausführung D zu setzen. Dies erfolgte, wegen der Priorität der Ausführung E, F und G erst im Oktober 1940 und wurden als Nachlieferung 2./Z.W. bezeichnet.

Währen des Polenfeldzuges wurden 24 Panzer III der Ausführung A-D vernichtet, von der Ausführung E, die ebenfalls eingesetzt wurde, scheint keiner nachhaltig beschädigt worden zu sein.

Aufgrund der geringen Panzerung wurden die Restlichen Panzer der Ausführung A-D im Februar 40 aus der Kämpfenden Truppe herausgezogen und dem Ersatzheer zugeführt.

Doch erst mit der Ausführung E hatte man eine Konzeption gefunden, die für die Truppe annehmbar war. Am 27.9.1939 wurde im Heeresverordnungsblatt der Panzerkampfwagen III (Sd.Kfz. 141) für einführungs- und beschaffungsreif erklärt. Nun erst setzte der Großserienbau ein, vorerst bei den Firmen MAN und Daimler-Benz. Von der Ausführung E wurden 96 Fahrzeuge gebaut.

Die Panzerkampfwagen III Ausführung E wich in vielen Dingen von den vorhergehenden Ausführungen ab.
Einiger dieser Neuerungen wurden von In 6 angeregt jedoch die weitreichendste Neuerung wurde von Dipl.-Ing. Kniepkamp (WaPrw 6) injiziert. Er wollte ein Fahrgestell das fast 70 km/h erreichte. 
Die Neuerungen in der Ausführung E waren:
Maybach HL 120 TR Motor mit zwei Steuerwellenmagnetzündern das war ein Aufgebohrter HL 108 TR und hatte in dieser Form 265 PS bei 2600 U/min anstatt 230 PS beim HL 108 TR. Das ergab eine PS/Gewichts Verhältnis von 14 PS/t (10PS/t ist ausreichend, 20 PS/t ist das Optimum).
10-Gang Variorex-Schaltgetriebe. Das 10 Gang-Schaltgetriebe wurde auf Anregung von Herr Kniepkamp gefordert um eine Geschwindigkeit von 70 km/h zu erreichen. In 6 verlangte ein halbautomatisches Getriebe um unerfahrene Fahrer zu unterstützen und die Ermüdung der Fahrer zu reduzieren. Dieses Getriebe war die Ursache ständiger Probleme mit dem Antriebsstrang.
Geschmierte-Gepolsterte Ketten. Solche Ketten benötigt man um eine Geschwindigkeit von 70 km/h zu erreichen ebenso verringern sie die Beschädigung der Straßen.
6 Rollen Laufwerk mit Drehstabfederung. Man hat herausgefunden dass eine Aufhängung mit Rollenwagen, wie bei der Ausf. B-D, beim Überwinden von Hindernissen zwar besser war aber für eine ruhigere Fahrt und für eine Stabilere Waffenplattform im Gelände eine unabhängige Aufhängung besser ist. Außerdem haben Laufräder mit einem größeren Durchmesser weniger Verschleiß und einen geringeren Rollwiderstand.
Gekürzte Ketten-Auflagelänge und erhöhter Spurweite. Die optimale Beweglichkeit ist gegeben bei einem Kettenauflagelänge/Spurweite Verhältnis von 1:1 hier erreichte man ein Verhältnis von 1:1,230mm 
oberflächengehärtete Panzerung für Vorderplatte: Die Frontpanzerung sollte Sicher sein gegen Beschuss der 25mm PAK aus einer Entfernung vom mehr als 500m unter einem Auftreffwinkel von 30° sowie Bug und Seitenpanzerung sicher gegen 2cm Pak auf alle Entfernungen bei einem Auftreffwinkel von 30° und bei einem Auftreffwinkel von 0° auf eine Entfernung von 400 m. 

Bei der Erprobung 1938 stellte sich heraus dass bei den geschmierten Ketten wegen des Gewichts der Gummipolster diese bei höherer Geschwindigkeit herausfallen außerdem verschließen die Laufräder bei höherer Geschwindigkeit sehr schnell deshalb wurde die Geschwindigkeit von 70km/h auf 40 km/h herabgesetzt (Reguliert). Aus diesen Gründen wurde die gepolsterte Kette durch die normale ungeschmierte Kette Typ Kgs. 6111/380/120 ersetzt. 

Von der Ausführung E wurden 96 Panzer (41 Daimler Benz, 55 M.A.N) und 45 Panzerbefehlswagen (alle Daimler Benz) produziert. Die Produktion setzte Ende 1938 und war im Herbst 39 beendet.

Nach dem Frankreich-Feldzug wurden 52 Fahrzeuge mit einer Tiefwat-Einrichtung bis zu einer Tiefe von 3,96 m versehen. Sie waren für die Operation „Seelöwe“, die geplante Besetzung der englischen Insel, vorgesehen. Da diese nicht stattfand, gingen die meisten an die 18. Panzer-Division, wo sie bei der Überquerung der vielen russischen Flüsse wertvolle Dienste leisteten.

Panzerung:
Wanne

Platte
 
Stärke in mm
 
Neigung in °
 
obere Stirnwand
 
25
 
3
 
vordere Stirnwand
 
30
 
38
 
Stirnwand
 
30
 
69
 
untere Stirnwand
 
25
 
15
 
Seitenwand
 
30
 
90
 
obere Rückwand
 
20
 
80
 
untere Rückwand
 
20
 
25
 
Boden
 
16
 
0
 


Bugpanzer:

Platte
 
Stärke in mm
 
Neigung in °
 
Stirnwand
 
30
 
81
 
Seitenwand
 
30
 
90
 
Decke
 
16
 
0
 


Heckpanzer:

Platte
 
Stärke in mm
 
Neigung in °
 
Decke vorderer Teil
 
16
 
3
 
Decke hintererTeil
 
16
 
15
 
Seitenwand
 
30
 
90
 
Rückwand
 
30
 
60
 


Turm:

Platte
 
Stärke in mm
 
Neigung in °
 
Stirnwand
 
30
 
75
 
Walzenblende
 
30
 
rund
 
Seitenwand
 
30
 
65
 
Rückwand
 
30
 
65 und 90 rund
 
Decke
 
10
 
0 und 7
 
Kommandantenkuppel
 
30
 
tonnenförmig mit Seheinätze
 



Bewaffnung: Der Bordfunker bediente ein MG 34 das in einer Kugelblende 30-9° montiert war hatte aber sonst keine Sichtmöglichkeiten. Im Turm war die 3,7 cm Kw.K. und zwei MG gelagert. An Munition führte er 125 Granaten für die Kw.K und 4500 Schuss MG Munition (60 Trommelmagazine mit je 75 Schuss) mit.

 

Die Panzerkampfwagen III Ausführung F erhielt wiederum eine geänderte Kommandantenkuppel, ansonsten wurden nur geringfügige Verbesserungen vorgenommen, wie beispielsweise die Hutzen zur Belüftung der Planeten-Lenkgetriebe. Außerdem erhielten die Panzer den verbesserten Maybach-Motor HL 120 TR-Motor, der auch alle weiteren Ausführungen antrieb. Dieser verfügte gegenüber dem Vorgänger über einen Schnappermagnetzünder. Insgesamt wurden 435 vom September 1939 bis Juli 1940 gebaut, davon 75 - 96 Stück mit der 5-cm Kanone.

Für die Panzerkampfwagen III Ausführung G war erst die 3,7cm-KwK vorgesehen, doch dies wurde schnell geändert, und alle Fahrzeuge erhielten eine stärkere Panzerung als auch die neue 5-cm-KwK L/42. Viele Fahrzeuge der E- und F-Ausführung wurden später damit nachgerüstet. Die neue Kommandantenkuppel hatte einen zweiteiligen Deckel und fünf Sehschlitze, die mittels eines Schiebers teilweise oder ganz geschlossen werden konnten. 594 Stück wurden 1940 - 41 gefertigt, sechs Fahrgestelle wurden zur Fertigung des Sturmgeschützes StuG III Ausf. A verwandt.

Alle Modelle der Ausführungen A-G verwendeten die 360 mm breite Gleiskette Typ Kgs 6100/38/99 mit 99 Gliedern.

Zeitlich kommt nun der Panzerkampfwagen III (FAMO) der Firma Fahrzeug und Motorenbau GmbH Breslau, die umfangreiche Erfahrungen mit dem Schachtellaufwerk der 18-t-Zugkraftwagen hatte. Sie bauten mindestens einen Prototyp, der ein Schachtellaufwerk mit je 6 Laufrädern an jeder Seite mit Drehstabfederung besaß und eine 400 mm breite Kette nutzte. Weitere Vereinheitlichungen mit dem Panzerkampfwagen IV waren geplant und sollten die Instandsetzung, Wartung, Ausbildung, Produktion usw. vereinfachen. Aus nicht näher bekannten Gründen blieb es bei dem einen Fahrzeug.

Im Herbst 1940 begann die Produktion der Panzerkampfwagen III Ausführung H. Sie besaß einen verbesserten Turm sowie eine Zusatzpanzerung von 30 mm an der Wannenfront und der Fahrerfront. Dadurch stieg das Gewicht auf 21,6 t, was durch neue, 400 mm breite Ketten (Typ Kgs 61/400/120; 93 Glieder; 700 kg) und verstärkte Drehstäbe kompensiert wurde. Sie hatte einige Neuigkeiten, wie neue Leit- und Kettenräder und das neue ZF SSG 77 Sechsganggetriebe. Es wurden 308 Stück hergestellt.

Die ab März 1941 gebaute Panzerkampfwagen III Ausführung J hatte an der Wanne und am Heck eine auf 50 mm verstärkte Panzerung, das Bug-MG war hinter der neuen Kugelblende 50 verborgen. An der Turmrückwand wurde ein Gepäckkasten zur Unterbringung von Mannschaftsgepäck angeschraubt. Ab Januar 1942 wurden die letzten 1.067 der insgesamt 1.549 gebauten Fahrzeuge mit der neuen 5-cm-KwK 39 L/60 ausgestattet.

Erkenntnisse an der Front führten dann zur Panzerkampfwagen III Ausführung L. Diese Fahrzeuge hatten einen 20 mm starken Vorpanzer vor der Fahrerfront und an der Walzenblende. Das Gewicht stieg auf 22,3 t. Im Laufe der Produktion entfielen die seitlichen Notausstiegsluken an der Wanne. Insgesamt wurden 650 Fahrzeuge gebaut.

Die Panzerkampfwagen III Ausführung M  waren weiter vereinfachte L-Modelle. U.a. wurde die Auspuffanlage verändert. Im März 1943 wurde eine Anzahl dieser Fahrzeuge mit  Schürzen ausgestattet, die den Turm und die seitlichen Flächen vor Hohlladungsgranaten schützen sollten. Diese waren aus 5 mm starken Panzerblech hergestellt. Mit Schürzen waren die Panzer 3.410 mm breit. 250 Exemplare wurden gebaut, die auch über eine Tief-Wat-Einrichtung verfügten.

Da der Mangel an Wolfram für die Munition die Leistung der 5-cm-Kanonen stark einschränkte, entschloß man sich zur Umbewaffnung mit der »kurzen« 7,5-cm-KwK 37 L/24. Sie stand aus der Umrüstung der Panzerkampfwagen IV auf »lange« 7,5-cm-Kanonen in ausreichender Menge zur Verfügung. Diese 490 kg schwere Kanone, die eine Rohrlänge von 1.767 mm besaß, konnte außer der bei der Infanterie sehr wirksamen 5,75 kg schweren Sprenggranate 34 auch die 4,8 kg wiegende Hohlladungsgranate 38 C verschießen, die unabhängig von der Entfernung 75-mm-Panzerung durchschlug. Die 6,8 kg schwere Panzergranate rot erreichte bei 500 m nur eine Durchschlagsfähigkeit von 38 mm. Für die Größe und den Rückstoß einer 7,5-cm-Waffe mit größerer Kaliberlänge war der Turmkranz des Panzerkampfwagens III zu klein.

Es wurden 450 Fahrzeuge der L-Serie und später auch 215 des M-Musters auf diese Waffe umgerüstet. Die Frontpanzerung des 2,45 t schweren Turmes war hier auf 57 mm verstärkt worden. Der Munitionsvorrat bei dem nunmehrigen Panzerkampfwagen III Ausführung N betrug 64 Schuß. Durch das auf 23 t erhöhte Gewicht stieg aber der Bodendruck auf 1 kg/cm². Durch Änderungen am Turm, vorwiegend an der Kommandanten-kuppel, war die Höhe des Fahrzeuges inzwischen auf 2.500 mm angestiegen.

Die nachträgliche Ausrüstung früherer Modellreihen mit 5-cm- oder 7,5-cm-KwK bzw. mit verstärkten Panzerungen macht eine Zuordnung von Fahrzeugen zu konkreten Ausführungen oft schwierig, wenn nicht unmöglich. Dazu kamen noch die Improvisationen der Feldinstandsetzungseinheiten, so daß Fahrzeuge oft Merkmale verschiedenster Ausführungen zeigen.

Daneben gab es noch die so genannte Ostkette, die eingeführt wurde, um im Winter und in den Schlammperioden in Rußland beweglich zu bleiben. Sie trug ca. 30 cm lange seitliche Greifer und wog ca. 1.350 kg, wobei sie bei seitlicher Belastung schnell ablief und dann durch ihr hohes Gewicht und die verbogenen Kettenbolzen nur schwer wieder aufzuziehen war.

 Noch einige Anmerkungen zu den verwendeten Bordsprech- und Funkanlagen:

Als Funkanlage verfügten alle Ausführungen über den Funkgerätesatz FuG 5, welches aus einem 10-Watt-Sender und dem 1940 eingeführten UKW-Empfänger UKW.E.c1, später UKW.E.e oder UKW.E.h bestand. Alle Panzer III hatten außerdem bis 1942/43 eine abklappbare 2-m-Stabantenne an der rechten Fahrzeugseite.

Alle Fahrzeuge, die zwischen 1936 und 1940 produziert wurden, verfügten über Bordsprechanlagen ohne Verstärker. Kommandant, Fahrer und Funker verfügten über Kehlkopfmikrofone (Kmf. a). Ab 1940 wurden die Anlagen auf Verstärkung umgebaut und erhielten den Zusatz „Z“. Ab 1942 wurde die verbesserte Anlage Typ 20 eingebaut, bei der nun alle über ein Kehlkopfmikrofon verfügten. Die Panzerbefehlswagen dagegen waren mit der Bordsprechanlage Typ 11 ausgestattet, bei der von Anfang an jedes Besatzungsmitglied über ein Kehlkopfmikrofon verfügte.

Als die Produktion des Panzerkampfwagens III nach über 6.000 hergestellten Exemplaren 1943 auslief, war er als Kampfpanzer weitgehend nutzlos geworden, da seine Bewaffnung und Panzerung in einem Kampf gegen die modernen alliierten oder sowjetischen Panzer keinen Erfolg mehr versprach. Mit seiner 7,5-cm-Waffe war er zwar noch von gewissem Nutzen bei der Infanterie-Unterstützung, aber die Absetzung seiner Produktion war trotzdem ein folgerichtiger Entschluß. Aber bis dahin hatte er sich von seiner Konstruktion und Anlage her als ausgezeichnetes Kampfgerät erwiesen. Außerdem bildete er die Grundlage für das StuG III, das weiterhin produziert wurde  und eine ganze Reihe weiterer Sfl und Aufbauten:

Vom Panzer III wurden verschiedene Panzerbefehlswagen in den Ausführungen D1, E, H und K mit zusammen 435 Stück geliefert. Sie alle verfügten über die Funkgerätesätze FuG 2 und FuG 6 mit einer Rahmenantenne auf dem Fahrzeugheck und je einer 1,4-m-Stabantenne vorn rechts und in der Mitte. Außerdem war der Turm nicht mehr schwenkbar, sondern mit Bolzen festgesetzt. Auch das Bug-MG fiel weg.

Die Fahrzeuge der Ausführung D 1, früher Ausführung A, waren nur mit zwei MG 34 bewaffnet, die KwK war als Holzattrappe ausgestaltet worden, um mehr Platz für die Funkgeräte zu schaffen. Gleiches gilt für die Fahrzeuge der Ausführung E, früher Ausführung B, und die Fahrzeuge der Ausführung H, früher Ausführung C. Die Fahrzeuge der Ausführung K erhielten die 5-cm-KwK 39 als Hauptbewaffnung, die Rahmenantenne wurde durch eine Stabantenne ersetzt.

Der Panzer-Beobachtungswagen war eine Abart der Panzer III mit einer Sonderausstattung an Beobachtungs- und Fernmeldegerät. Die Fahrzeuge waren mit je einem 30-W-Mittelwellensender und -Empfänger (FuG 8), einem Mittelwellenempfänger (FuG 4), einem Funksprechgerät (Fu.Sp. f), einer Bordsprechanlage und einem Tornisterfunkgerät (Torn.Fu g) ausgestattet. Ansonsten entsprachen sie der Ausführung Panzerbefehlswagen H oder K.

Sowohl im Panzerbefehlswagen als auch im Panzer-Beobachtungswagen waren je 2 Funker an Bord, um die Empfangs- und Sendeanlagen zu bedienen.

Einen Sonderauftrag, 100 Panzer III mit Flammenwerfern auszurüsten, erhielt die Firma Wegmann in Kassel. Für den Flammenwerfer, der eine Reichweite von 35 m besaß, wurden 1.000 l Flammöl mitgeführt, die 70 bis 80 Feuerstöße ermöglichten. Für den Antrieb des Pumpenaggregates wurde ein DKW-Zweitaktmotor verwendet. Die für den Kampf um Stalingrad vorgesehenen Panzer wurden aber erst Anfang Juli 1943 bei der Panzerschlacht um Kursk eingesetzt oder wegen der schlechten Erfahrungen wieder mit ihren KwK ausgestattet.

Ab Juli 1940 wurden 168 Fahrzeuge der Typen F, G und H zu Tauchpanzern umgebaut, die man bei der geplanten Invasion gegen England einsetzen wollte. Die Tauchtiefe betrug 15 m, Frischluft wurde durch einen 18 m langen Schlauch von 20 cm Durchmesser zugeführt. Die abgebrochenen Versuche wurden im Frühjahr 1941 mit einem 3,5 m hohen Schnorchel wieder aufgenommen.

Am 22. Juni 1941 wurde eine Anzahl dieser Panzer bei der 18. Panzer-Division eingesetzt - sie überwanden den Bug bei Patulin ohne Brückenschlag.

Ab Juli1944 wurden reparierte Panzer III als Berge-Panzer ausgeliefert. Anstelle des Turmes trugen sie einen Kastenaufbau. Kleine Serien gab es vom Pionier-Panzer, der ohne Drehturm ausgeliefert wurde und ein Schnellbrückengerät an der Wanne mitführte. Auch der Munitionsschlepper III wurde ohne Drehturm ausgeliefert. Prototypen waren der Minenräum-Panzer mit einer beträchtlichen Bodenfreiheit, um den Explosionsdruck hochgehender Minen zu kompensieren, und der Umbau zu einem Schienenfahrzeug, welches auf Schienen eine Geschwindigkeit bis zu 100 km/h erreichte. Es wurden nur wenige Einheiten gebaut und zur Zugsicherung in Partisanengebieten eingesetzt. Nach den Erfahrungen des Ostfeldzuges wurden während der Schlammperioden beschädigte Panzer III, denen der Turm abgenommen wurde, zu Schleppern umgebaut. Der Aufbau wurde mit einer hölzernen Ladepritsche versehen. Ebenfalls zur Unterstützung der Panzereinheiten wurde den Instandsetzungstrupps Panzer III - Fahrgestelle zur Verfügung gestellt. Diese waren oben offen und mit einer Zeltplane geschützt.

Der Fahrschulpanzer III kam nur langsam zu den Ausbildungseinheiten. Naturgemäß waren es zunächst die älteren Baureihen des Panzerkampfwagens III mit dem Fünf- und dem Achtrollenlaufwerk, die als Einzelexemplare in den Panzerersatz- und Ausbildungsabteilungen auftauchen.   Es folgten die moderneren Ausführungen E bis J, die teilweise ein sehr unterschiedliches Äußeres zeigten.  In der Regel war, um Gewicht einzusparen, der Turm entfernt worden. Vorliegende Abbildungen, auch von Kampfwagen mit Schachtellaufwerk (FAMO), lassen die Schlußfolgerung zu, daß das nicht immer der Fall gewesen ist.  Fahrschulpanzer III ohne Turm gab es mit dem Panzerkastenaufbau, teilweise mit zusätzlichen Anbauten und ohne diesen (Fahrschulwanne).  Fahrschulpanzer III sind auch mit Holzgasgeneratoren oder mit einem Propan-Butan-Gasgemisch aus Gasflaschen betrieben worden.  Erstere wurden am Fahrzeugheck, letztere in besonderen Halterungen auf der Deckenpanzerung mitgeführt.  Entsprechend der Fahrzeugausstattung ihrer Frontverbände waren Fahrschulpanzer III vor allem in Panzer-, Panzerjäger-, Sturmgeschützersatz- und Ausbildungsabteilungen anzutreffen.

Vom Panzer III gab es bei Kriegsausbruch 98 Stück, im Polenfeldzug gingen 26 Fahrzeuge verloren, bei der »Weserübung«, der Besetzung Dänemarks und Norwegens, fielen weitere sechs Fahrzeuge aus.

Am 1. Mai 1940, kurz vor dem Feldzug gegen Frankreich, betrug der Bestand 381 Fahrzeuge - während der Kämpfe verlor die Truppe dann 135 Stück.

Die Produktion der Panzer III während des Zweiten Weltkriegs bis Anfang Januar 1945:

 

1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945

Pz. III mit 3,7-cm-KwK

157 396 -

-

- - -

Pz. III mit 5-cm-KwK L/42

- 466 1 649

251

- - -

Pz. III mit 5-cm-KwK L/60

- - 64

1 907

22 - -

Pz. III mit 7,5-cm-KwK L/24

- - -

449

213 - -

Pz. III mit Flammenwerfer

- - -

-

100 - -

Berge-Panzer III

- - - - - 150 -

Beobachtungspanzer III

- - - - 225 43 -

Tauch-Panzer III

- 168 - - - - -

 

Für die Waffen mit 3,7 und 5 cm wurden während des Krieges bis zum März 1945 folgende Munitionsmengen in 1.000 Schuß produziert:

 

1939 1940 1941 1942 1943

3,7-cm-Spreng-u. Panzergranate

1.144,0

955,2

197,2

-

-

3,7-cm-Panzergranate 40

-

318,5

16,4

42,0

-

5-cm-Sprenggranate 38

-

188,5

2.681,5

17,3

-

5-cm-Panzergranate 39

-

234,1

1.869,8

674,2

-

5-cm-Panzergranate 40 -

-

643,5

227,0

-

Diese 5-cm-Granaten, deren Fertigung im Juli 1942 eingestellt wurde, gehören zur KwK L/42. Im März befanden sich in den Beständen noch 756.400 Spreng- und 700.100 Panzergranaten. Für die L/60, die »5-cm-lang«, wurde die Munition seit März 1942 aus der Fertigung der Panzerabwehrgeschütze in folgenden Mengen (in 1.000 Schuß) entnommen:

Bezeichnung 1942 1943 1944 1945
5-cm-Sprenggranate 38 753,8 1.138,7 684,8 11,3
5-cm-Panzergranate 39 644,5 1.186,6 410,1 28,7
5-cm-Panzergranate 40 184,6 135,9 - -

Die Bestände im März 1945 betrugen hier 645.900 Spreng- und 310.500 Panzergranaten.

Im März 1945 waren noch folgende Panzer III vorhanden:

Bezeichnung Stück
Panzer III mit 5-cm-KwK L/42 216
Panzer III mit 5-cm-KwK L/60 113
Panzer III mit 7,5-cm-KwK L/24 205
Beobachtungs-Panzer III 70
Befehls-Panzer III 4
Berge-Panzer III 130

Von den ersten vier Positionen befanden sich 328 Stück beim Ersatzheer, 105 waren zur Schulung abgestellt, und die 164, die bei der Fronttruppe standen, schlüsselten sich wie folgt auf:

Ostfront 16
Westfront -
Italien 58
Dänemark/Norwegen 90

 

Besten Dank an Steffen Dillmann für den tollen Artikel.