Flakgeschütze deutscher Zerstörer

 

Ab 1935 wurde die 2-cm-Flak C/30 auf den Überwassereinheiten der Kriegsmarine eingeführt. Sie war in der Sockellafette C/30 eingebettet und mußte von Hand höhen- und seitengerichtet werden. Ein Schutzschild für diese Waffe wurde erst 1942 eingeführt. Die v0 betrug 835 m/Sek., die Rohrlänge 1.300 mm. Die maximale Reichweite betrug horizontal maximal 4.800 m, die maximale Steighöhe 3.700 m. Das Gesamtgewicht betrug 400 kg, die maximale Schußfolge betrug 120 Schuß/Min.

Ab 1940 stand die verbesserte 2-cm-Flak C/38 zum Einsatz bereit. Sie unterschied sich von ihrer Vorgängerin durch ihre gesteigerte Feuergeschwindigkeit. Die Munition wurde in 20- bzw. 40-Schuß-Magazinen zugeführt. Ein Schutzschild wurde erst später eingeführt, ab 1944 stand die Waffe auch in der Doppellafette LM-44 mit Schutzschild zur Verfügung. Die v0 betrug 835 m/Sek., die Rohrlänge 1.300 mm und die maximale Reichweite horizontal 4.800 m. Die maximale Steighöhe betrug 3.700 m.

Eine von Rheinmetall und Mauser entwickelte Waffe war die 2-cm-Flak C/38 in Vierlingslafette C/38. Die Waffe hatte eine extrem hohe Schußfolge von 720 - 780 Schuß/min, was die Waffe äußerst erfolgreich machte. Das Gesamtgewicht betrug 2.180 kg. Der ursprünglichen Version fehlte noch der Schutzschild, gegen Ende des Krieges wurde das Funkmeßortungsgerät (FuMo) »Rettin« als Schießradar erprobt. Es war zwischen den Rohren montiert.

Ab 1935 wurde bei den Zerstörern der Kriegsmarine die 3,7-cm-SK C/30 auf Doppellafette C/30 installiert. Die Waffe war eine in drei Bewegungsebenen kreiselstabilisierte Flugabwehrwaffe mit einer außergewöhnlich hohen v0 von 1000 m/Sek. Da das Geschütz ohne Schutzschild ausgeliefert wurde, waren die 5 Mann Bedienung schutzlos dem Wetter und feindlichen Geschossen ausgesetzt. Die zu geringe Schußfolge von maximal 2 x 60 Schuß in der Minute machte diese Waffe im Krieg wenig effektiv gegen Fliegerangriffe. Die maximale Reichweite lag horizontal bei 8.500 m, die maximale Steighöhe 6.800 m. Das Gewicht dieser Kanone betrug 3.670 kg.

Als Weiterentwicklung der 3,7-cm-SK C/30 wurde die 3,7-cm-Flak M 42 entwickelt. Zur Steigerung der Schußfolge wurde die Munition jetzt in 6-Schuß-Magazinen zugeführt, was eine Kadenz von ca. 160 Schuß/Minute ermöglichte. Zur Erhöhung der Treffergenauigkeit war das Geschütz für den vollautomatischen Betrieb ausgelegt. Neu war ebenfalls der sowohl bei der Einzel- und bei der Zwillingslafette angebrachte Schutzschild. Durch Engpässen in der Kriegswirtschaft wurden nur wenige 3,7-cm-Flak M 42 gefertigt. Die v0 sank auf 845 m/Sek., die maximale Reichweite betrug horizontal 6.600 m, die maximale Steighöhe 4900 m. Die Einzellafette wog 1.350 kg, die Doppellafette 1.750 kg.

Zur weiteren Vereinheitlichung der Waffen von Heer, Luftwaffe und Marine wurde aus der 3,7-cm-Flak 36 des Heeres die 3,7-cm-Flak M 43, auch Gerät 341 genannt, entwickelt und bei Rheinmetall gebaut. Die ab 1943 frontreife Waffe wurde für den Einsatz auf Schiffen in der dreiachsig stabilisierten Doppellafette LM-42 eingesetzt. Die Bedienung fand hinter einem splittersicheren Schutzschild Deckung. Der Vorteil dieser Waffe lag bei der vollautomatischen Auslegung und bei der hohen Schußfolge von etwa 180 Schuß/Min. bei einer v0 von 872 m/Sek. Die Munition wurde in 8-Schuß-Magazinen zugeführt. Die maximale Reichweite lag horizontal bei 6.600 m, die maximale Steighöhe 4.800 m. Die Kanone hatte ein Gesamtgewicht von 2.780 kg.   

Als Nachfolgemodel der nicht in Serie produzierten 5-cm-Flak 41 des Heeres war von Rheinmetall die 5,5-cm-Flak (Gerät 58) entwickelt worden. Nachdem auch die Kriegsmarine, vor allem zur effektiveren Bekämpfung der immer zahlreicher auftretenden Tiefflieger, ihr Interesse bekundet hatte, wurden auf »Z 29« die ersten zwei Versuchswaffen montiert. Der Einbau ist aber nicht mehr komplett abgeschlossen worden. Die als Gasdrucklader ausgelegte Einzellafette mit funkmeßgesteuertem Seiten- und Höhenantrieb war überwiegend aus Blechprägeteilen gefertigt. Eine ihrer besonderen Vorzüge war die hohe v0 von 1.050 m/Sek. Die Munition wurde in 4-Schuß-Magazinen zugeführt. Das Gesamtgewicht betrug etwa 3.000 kg, die Rohrlänge 4.211 mm. Die maximale Reichweite betrug horizontal maximal 13.000 m, die maximale Steighöhe 10.000 m. Die größte Schußfolge betrug 120 - 140 Schuß/min.