Zerstörer Z 43

 

Zerstörertyp:
Der Zerstörer Z 43 war ein Zerstörer des Typs 36 B (Mob)

Namensgebung:
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Morsename: ZU

Flaggenname: 143 (bis Juli 1944) 133 (ab Juli 1943)

Friedenskennung: -

Schiffsdaten:

Kiellegung: 1. Mai 1942

Stapellauf: September 1943

Bauwerft: Deschimag-Werke, Bremen

Besatzung: 331 Mann

Baukosten: 13,7 Millionen Reichsmark

Verdrängung: 2.519 ts offiziell, 3.542 ts maximal

Länge über alles: 127 m

Breite: 12 m

Tiefgang: 3,83 m

Maschinenanlage: 6 Dampfkessel Bauart Wagner-Deschimag; 2 Deschimag-Getriebeturbinen

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 70.000 WPS

Höchstgeschwindigkeit: 36 kn

Fahrbereich: 2.950 sm bei 19 kn

Bennstoffvorrat: 786 t

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: 5 × 15-cm-L/50 Tk C/36 in Einzellafetten

Flak: 4, später 8 × 3,7-cm-L/83 FlaMK C/30 in Doppellafetten 12, später 24 × 2-cm-L/65-Fla-MK C/30 (Anfangs in 6 Doppellafetten, später in Doppel- und Vierlingslafetten)

Torpedos: 8 x 53,3-cm Torpedorohre in zwei Vierlingssätzen mit insgesamt 12 Torpedos

Wasserbomben: Vier Ablauframpen im Heck

Minen: max. 60 Minen

Ortungsgeräte:

1 GHG (Gruppen-Horchgerät), 1 Atlas-Echolot, 1 um 160° schwenkbares Sonar, 1 FuMO 21 (GEMA FMG 39 G), 1 Feuerleit-Radar für Artillerie, 2 Funkmess-Beobachtungsgeräte (FuMB), 1 Feuerleitradar für die Flak

Kommandanten:

31. Mai 1944 Kapitän zur See Arthur Wenninger

5. April 1945 Fregattenkapitän Carl Heinrich Lampe

 

Beschreibung des Bootes:

Anstrich einschließlich der Schornsteinkappen hellgrau mit durchgehender MES-Leiste an Backbord und Steuerbord. Als besondere Kennzeichen ab Herbst 1944 an den Seitenwänden der Brücke aufgemalt abwärts springender Jaguar. Am achternen Schornstein keine Scheinwerferplattform. FuMB-Antennen am vorderen Dreibeinmast. Breite FuMO 25-Antenne auf der Brücke.

Lebenslauf:

Der Zerstörer "Z 43" wurde am 24. März 1944 in Dienst gestellt und der 6. Zerstörerflottille zugeteilt. Nach Probefahrten war der Zerstörer am 17. Oktober 1944 eingeschränkt einsatzbereit. Am 31. Oktober führte das Boot zusammen mit der 6. Zerstörer-Flottille Flottillenübungen in der Ostsee durch. Am 1. November lief "Z 43" nach Beendigung der Übungen Gotenhafen an. Am 14. und15. November nahm das Boot erneut an Übungen der 6. Zerstörer-Flottille teil. Am 19. November lief "Z 43" mit einer deutschen Kampfgruppe um die Kreuzer "Prinz Eugen" und "Admiral Scheer" zur Unterstützung der Heereseinheiten auf der Ostseeinsel Sworbe aus. Der Verband beschoß russische Stellungen und Einheiten, welche auf Sworbe auf dem Vormarsch waren. Am 22. November lief "Z 43" in Gotenhafen ein, um hier Brennstoff und Munition zu ergänzen. Am 23. November lief das Boot wieder nach Sworbe Am 25. November kehrte das Boot nach Gotenhafen zurück. Am 9. Dezember liefen "Z 35", "Z 36", "Z 43", "T 23" und "T 28" von Gotenhafen zu einer Minenunternehmung im Finnischen Meerbusen aus. Zur Minenübernahme lief die Gruppe zunächst nach Libau bzw. Riga oder Reval. Am 11. Dezember lief die Gruppe schließlich zum Werfen der Minensperre im westlichen Finnbusen aus. Dabei geriet die Gruppe in ein Minenfeld. Dabei wurden "Z 35" und "Z 36" durch Minen versenkt. Die verbleibenden Boote brachen die Unternehmung ab und liefen nach Gotenhafen zurück. Ab dem 14. Dezember war "Z 43" wegen leichter schiffbaulicher Schäden und wegen des Austausches von Rücklaufbremsen der 12,7-cm Geschütze mehrere Tage nicht einsatzbereit. Am 17. Dezember war das Boot wieder voll einsatzbereit. Am 29. Dezember 1944 wurde "Z 43" in Gotenhafen zum Einbau eines S-Gerät-Hüllkörpers eingedockt.

Am 16. Januar 1945 liefen "Z 43", "Z 25" und "T 4" in die Danziger Bucht zu U-Boot-Abwehrübungen aus. Diese endeten am folgenden Tag. Am 18. Januar geleiteten "Z 43" und "Z 25" die Transporter "Preußen", "Malgache", "Bukarest" und "Wolta" nach Libau, das am 19. Januar 1945 erreicht wurde. Am folgenden Tag geleiteten die zwei Zerstörer die Transporter "Renate", "Bukarest", "Marburg" und "MRS 11" zurück nach Gotenhafen, das am folgenden Tag erreicht wurde. Für "Z 43" folgten in den folgenden Wochen weitere Geleite zwischen Gotenhafen und Libau. Am 20. Februar 1945 stieg in Gotenhafen der F.d.Z. ein. Am 22. Februar liefen "Z 43" mit "T 35" nach Pillau, um von dort aus am folgenden Tag zum Landzielbeschuß an der Samland-Küste eingesetzt zu werden. Am gleichen Tag stieg der F.d.Z. von "Z 43" auf "Z 25" über. Am 23. Februar ankerten "Z 43" und "T 35" in dichtem Nebel um 2.07 Uhr vor Pillau. Um 9.15 Uhr wurden die befohlenen Zielräume mit 500 Schuß der 12,7-cm Geschütze beschossen. Von Peyse über den Achtersteven auf neue Feuerstellung geschleppt. Der Einsatz war dringend zum Freischießen der Landverbindung nach Königsberg. Am Abend kehrten die beide Boote mit 1.100 Flüchtlingen nach Gotenhafen zurück. Am 26. Februar geleiteten "Z 25", "Z 43" und "T 8" das mit Flüchtlingen voll besetzte Fahrgastschiff "Hamburg" von Gotenhafen nach Saßnitz, wo das Geleit am 27. Februar ankamen. Anschließend übernahmen die Boote den Flak-Schutz für das Flüchtlingsschiff. Im Anschloß kehrte "Z 43" nach Gotenhafen zurück. Am 6. März 1945 lief der schwere Kreuzer "Lützow" und "Admiral Scheer" im Geleit von "Z 43" und "Z 34" sowie "T 33" und "T 23" von Gotenhafen in die westliche Ostsee aus. Der Verband lief am 7. März in Swinemünde ein. Am 8. März verlegte "Z 43" nach Kolberg. Dort beschoß das Boot am 9. März Landziele und übernahm den Flak-Schutz für die im Hafen liegende Flüchtlingsschiffe. Am 15. März wurde der Zerstörer durch "Z 34" abgelöst und lief zur Brennstoff- und Munitionsergänzung zurück nach Swinemünde. Am 17. März kehrte "Z 43" nach Kolberg zurück und nahm hier erneut den Beschuß von Landzielen auf. Am 18. März nahm "Z 43" letzte Truppenteile in Kolberg an Bord, die am folgenden Tag in Swinemünde an Land gesetzt wurden. Am 21. März lief "Z 43" dann nach Gotenhafen, von wo es an der Sicherung der schweren Kreuzer "Lützow" und "Prinz Eugen" bei deren Einsatz zur Einsatz zur Landzielbeschießung eingesetzt wurde. Dabei beschoß auch "Z 43" erneut russische Stellungen. Am 28. März kehrte der Zerstörer nach Gotenhafen zurück, um hier den Flakschutz zu übernehmen. Am 30. März bekämpfte "Z 34" erneut Landziele, ebenso an den Folgetagen. Am 9. April 1945 wurde das Boot durch einen Luftangriff durch einen Nahtreffer beschädigt, das 1. Geschütz fiel dabei aus. Der Zerstörer mußte nach Warnemünde geschleppt werden, das am 12. April erreicht wurde. Am 13. April wurde "Z 43" in die Neptun-Werft nach Rostock verlegt. Am 1. Mai kam "Z 43" nach Warnemünde, ohne wieder einsatzfähig zu sein. Am 3. Mai marschierte der Zerstörer in die Geltinger Bucht, wo er abends von der eigenen Besatzung gesprengt und versenkt wurde.