Zerstörer Z 34

 

Zerstörertyp:
Der Zerstörer Z 34 war ein Zerstörer des Typs 36 A (Mob)

Namensgebung:
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Morsename: ZL

Flaggenname: 134 (bis Juli 1944) 124 (ab Juli 1943)

Friedenskennung: -

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 15. Januar 1941

Stapellauf: 5. Mai 1942

Indienststellung: 5. Juni 1943

Bauwerft: Deschimag-Werke, Bremen

Besatzung: 332 Mann

Baukosten: 13,7 Millionen Reichsmark

Verdrängung: 2.657 ts offiziell, 3.691 ts maximal

Länge über alles: 127 m

Breite: 12 m

Tiefgang: 3,92 m

Maschinenanlage: 6 Dampfkessel Bauart Wagner-Deschimag; 2 Deschimag-Getriebeturbinen

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 70.000 WPS

Höchstgeschwindigkeit: 36 - 38,5 kn

Fahrbereich: 2.950 sm bei 19 kn

Bennstoffvorrat: 812 t

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: 3 × 15-cm-L/50 Tk C/36 in Einzellafetten, 1 x 15-cm L/50 Tk C/36 in Zwillingslafette

Flak: 4 × 3,7-cm-L/83 FlaMK C/30 in Doppellafetten, 7 x 2-cm Flak

Torpedos: 8 x 53,3-cm Torpedorohre in zwei Vierlingssätzen mit insgesamt 12 Torpedos

Wasserbomben: Vier Ablauframpen im Heck

Minen: max. 60 Minen

Ortungsgeräte:

1 GHG (Gruppen-Horchgerät), 1 Atlas-Echolot, 1 um 160° schwenkbares Sonar, 1 FuMO 25 (GEMA FMG 39 G), 1 Feuerleit-Radar für Artillerie, 2 Funkmess-Beobachtungsgeräte (FuMB), 1 Feuerleitradar für die Flak

Kommandanten:

5. Juni 1943 Korvettenkapitän Karl Hetz

 

Beschreibung des Bootes:

Das Boot besaß eine hohe, vorne abgerundete Kappe auf dem vorderen Schornstein und eine Turmlafette mit zwei 15-cm Geschützen. Der Grundanstrich war hellgrau. Ab 1944 wurde eine weiße Bugwelle und eine Hecksee auf das Boot aufgemalt. Ab Dezember 1944 trug der Zerstörer ein FuMO 63 auf dem achternen Scheinwerferstand. Der Schraubensatz war vollständig verkleidet. Im Frühjahr 1945 wurde eine neue FuMO 25-Anlage mit breiter, rechteckiger Antenne auf der Brücke vor dem vorderen Mast eingebaut.

Lebenslauf:

Der Zerstörer "Z 34" wurde am 5. Juni 1943 in Bremen für die 4. Zerstörer-Flottille in Dienst gestellt. In den folgenden Wochen wurden Übungs- und Ausbildungsfahrten durchgeführt. Am 1. November verließ "Z 34" zusammen mit "Erich Steinbrinck" aus Kiel aus, um nach Norwegen zu verlegen. Am 6. November liefen die beiden Zerstörer in Tromsö ein, um am Abend zusammen mit "Z 38" nach Alta auszulaufen. Am Morgen des 7. November liefen die drei Boote in den Kaafjord ein und ankerten dort. Am 25. Dezember lief das Schlachtschiff "Scharnhorst" zusammen mit den Zerstörern "Z 33", "Z 34", "Z 38", "Z 29" und "Z 30" ins Nordmeer aus, um hier alliierte Geleitzüge abzufangen. Am 26. Dezember bildeten die Zerstörer einen Suchstreifen. Kurz nach Entlassen der Zerstörer traf die "Scharnhorst" auf die britischen Kreuzer "HMS Norfolk", "HMS Belfast" und "HMS Sheffield". Um 9.35 Uhr machten die Zerstörer kehrt, um der "Scharnhorst" beizustehen. Diese wurde durch die mit Radar schießenden Kreuzer beschädigt und brach das Gefecht ab. Die Zerstörer sammelten daraufhin und lief nach Norwegen zurück. gegen Abend wurde die "Scharnhorst" von überlegenen britischen Streitkräften gestellt und versenkt. Die Zerstörer liefen am 27. Dezember gegen 4.00 Uhr in den Altafjord ein.

In den ersten Wochen des Jahres 1944 fanden für "Z 34" keine Einsätze statt. Am 3. April wurde die im Alta-Fjord liegende "Tirpitz" durch britische Trägerflugzeuge angegriffen und schwer beschädigt. Nach dem Angriff übernahm "Z 34" den Flakschutz und unterstütze die Brandbekämpfung auf dem Schlachtschiff. Anschließend lag der Zerstörer wieder zur Sicherung der Tirpitz im Alta-Fjord, unterbrochen von einigen Übungen der 4. Zerstörer-Flottille. Am 17. Juli 1944 erfolgte ein weiterer britischer Angriff auf die Tirpitz. Während das Schlachtschiff unbeschädigt blieb, entstanden auf "Z 34" wegen Bordwaffenbeschußes leichte Beschädigungen. Am 31. Juli und 1. August führte die 4. Zerstörer-Flottille zusammen mit der "Tirpitz" im Nordmeer Verbandsübungen durch. Am 22. und 24. August wurde die Tirpitz erneut durch britische Flugzeuge angegriffen. Da sich das Schlachtschiff und die Zerstörer rechtzeitig einnebeln konnten, entstanden keinerlei Schäden. Beim erneuten britischen Luftangriff am 29. August wurden die Zerstörer durch Bordwaffenbeschuß erneut leicht beschädigt, während das Schlachtschiff ohne Beschädigungen blieb. Beim Angriff britischer Lancaster-Bomber am 15. September 1944 auf die Tirpitz blieben die Zerstörer ohne Beschädigungen, während die Tirpitz durch eine Bombe beschädigt wurde. Am 19. September begannen die Zerstörer der 4. Zerstörer-Flottille mit einwöchigen Übungen im Altafjord. Am 2. Oktober verließ die 4. Zerstörer-Flottille den Alta-Fjord, um nach Tromsö zu verlegen, wo sie am 3. Oktober einlief. Am 8. Oktober liefen die Zerstörer in den Loppafjord, um hier erneut die Sicherung der "Tirpitz" zu übernehmen. Am 14. Oktober marschierten die Zerstörer in den Tverfjord in die Nähe der "Tirpitz". Am 19. Oktober lief die Flottille dann in den Smalfjord, um von hier aus ab dem 21. Oktober Räumgeleite zu sichern. Diese Aufgabe nahmen die Zerstörer bis zum Monatsende durch. Anschließend übernahm die Flottille den Vorpostendienst im Tanafjord. Am 3. November zerstörte die Flottille die Einrichtungen des Basfjordes. Am 6. November übernahmen "Z 29", "Z 31", "Z 33", "Z 34" und "Z 38" die Flankensicherung bei der Räumung des Tana-Abschnitts der Eismeerfront. Diese Aufgabe dauerte bis zum 8. November an. Am 17. November begannen die Zerstörer den Rückmarsch in den Altafjord, den sie am 18. November erreichten. Am 24. November verlegten "Z 31", "Z 33", "Z 34" und "Z 38" nach Laafjord. Am 1. Dezember geriet der Transporter "Adolf Binder" in der Nähe des Nordkapps in Seenot und wurde manövrierunfähig. Daraufhin lief die 4. Zerstörer-Flottille zur Hilfeleistung aus. Es gelang "Z 38", eine Schleppverbindung herzustellen und den Frachter in Richtung Hammerfest anzutreten. Gegen 9.30 riß die Schleppverbindung in der schweren See. Gegen 13.25 Uhr gelang es "Z 34" eine neue Schleppverbindung herzustellen und den Frachter nach Hammerfest einzuschleppen. Am 11. Dezember schleppte "Z 34" den Frachter von Hammerfest nach Tromsö. Hier ging der Zerstörer anschließend in die Werft, um die Steuerbord-Maschine zu reparieren. Anschließend marschierte "Z 34" nach Narvik, wo er in die Maureb zur Auswechselung seines HD.-Turbinenläufers lief.

Am 10. Januar 1945 waren die Reparaturen an "Z 34" beendet. Am gleichen Tag lief der Zerstörer aus der Bogenbucht aus und verlegte bis zum 12. Januar nach Hammerfest. Am 22. Januar 1945 marschierten "Z 31", "Z 34" und "Z 38" aus Hammerfest aus, um den Laafjord, den Mageröy- und den Breisund mit Minen zu verseuchen. Anschließend liefen die Zerstörer wieder nach Hammerfest. Am 24. Januar liefen die Zerstörer dann nach Tromsö , um am 25. Januar in die Heimat auszulaufen. Am 28. Januar wurden die Zerstörer kurz nach Tagesanbruch in Höhe des Sognefjordes durch die britischen Kreuzer "HMS Mauritius" und "HMS Diadem" angegriffen. Zuerst entwickelte sich ein Parallel-Gefecht, bei dem es zu einem kurzen Schornsteinbrand auf "Z 38" kam. Dann drehte "Z 38" zum Torpedoangriff mit Höchstfahrt auf die Kreuzer auf. Dabei kam es zu einem Kesselrohrreißerauf dem Zerstörer, weshalb der Angriff abgebrochen wurde. Nachdem "Z 31" schwer beschädigt worden war, wurde das Gefecht durch die Boote abgebrochen, die im Anschluß in Bergen einliefen. Am Abend liefen "Z 38" und "Z 34" zum Weitermarsch nach Süden aus. Am 29. Januar wurden die beiden Zerstörer in Höhe des Grundstadfjordes durch britische Torpedoflugzeuge angegriffen. Die Angriffe konnten abgewehrt werden. Am 30. Januar liefen die Boote in Aarhus ein. Am 31. Januar 1945 liefen "Z 38" und "Z 34" aus Aarhus nach Kiel aus und erreichten Kiel am 1. Februar 1945. Am 2. Februar übernahmen die Zerstörer je 200 Mann Soldaten der Marineartillerie. Diese wurden am 3. bis 5. Februar nach Gotenhafen gebracht. Anschließend gingen die beiden Zerstörer längsseits des außer Dienst gestellten Schlachtkreuzers "Gneisenau" für ein paar Tage Ruhe. Am 16. Februar 1945 liefen "Z 38" und "Z 34" zur Sicherung von drei Transportern aus Gotenhafen aus und brachten diese nach Libau. Am 17. Februar liefen die beiden Zerstörer mit zwei Transportern schon wieder nach Gotenhafen aus und erreichten dieses am 18. Februar. Am 20. Februar übernahmen "Z 38", "Z34" und "T 8" die Sicherung des mit Flüchtlingen beladenen Fahrgastschiffes "Hamburg" auf dessen Weg nach Saßnitz. Am Folgetag begleitete die Boote das leere Fahrgastschiff "Deutschland" zurück nach Gotenhafen. Am 25. Februar lief "Z 34" mit "T 33" aus Gotenhafen aus, um nach Pillau zu laufen. Dort wurden am Folgetag Flüchtlinge aufgenommen und die beiden Boote liefen nach Gotenhafen aus, wo sie am 27. Februar einliefen. Am 1. März geleitete "Z 34" die beiden Dampfer "Matthias Stinnes" und "Cometa" nach Pillau und geeitete diese am 5. März zurück nach Gotenhafen. Am 6. März marschierten die schweren Kreuzer "Lützow" und "Admiral Scheer" zusammen mit "Z 34" und "Z 34" sowie "T 23" und "T 33" von Gotenhafen in die westliche Ostsee. Am 7. März ereichte der Verband Swinemünde, während "Admiral Scheer" nach Kiel ging. Ab dem 9. März beschoß "Z 34" russische Stellungen bei Dievenow und vor Kolberg. Am 12. März lief der Zerstörer in Kolberg ein. Hier übernahm er rund 1.000 Flüchtlinge und brachte diese nach Swinemünde, das der Zerstörer am 13. März erreichte. Anschließend beschoß "Z 34" erneut russische Stellungen vor Kolberg. Am 16. März übernahm "Z 34" erneut 500 Flüchtlinge und brachte diese nach Swinemünde. Anschließend kehrte der Zerstörer erneut nach Kolberg zurück, wo er erneut russische Truppen beschoß. Am 19. März erreichte "Z 34" mit den letzten deutschen Truppen aus Kolberg kommend Swinemünde. Am 21. März kehrten "Z 34", "Z 43" und "T 33" nach Gotenhafen zurück, um hier den Kreuzer "Prinz Eugen" beim Beschuß von Landzielen zu unterstützen. Am 28. März beschoss "Z 34" russische Stellungen bei Lauenthal. Anschließend übernahm der Zerstörer wieder die Sicherung der Kreuzer "Admiral Scheer" und "Lützow". Am 1. April geleitete "Z 34" die Transporter "Deutschland" und "Pretoria" mit etwa 17.000 Flüchtlingen auf deren Weg nach Kopenhagen. Bereits am 2. April lief der Zerstörer wieder aus Kopenhagen ausund erreichte am 4. April Swinemünde. Dort ging der Zerstörer in die Werft, um das S-Gerät auszutauschen. Am 11. April liefen "Z 34", "T 36" und drei Minensuchboote aus Swinemünde in die Danziger Bucht aus. Hier beschoß "Z 34" am 12. und 13. April erneut russische Truppen bei Hela. Am 14. April übernahmen die Boote die Fla-Sicherung bei Danzig. Am 15. April beschoß "Z 34" eine russiche Artillerie-Batterie. Dabei gab es bei einem 15-cm-Geschütz einen Rohrkrepierer. Nachmittags traten "Z 34" und "T 23" und "T 36" als Sicherung für die Transporter "Matthias Stinnes", "Askari", "Eberhard Essberger" und "Pretoria" den Marsch nach Westen an. Abends ging "Z 34" nach Hela, um dort Öl zu übernehmen. Gegen 23.00 Uhr griffen russische Torpedoschnellboote den Zerstörer an und trafen diesen mit einem Torpedo backbord. Beide Maschinen fielen aus und liefen voll. Durch die Beschädigungen fielen lle elektronischen Geräte aus. Das Torpedoboot "T 36 " sowie der Minensucher "M 241" schleppten den beschädigten Zerstörer nach Swinemünde. Am 4. Mai lief der notdürftig reparierte Zerstörer nach Kopenhagen aus und brachten nochmals Flüchtlinge dorthin. Am 10. Mai kehrte der Zerstörer nach Kiel zurück. Die Besatzung ging in Gefangenschaft. Am 25. Mai kamen etwa 25 Mann technisches Personal wieder an Bord. Am 23. / 24. Juni verlegte der Zerstörer nach Wilhelmshaven, wo er ins Trockendock kam. Die Schäden an der Außenhaut wurden verschweißt. Per Los wurde der Zerstörer den Amerikanern als Beute zugesprochen, die diesen wegen der schweren Beschädigungen jedoch nicht haben wolten. Daraufhin wurde der Zerstörer mit Munition beladen und am 26. März 1936 im Skagerrak versenkt.