Schwerer Kreuzer »Seydlitz«

 

Kreuzertyp:
Der schwere Kreuzer "Seydlitz" gehörte zur "Admiral-Hipper"-Klasse

Namensgebung:
Der schwere Kreuzer wurde nach Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlitz-Kurzbach, einem preußischen Kavallerie-General des 18. Jahrhunderts.

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 29. Dezember 1936

Stapellauf: 19. Januar 1939

Indienststellung: nicht in Dienst gestellt

Bauwerft: AG "Weser" (Deschimag)

Besatzung: geplant etwa 1.400 Mann

Baukosten: etwa 84,1 Millionen Reichsmark

Verdrängung: 10.000 ts offiziell, 14.050 ts tatsächlich, 18.600 ts maximal

Länge über alles: 205,9 m

Breite: 21,3 m

Tiefgang: 7,2 m maximal

Maschinenanlage: 3 Satz Getriebe-Dampfturbinen mit 132.000 PS PS und Dampfversorgung durch 9 ölgefeuerte Doppelender-Hochdruck-Dampfkessel von Wagner

Anzahl der Wellen: 3

Leistung an den Wellen: 44.000 PSw

Höchstgeschwindigkeit: 32 kn

Fahrbereich: 6.100 sm bei 15 kn

Bennstoffvorrat: 3.500 t

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: 8 x 20,3-cm-Sk L/60 Modell C 34 in Drehscheibenlafette LC 34 (4 Doppeltürme)

Flak: 12 x 10,5-cm Flak L 65 Modell C 33 in Doppellafette 8,8-cm Modell C 31, 12 x 3,7-cm L/83 Modell C 30 in Doppellafetten C 30, 8 x 2-cm Flak L/65 Modell C 30 in Lafette C 30

Torpedos: 12 x 53,3-cm Torpedorohre in vier Drillingssätzen

Wasserbomben: Zwei Ablauframpen im Heck

Minen: max. 96 Minen

Flugzeuge: Drei Arado Ar 196-Flugzeuge

Ortungsgeräte: 1 GHG (Gruppen-Horchgerät), 2 FuMO 27, 1 FuMO 25, 1 FuMO 81, 1 FuMO 26

Kommandanten:


 

Beschreibung des Bootes:

Bei den Kreuzern der "Admiral-Hipper"-Klasse handelte es sich um sog. "Washington"-Kreuzer. Für diesen Schiffstyp galt eine Tonnagebeschränkung von 10.000 t und eine maximale Bewaffnung mit 20,3-cm Geschützen. Auf Grund dieser Einschränkungen wurde nach dem Londoner Flottenabkommen 1935 in Deutschland mit der Planung und dem Bau solcher Kreuzer begonnen. Schnell wurde jedoch klar, dass die genannten Einschränkungen mit den geforderten Parametern nicht in Einklang zu bringen waren. Daher wurde schon recht früh bei der Planung dazu übergegangen, die Tonnagebeschränkung zu überschreiten. Heraus kamen Kreuzer, die um 40% größer waren, als sie es eigentlich hätten sein dürfen. Offiziell wurde ihre Tonnage jedoch bis Kriegsbeginn immer mit 10.000 t angegeben.
 

 

Werdegang

Der schwere Kreuzer "Seydlitz" lief am 19. Januar 1939 in Bremen vom Stapel. Durch den Kriegsausbruch wurde die Fertigstellung des Kreuzers verzögert, die Priorität beim Neubau von Kriegsschiffen ging auf kleinere Einheiten über. 1942 wurden dann Überlegungen angestellt, das Schiff als Flugzeugträger fertig zu bauen. Am 26. August 1942 wurde der Umbau dann von Adolf Hitler selbst angeordnet. Sofort wurde mit dem Rück- und Umbau begonnen. Ende 1942 wurde die "Seydlitz" nach Gotenhafen verlegt, um es den immer stärker werdenden alliierten Luftangriffen zu entziehen. Im Januar 1943 wurde dann der endgültige Baustopp für das Schiff verfügt. Am 29. Januar 1945 wurde die "Seydlitz" dann in Gotenhafen selbst versenkt und im April nochmals gesprengt. 1958 wurde das Wrack abgebrochen.