Minensuchboote des Typs 1935

 

Kennung Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Schicksal
M 1 Stülcken, Hamburg 09.07.1936 05.03.1937 31.08.1938 Gesunken nach Fliegerangriff im Nordbyfjord am 12.01.1945
M 2 Stülcken, Hamburg 15.07.1936 20.05.1937 15.03.1939 Gesunken nach Raketentreffer im Fedjefjord am 11.03.1945
M 3 Stülcken, Hamburg 06.11.1936 28.09.1937 08.12.1938 Kriegsbeute Rußland
M 4 Oderwerk, Stettin 15.08.1936 16.10.1937 08.11.1938 Kriegsbeute USA
M 5 Oderwerk, Stettin 31.08.1936 16.10.1937 10.01.1939 Gesunken nach Minentreffer im Ramsoyfjord am 18.06.1940
M 6 Oderwerk, Stettin 31.12.1936 08.01.1938 01.06.1939 Gesunken nach Minentreffer bei Lorient am 23.10.1941
M 7 Flenderwerft, Lübeck 17.10.1936 29.09.1937 07.11.1939 Kriegsbeute Rußland
M 8 Flenderwerft, Lübeck 17.10.1936 29.09.1937 12.01.1939 Gesunken nach Torpedotreffer am 14.05.1943
M 9 Flenderwerft, Lübeck ? 20.03.1937 25.04.1939 Kriegsbeute USA
M 10 Stülcken-Werft, Hamburg 1937 09.08.1938 30.05.1939 Gesunken nach Landartillerietreffer vor Lorient am 13.03.1945
M 11 Oderwerke, Stettin 15.01.1938 23.08.1938 07.08.1939 Gesunken nach Minentreffer vor Feiestein am 06.06.1940
M 12 Flenderwerft, Lübeck 02.10.1937 06.08.1938 18.08.1939 Kriegsbeute USA
M 13 Stülckenwerft, Hamburg 06.03.1938 16.01.1939 07.09.1939 Gesunken nach Minentreffer in der Gironde am 31.05.1944
M 14 Stülckenwerft, Hamburg 02.05.1938 20.03.1939 01.12.1939 Gesunken nach Minentreffer nördlich Karlshagen am 03.05.1945
M 15 Stülckenwerft, Hamburg 19.01.91939 15.08.1939 22.02.1940 Gesunken nach Fliegerangriff auf Kiel am 20.03.1945
M 16 Stülckenwerft, Hamburg 01.04.1939 15.11.1939 01.06.1940 Gesunken nach Fliegerangriff auf Kiel am 20.03.1945
M 17 Oderwerke, Stettin 06.09.1938 29.07.1939 17.01.1940 Kriegsbeute Rußland
M 18 Oderwerke, Stettin 06.09.1939 16.09.1939 19.03.1940 Außer Dienst 20.03.1945
M 19 Oderwerke, Stettin 03.10.1938 28.10.1939 08.05.1940 Außer Dienst 09.04.1945
M 20 Flenderwerft, Lübeck 10.19.1938 16.06.1939 11.12.1939 Gesunken nach Minentreffer in der Narwa-Bucht am 21.07.1944
M 21 Flenderwerft, Lübeck 10.09.1938 06.09.1939 18.04.1940 Kriegsbeute USA
M 22 Flenderwerft, Lübeck 20.01.1939 20.03.1940 30.07.1940 Gesunken 07.04.1945 Kaiser-Wilhelm-Kanal
M 23 Flenderwerft, Lübeck 20.01.1939 11.07.1940 26.10.1940 Kriegsbeute GB
M 24 Flenderwerft, Lübeck 31.07.1940 12.10.1940 22.02.1941 In die Bundesmarine übernommen
M 25 Stülckenwerft, Hamburg 25.09.1939 19.03.1942 16.11.1940 Gesunken im September 1944 in Westfrankreich
M 26 Stülckenwerft, Hamburg 13.11.1939 21.05.1940 21.12.1940 Gesunken nach Fliegerangriff am 15.05.1942 bei Cap de la Hague
M 27 Stülckenwerft, Hamburg 20.11.1939 24.06.1940 10.02.1941 Gesunken nach Minentreffer in der Girondemündung am 11.08.1944
M 28 Stülckenwerft, Hamburg 29.12.1939 30.07.1940 22.05.1941 Kriegsbeute GB
M 29 Oderwerke, Stettin 02.10.1939 18.05.1940 14.09.1940 Kriegsbeute Rußland
M 30 Oderwerke, Stettin 16.10.1939 01.06.1940 31.10.1940 Kriegsbeute Rußland
M 31 Oderwerke, Stettin 11.11.1939 13.07.1940 19.12.1940 Gesunken am 21. Oktober 1944 bei Honningsvaag nach sow. Schnellbootsangriff
M 32 Oderwerke, Stettin 15.11.1939 31.08.1940 08.03.1941 Kriegsbeute USA
M 33 Flenderwerft, Lübeck 12.06.1941 01.04.1942 18.12.1942 Kriegsbeute GB
M 34 Flenderwerft, Lübeck 1941 07.08.1942 26.06.1943 Kriegsbeute Rußland
M 35 Schichau, Königsberg 13.04.1940 09.11.1940 06.09.1941 Kriegsbeute USA
M 36 Schichau, Königsberg 30.04.1940 21.12.1940 02.01.1942 Gesunken nach Fliegerangriff am 04.05.1945 im Großen Belt
M 37 Dt. Werft Hamburg-R'Stieg 15.07.1940 12.10.1940 16.06.1941 Gesunken nach russ. Schnellbootangriff am 04.06.1944 in der Narvabucht
M 38 Dt. Werft Hamburg-R'Stieg 04.05.1940 28.02.1941 13.12.1941 Kriegsbeute GB
M 39 Dt. Werft Hamburg-R'Stieg 25.10.1940 08.08.1941 05.05.1942 Gesunken nach Schnellbootangriff bei Quistrehem am 24.05.1944
M 81 Lübecker Maschinenbauges. 25.10.1940 20.12.1940 17.07.1971 Kriegsbeute USA
M 82 Lübecker Maschinenbauges. 25.10.1940 23.03.1941 17.11.1941 Kriegsbeute GB
M 83 Lübecker Maschinenbauges. 25.10.1940 05.06.1941 09.03.1942 Gesunken nach Schnellbootangriff bei Jersey am 14.06.1944
M 84 Lübecker Maschinenbauges. 25.10.1940 03.09.1941 09.06.1942 Zerstört im Dock am 11.08.1944 in Le Havre
M 85 Lübecker Maschinenbauges. 25.10.1940 06.12.1941 18.09.1942 Kriegsbeute GB
M 101 Rickerswerke Weserm. 25.10.1940 15.03.1941 22.09.1941 Gesunken nach Kolision bei Namsos am 23.11.1942
M 102 Rickerswerke Weserm. 25.10.1940 01.08.1941 28.04.1942 Kriegsbeute GB
M 103 Rickerswerke Weserm. 25.10.1940 03.12.1941 06.08.1942 Gesunken nach Luftangriff am 15.06.194 in der Ems
M 104 Rickerswerke Weserm. 25.10.1940 01.04.1942 07.11.1942 Kriegsbeute GB
M 131 Lindenauwerft Memel 25.10.1940 20.12.1941 31.08.1942 Kriegsbeute GB
M 132 Lindenauwerft Memel 25.10.1940 07.04.1941 20.01.1942 Gesunken nach Torpedotreffer am 20.09.1944
M 133 Lindenauwerft Memel 31.10.1941 03.08.1942 26.03.1943 Gesunken bei St. Malo am 06.08.1944
M 151 Oderwerke Stettin 31.10.1941 19.10.1940 05.05.1941 Kriegsbeute Rußland
M 152 Oderwerke Stettin 31.10.1941 16.11.1940 30.06.1941 Gesunken am 23.07.1943 nach Minentreffer in der Gironde
M 153 Oderwerke Stettin 12.04.1940 04.0.11941 01.09.1941 Gesunken am 10.07.1943
M 154 Oderwerke Stettin 15.06.1940 03.05.1941 01.11.1942 Kriegsbeute GB / Rußland
M 155 Oderwerke Stettin 15.06.1940 19.07.1941 27.01.1942 Kriegsbeute Rußland
M 156 Oderwerke Stettin 15.06.1940 04.10.1941 28.04.1942 Gesunken nach Fliegerangriff am 6.2.1944 bei L'Abervrach
M 201 Neptunwerft, Rostock 00.03.1940 29.04.1940 20.12.1940 Kriegsbeute GB
M 202 Neptunwerft, Rostock 00.03.1940 29.04.1940 03.04.1941 Kriegsbeute USA
M 203 Neptunwerft, Rostock 15.04.1940 29.09.1940 03.06.1941 Kriegsbeute Rußland
M 204 Neptunwerft, Rostock 19.05.1940 21.12.1940. 24.08.1941 Kriegsbeute Rußland
M 205 Neptunwerft, Rostock 04.10.1940 03.05.1940 04.11.1941 Kriegsbeute USA
M 206 Neptunwerft, Rostock 04.10.0940 05.05.1940 21.12.1941 Gesunken am 06.08.1944 bei St. Malo
M 251 Deutsche Werft, Hamburg 12.01.1940 12.07.1940 16.12.1940 Kriegsbeute USA
M 252 Deutsche Werft, Hamburg 28.03.1940 27.09.1940 15.02.1941 Kriegsbeute USA
M 253 Deutsche Werft, Hamburg 28.03.1940 23.11.1940 21.04.1941 Kriegsbeute USA
M 254 Deutsche Werft, Hamburg 28.03.1940 17.02.1941 16.06.1941 Kriegsbeute Rußland
M 255 Deutsche Werft, Hamburg 28.03.1940 01.04.1941 11.10.1941 Kriegsbeute Rußland
M 256 Deutsche Werft, Hamburg 02.03.1941 31.05.1941 19.01.1942 Kriegsbeute Rußland

 

Standardverdrängung Einsatzverdrängung Länge über alles Breite
M 1 - M 24: 772 t

ab M 25: 785 t

M 1 - M 24: 874 t

ab M 25: 878 t

M 1 - M 24: 68,10 m

ab M 25: 68,40 m

8,70 m

 

Tiefgang maximal Bunkerinhalt Fahrstrecke Besatzung
3,75 m 143 t 5.000 sm bei 10 kn

1.000 sm bei 17 kn

M 1 - M 24: 84 Mann

ab M 25: 119 Mann

 

Antriebsanlage: Zwei Lentz Einheits-Expansionsmaschinen, zwei Wagner Hochdruckkessel
Maschinenleistung: 3.200 WPS auf zwei Wellen
Höchstgeschwindigkeit: 18,2 kn
Geschütze: Zwei 10,5-cm-SK C/30 in MPL C/32, eine (später zwei) 3,7-cm-SK C/30,zwei 2-cm-MG C/30
Torpedorohre: keine
Wasserbomben: vier Wasserbombenwerfer und sechs Wasserbomben
Seeminen: 32

 

Entwurf:

Der Entwurf dieses Minensuchbootes ging auf den Beginn der 30er Jahre zurück. Nach den bestehenden Flottenverträgen, denen das Deutsche Reich beigetreten war, unterlagen solche Neubauten keiner quantitativen Beschränkung, jedoch einer qualitativen: Die Boote durften maximal 600 t groß sein. Daher wurde die Größe dieser Boote von deutscher Seite immer mit 600 t angegeben, sie waren jedoch mit 772 t / 785 t sehr viel größer. Um beim Bau viele Erfahrungen zu sammeln und im Kriegsfall eine große Anzahl an Fertigungswerften bei der Hand zu haben, wurde der Bau der Boote von Anfang an auf mehrere Werften verteilt. Insgesamt sind 69 Boote diesen Typs gebaut worden, 242 waren vorgesehen. Schon vor Kriegsbeginn zeichnete sich jedoch ab, dass die Flotte einen weniger aufwendigen und in kürzerer Zeit zu bauenden Minensucher wünschte. Die Forderung führte schließlich zur Schaffung des Minensuchbootes Typ 1940.
Die Artilleriebewaffnung war zur Verteidigung gegenüber leichten Seestreitkräften und Flugzeugen ausgelegt. Sie bestand aus zwei in Endposition angeordneten 10,5-cm Kanonen L/45 C 32 mit Standardschutzschilden. Auf den ab 1941 abgelieferten Booten wurde das gleiche Geschütz, aber mit vergrößertem Höhenrichtbereich (10,5-cm SK L/45 C 32 g.E.) eingerüstet worden, nur mit Frontschild ohne Seitenschutz und horizontaler Platte. Mit diesen Geschützen war die Bekämpfung von Luftzielen in mittleren und größeren Höhen ermöglicht worden. Außerdem wurden die Boote mit drei 2-cm FlaMG C/30 bewaffnet, und zwar je eines in jeder Brückennock und das dritte MG achtern. Nach Kriegsbeginn wurde diese Fla-Bewaffnung verstärkt. Ab Stelle des achternen FlaMG wurde eine 3,7-cm Flak L/83 C 30 in Mittelpivotlafette C 31 U eingebaut. Zusätzlich wurde achtern ein 2-cm Flakvierling C 38 eingebaut. Für die 10,5-cm Geschütze wurden 480 Schuß Munition mitgeführt, für die 3,7-cm Flak 3.000 Schuß und für die 2-cm Flak 6.000 Schuß.
Für die 10,5-cm Geschütze gab es lediglich Entfernungsmeßgeräte von unterschiedlicher Basislänge. Auf dem Brückendeck war es ein Gerät von 3 m Basislänge, achtern befand sich ein 1 m-Gerät, das auch für die Flak verwandt wurde. Die Funkmeßausrüstung bestand lange Zeit aus einem Funkmeßbeobachtungsgerät. Erst 1944 ist auf einigen Booten ein Funkmeßortungsgerät (FuMO) "Hohentwiel" eingebaut worden.
Zur Minenabwehr standen zur Verfügung:
Gegen Ankertauminen das Scherdrachengerät (SDG), das als Bugschutzgerät zu fahrende Otter-Räumgerät
Gegen Grundminen mit magnetischen Zündern das Kabel-Fern-Räumgerät, das Schleppspulgerät, das Hohlstab-Fern-Räumgerät
Gegen Grundminen mit akustischen Zündsystemen die Geräuschboje Turbine und das Knallkörpergerät

Abänderungen:

1944 war die Nachrüstung einzelner Boote beschlossen worden, um sie an den Brennpunkten des küstennahen Seekrieges als sog. "Kampfboote " einzusetzen. Dazu mußten die Boote artilleristisch aufgewertet werden. Die beiden 10,5-cm Geschütze sollten beibehalten werden, hinzu kamen eine 3,7-cm Flak M 42 und vier 2-cm FlaMG C 38 in Doppellafetten auf den Brückennocken als Ersatz für deren einzelne 2-cm, dazu, wenn bisher noch nicht eingebaut, einen 2-cm Flakvierling.