Lippisch P. 10
Messerschmitt Me 265
Messerschmitt Me 329

 

 

Der Entwurf der Lippisch P. 10 geht auf das Jahr 1941 zurück. Die Maschine war als Zerstörer mit zwei He S 011-Strahltriebwerken ausgelegt. Bewaffnet sollte der Entwurf mit zwei MG 151/20 im Bug und zwei MG 151/20 im Heck sein. Die Spannweite sollte 13,40 m betragen, die Länge 8,15 m. Zusätzlich sollte der Entwurf bis zu 1.000 kg Bomben tragen können. Da sich der Einsatz der Zerstörer im Kriegsverlauf allerdings als nicht Zweckmäßig erwies und die Strahltriebwerke nicht schnell genug die Einsatzreife erlangten, wurde das Projekt im Mai 1942 zu einem Schnellbomber umgewandelt. Das immer noch als Lippisch P. 10 bezeichnete Projekt sollte nun mit einem DB 606-Motor mit 2.700 PS angetrieben werden. Die Spannweite hatte man auf 16 m vergrößert, die Länge auf 9,85 m.

Nach dem Scheitern der Me 210 im Jahr 1941, schlug Professor Lippisch, damals Leiter der "Gruppe L" in den Messerschmitt-Werken, eine vollkommene Neukonstruktion für einen zweimotorigen Zerstörer vor. Die Maschine, welche die RLM-Nummer Me 265 zugeteilt war, war eine Verbindung zwischen der Me 210 und der Li P. 10. Der zweisitzige Entwurf mit schwanloser Bauart besaß das Rumpfvorderteil der Me 210, sowie Teile des Seitenleitwerkes, die gesamte Bewaffnungsanlage und zahlreiche Ausrüstungsgegenstände dieses Musters. Flügel und Rumpfhinterteil sowie das Fahrwerk waren vollständig neu konstruiert worden. Ausgelegt war die Maschine als freitragender Schulterdecker mit Pfeilflügeln, wobei die Pfeilung im Flügelmittelbereich geringer war als außen. Die Maschine sollte eine Spannweite von 17,4 m erhalten, eine Länge von 10 m und ein Leergewicht von 6.300 kg besitzen. Das Fluggewicht sollte 11.000 kg betragen. Das Muster sollte durch zwei DB 603 flüssigkeitsgekühlten Zwölfzylinder-Motoren angetrieben werden. Dieser Motor war auch für die Me 210 vorgesehen gewesen. Als Bewaffnung waren zwei MG 151/20 und zwei MG 17 starr im Rumpfbug sowie zwei MG131 in beweglichen Gondeln an den Rumpfseitenwänden vorgesehen. Die Heckbewaffnung sollte durch den Beobachter ferngesteuert werden. Außerdem wollte eine Bombenzuladung möglich sein, die innerhalb des Rumpfes transportiert wurde. Das Muster kam über das Entwurfsstadium nicht hinaus, da er zu Gunsten der Me 410 in konventioneller Bauweise fallen gelassen wurde.

Anfang 1944 wurde die Me 265 als Grundstock für einen Jagdbomber aufgegriffen. Die vom RLM zugeteilte Bezeichnung war nun Me 329. Der freitragende Pfeilflügel-Mitteldecker besaß einen dreiteiligen Flügel, dessen Mittelteil mit den kurzen Landeklappen fest am Rumpf war. Die Außenteile des Flügels trugen die Gondeln für die zwei DB 603-Motoren mit jeweils 1.745 PS, die allerdings in Druckanordnung angebracht waren. Die Rumpfgondel wurde gegenüber der Me 265 verkleinert und besaß nun einen kreisrunden Querschnitt, was die Fertigung erleichtern sollte. Das Seitenleitwerk wurde von der Me 265 übernommen, die Seitenflosse erhielt allerdings Pfeilform. Die zweiköpfige Besatzung sollte in einer Druckkabine Platz finden, die mit einer Vollsicht-Abdeckhaube versehen war. Bewaffnet sollte die Maschine mit vier MG 151/20 starr im Rumpfbug und einem MG 151/20 ferngesteuert im Heck sein. Als Innenlast sollten bis zu 1.000 kg Bomben mitgeführt werden können. Die Spannweiter wurde nur geringfügig auf 17,5 m vergrößert, die Länge aber drastisch auf 7,72 m verkürzt. Leer sollte die Maschine 6.950 kg wiegen, das Fluggewicht sollte 12.150 kg betragen. Die Reichweite wurde mit 4.450 kg projektiert, die maximale Geschwindigkeit mit 792 km/h.Von der Maschine wurde nur eine fliegende Attrappe ohne Triebwerke gefertigt, die Ende 1944 noch im Schlepp- und im Geleitflug in Rechlin erprobt wurde. Ein Originalmuster wurde in Folge des Kriegsendes nicht mehr gebaut. Geplant war auch der Einsatz als Begleitjäger für die projektierten "V-Bomber", welche die USA und den Ural angreifen sollten.

 

Das Typenblatt der Me 329