Junkers Ju 290

 

Ausgangsmuster für diese Serie waren die Versuchsmuster der Junkers Ju 90 V-6, V-7 und V-8. Die Junkers Ju 290 wurde 1940 erst als unbewaffneter Transporter entworfen, der u.a. ein Sd.Kfz. 222 oder ein Sd.Kfz. 250, jeweils komplett beladen, transportieren sollte. Doch schon bald wurde die Ju 290 auch für den Einsatz als Fernbomber weiterentwickelt und erhielt eine Bodenwanne kurz hinter dem Bug, einem MG-Drehturm auf dem Rumpfrücken und einen Heckstand. Ein Versuchsmuster, die Ju 290 V-8, wurde zur Evakuierung von Verwundeten und zur Versorgung im Kessel von Stalingrad eingesetzt. Bei ihrem ersten Start mit Verwundeten wurde die Maschine von Artillerie beschossen und mußte steil hochziehen. Dabei gerieten die Bahren mit den Verwundeten ins Rutschen und die Maschine stürzte nach rückwärts ab.

Gefertigt werden sollten die Maschinen in der Tschechoslowakei im Werk III der Firma Letov bei Prag. Es wurden aber nur Großbauteile gefertigt, die Endmontage erfolgte in Deutschland. Die ersten Maschinen wurden Transportverbänden (Lufttransportstaffel 290 und 14./Transport-Geschwader 4) zugeteilt, wo sie ab 1943 zum Einsatz kamen.

 

Junkers Ju 290 A-Serie

 

Ju 290 A-0

Werknummer 290/0150. Nur eine einzige Maschine gebaut, die im Oktober 1942 ihren Erstflug absolvierte.

 

Junkers Ju 290 A-1

Werknummer 290/0151 bis 290/0156. Ab Dezember 1942 gebaut als reine Transportmaschinen. Ausgerüstet mit einem FuG 10 mit TZG 10, FuG 16Z, FuG 25a, Pfeil G 6 mit APZ 6 und FuBl 1. Die Maschinen waren 28,2 m lang, 6,83 m hoch und hatten eine Spannweite von 42 m. Angetrieben wurden sie von vier BMW-801 D-2 Triebwerken, die ihnen eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h verliehen. Die Reichweite betrug 5.600 km, die Dienstgipfelhöhe 6.010 m. Die Bewaffnung bestand aus zwei MG 151, vier MG 81 und einem MG 15. Bei den Maschinen zeigte sich, daß die verwendete Abwehrbewaffnung zu schwach ausgelegt war.

 

Junkers Ju 290 A-3

Werknummer 290/0157-290/0164. Fernaufklärer-Variante mit neuen BMW 801 D-Triebwerken. Die Besatzung bestand aus sieben Mann, die Führersitze, Triebwerke und Waffenstände waren gepanzert. Für die  Ablösung bei langen Flügen befanden sich vier Ruhesessel in der Maschine. Alle gebauten Maschinen gingen zur Fernaufklärungsgruppe 5.

 

Junkers Ju 290 A-4

Werknummer 290/0166-290/0169. Fernaufklärer-Variante mit verstärkter Abwehrbewaffnung um zwei MG 131.

 

Junkers Ju 290 A-5

Werknummer 290/0170 - 290/0180. Verbesserte Ausführung der A-4 mit ETC 2000. Die Maschinen wurden dem Kampfgeschwader 200 zugeteilt und hier für Sonderaufgaben verwendet, u.a. nach Persien, in den Nahen Osten und die UdSSR. Bei Kriegsende wurden einige der Maschinen an die Lufthansa für den Spanienverkehr abgegeben.

 

Junkers Ju 290 A-7

Werknummer 290/0165, 290/0181 und 290/0185 - 0290/0196. Verbesserte Version der A-5 mit einer Bewaffnung von sechs MG 151/20 und zwei MG 131.