Heinkel He 60

 

Mit der Entwicklung der He 60 wurde in den Jahren 1931/32 auf Grund einer Ausschreibung des Reichsverkehrsministeriums begonnen. Das Projekt unter der Bezeichnung HD 60 war als hochseetüchtiges zweisitziges Schwimmflugzeug konzipiert und sollte als Seeaufklärungs- und Bordflugzeug, das von Katapulten an Bord großer Kriegsschiffe gestartet werden konnte, eingesetzt werden. 1933 erhielt das Projekt die Bezeichnung He 60. Ebenfalls 1933 absolvierte die He 60 V-1 mit der Kennung D-2157 ihren Erstflug. Der zweite Prototyp He 60 V-2 mit der Kennung D-2325 erhielt einen BMW VI 7,3 Motor. Der Motor konnte jedoch nicht überzeugen, so dass man wieder zum BMW VI 6,0ZU zurückkehrte. Mit der He 60 c (V-3) wurden ab Frühjahr 1933 die ersten Katapultstartversuche gemacht. Diese Versuche verliefen so erfolgreich, das der Bau einer Vorserie mit 14 Maschinen beschlossen wurde. Nach Abschluß der Versuche ging die V-3 als erste Einsatzmaschine an die Marine.
Neben den Seefliegerschulen kam die He 60 auch bei verschiedenen Seeaufklärungsgruppen und Küstenaufklärungsgruppen sowie bei zwei Bordfliegerstaffeln zum Einsatz. Dies waren:
1. / Seeaufklärungsgruppe 125
1. / Seeaufklärungsgruppe 126
3. / Seeaufklärungsgruppe 127
1. / Küstenaufklärungsgruppe 106
2. / Küstenaufklärungsgruppe 206
1. / Küstenaufklärungsgruppe 306
1. / Küstenaufklärungsgruppe 406
1. / Küstenaufklärungsgruppe 506
1. / Küstenaufklärungsgruppe 706
1. / Bordfliegerstaffel 196
5. / Bordfliegerstaffel 196
Beim Einsatz auf den Kriegsschiffen und damit bei den Bordfliegerstaffeln wurde die He 60 ab 1939 von der He 114 und anschließend von der Ar 196 abgelöst. Es hatte sich gezeigt, dass die Motorleistung der He 60 für den aktiven Dienst zu schwach war. Sie wurde ab Kriegsbeginn nach und nach aus dem aktiven Dienst genommen und den Seefliegerschulen zugewiesen. Am 2. Dezember 1939 waren bei den Frontverbänden noch 36 He 60 vorhanden. Am 11. Mai 1940 war davon keine mehr im aktiven Dienst.
Im Herbst 1940 wurden dann wieder einige Staffeln mt der He 60 ausgerüstet. Vor allem ab Juni 1941 wurden die Maschinen im Osten eingesetzt.
 

He 60 A

Als erstes Flugzeug der Vorserie wurde die He-60 V4 gebaut. Insgesamt wurden 14 Maschinen der Serie A gebaut und an die Seefliegerschulen der Kriegsmarine abgegeben.

He 60 B

Ab 1934 wurde die He 60 A von der He 60 B abgelöst. Sie unterschied sich jedoch nur gering von der A-Version.

He 60 C

Im Spätsommer 1934 wurde die Fertigung auf die geringfügig verbesserte C-Variante umgestellt. Die Maschinen waren mit einem offenen Drehkranz und einem MG 17 im Heckstand ausgerüstet. Um die Heinkel-Flugzeugwerke für die Übernahme von neuen Aufgaben zu entlasten, wurde ab 1935 die Fertigung der He 60 C auch bei Arado und Weserflug aufgenommen.

He 60 D

Die He 60 D entsprach in ihrer Ausführung der He 60 C, verfügte jedoch über ein starr eingebautes Maschinengewehr MG 17 und eine verbesserte Funkausrüstung. Diese Version wurde ab Juli 1936 bei Weserflug gefertigt.

He 60 E

Exportversion für Spanien, sechs Maschinen wurden gebaut und ausgeliefert. Es handelte sich dabei um Maschinen der D-Variante, die bis April 1937 ausgeliefert wurden.

 

Typ: Seeaufklärungs- und Bordflugzeug

Flügel: gestaffelter Doppeldecker in zweiholmiger Holzbauweise. Beide Flügel waren gelenkig angeschlossen und außen durch je einen N-Stiel miteinander verbunden und auf beiden Seiten nach dem Schwimmwerk hindurch drei Streben abgestützt.

Besatzung: 2 Man

Rumpf: Der Rumpf bestand aus einem geschweißten Stahlrohrfachwerk. Durch ein Holzgerüst wurde der Rumpf auf einen ovalen Querschnitt gebracht und war ab dem Brandschott hinter dem Triebwerk mit Stoff bespannt.

Triebwerk: Ein BMW VI 6,0ZU-Motor mit 660 PS Nennleistung und starrer Holzluftschraube.

Abmessungen: Spannweite oben: 13,5 m, Spannweite unten: 12,4 m, Länge: 11,5 m, Höhe: 5,3 m

Gewichte: Leergewicht: 2.410 kg, Rüstgewicht: 2.730 kg, Fluggewicht: 3.400 kg

Geschwindigkeiten: Landegeschwindigkeit: 90 km/h, Reisegeschwindigkeit bei 1.000 m Höhe: 210 km/h, Höchstgeschwindigkeit bei 1.000 m Höhe: 235 km/h

Reichweite: 945 km

Bewaffnung: 1 MG 15 im Drehkranz mit 825 Schuß (C-Variante)