Heinkel He 162

 

Die Heinkel »He 162« geht zurück auf eine Entwicklung von Siegfried Günter, der am 10. Juli 1944 einen Entwicklungsbericht über einen von ihm konzipierten Jagdeinsitzer, der Höchstgeschwindigkeiten von 950 - 1.010 km/h erreichen sollte. Als das Reichsluftfahrtministerium am 8. September 1944 eine Ausschreibung für einen Strahlenjäger mit einem Triebwerk herausgab, reichte Heinkel den erwähnten Entwurf bereits am 11. September dort ein. Als man sich für das Heinkel-Projekt entschieden hatte, wurde bei Heinkel bereits am 6. Dezember 1944 der erste Prototyp fertig. Die »He 162 V-1« absolvierte an diesem Tag ihren Erstflug, stürzte aber am 10. Dezember bei einem Bahnneigungsflug aus 100 m Höhe ab. Doch bereits am 22. Dezember stand die V-2 zur Verfügung. Bis zum 16. Januar 1945 waren auch die V-3 und V-4 fertig. Die zum größten Teil aus Holz bestehende »He 162« ging dann in die Serienfertigung, so daß am 20 Januar bereits 34 Rümpfe gefertigt waren. Bei diesen Teilen stellte sich jedoch heraus, daß die Holzteile verstärkt werden mußten. Am 28 Januar wurde die V-5 fertig, die als erste Serienmaschine die Bezeichnung »He 162 A-01« erhielt. Die »He 162 A-02« stürzte am 4. Februar bei ihrem elften Flug ab, worauf sich zeigte, daß die Querachse instabil war und weiterer Änderungen bedurfte.

Als erste Einheit sollte die I./Jagdgeschwader 1 Ende Februar 1945 die »He 162« übernehmen. Von der SS und dem Führer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, der ehemalige Chef der Luftflotte 1, Generaloberst Alfred Keller kam der Vorschlag, eine Einheit aus Segelfliegern der Hitler-Jugend aufzustellen und mit diesem "Volksjäger" auszurüsten. Eine entsprechende Versuchseinheit wurde in Trebbin aufgestellt, wo »He 162« ohne Triebwerk im Schlepp zu Versuchsflügen eingesetzt waren. Zum Einsatz der Hitler-Jungen ist es nie gekommen.

Beim Jagdgeschwader 3 wurde im Januar 1943 ein Erprobungskommando »He 162« unter Oberstleutnant Bär aufgestellt, das erst in Rechlin-Roggenthin, dann in Lechfeld stationiert war. Die Umrüstung der I./Jagdgeschwader 1 wurde am 6. Februar 1945 begonnen. Die Piloten bekamen theoretischen Unterricht am Boden, nach zehn Flugstunden mußten die neuen Maschinen beherrscht werden. Am 26. April 1945 erfolgte der erste Kampfeinsatz des Jagdgeschwaders 1, wobei eine gegnerische Maschine von Unteroffizier Rechenbach abgeschossen werden konnte.

He 162 A-Reihe

Typ: einstrahliger Jagdeinsitzer

Triebwerk: ein BMW 109-003E-1/2 (800 kp Standschub)

Geschwindigkeit: 905 km/h (in 6.000 m Höhe)

Abmessungen:  Spannweite: 7,20 m, Länge: 9,05 m

Bewaffnung: 2 x 20-mm-MG

Gewicht: 3.300 kg

Reichweite: 1.000 km

 

He 162 Projekte:

He 162 S: Schulflugzeug ohne Antrieb (Schlepp hinter »Me 110«)

He 162 B: Einsitzer mit positiver Flügelpfeilung, V-Leitwerk

He 162 C: Einsitzer mit Pfeilflügel und V-Leitwerk

He 162 D: Zweisitziger Trainer mit Antrieb

He 162 A-6: Einsitzer mit V-Leitwerk

Alle diese Entwürfe kamen nicht über das Zeichenbrett hinaus.