Flottenbegleiter

 

Kennung Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Schicksal
F 1 Germaniawerft, Kiel 2. August 1934 1. März 1935 15. Dezember 1935  
F 2 Germaniawerft, Kiel 7. August 1934 2. April 1935 27. Februar 1936  
F 3 Germaniawerft, Kiel 22. August 1934 1. Juni 1935 7. März 1936  
F 4 Germaniawerft, Kiel 22. August 1934 2. Juli 1935 5. April 1936  
F 5 Germaniawerft, Kiel 6. September 1934 14. August 1935 1. Mai 1936  
F 6 Germaniawerft, Kiel 6. September 1934 1. Oktober 1935 25. Juni 1936
F 7 Blohm & Voß, Hamburg 10. Januar 1935 25. Mai 1936 15. Februar 1937
F 8 Blohm & Voß, Hamburg 29. Januar 1935 27. Juli 1936 8. April 1937
F 9 Marinewerft Wilhelmshaven 12. November 1934 11. Mai 1936 21. August 1937
F 10 Marinewerft Wilhelmshaven 12. November 1934 11. Mai 1936 12. März 1938

 

Standardverdrängung Einsatzverdrängung Länge über alles Breite
712 ts 1.028 ts 75,94 m 8,10 m

 

Tiefgang maximal Bunkerinhalt Fahrstrecke Besatzung
2,59 m 216 t 1.995 sm bei 13 kn 121 - 145 Mann

 

Antriebsanlage: 2 Satz BBC-Turbinen mit Rädergetriebe, 2 Hochdruckkessel System La Mont
Maschinenleistung: 14.000 WPS mit zwei Wellen
Höchstgeschwindigkeit: 27,8 kn
Geschütze: Zwei 10,5-cm Sk L/45 C 32 in 10,5-cm M.P.L. C 32, vier 3,7-cm SK L/83 C 30 in Zwillingslafette, vier 2-cm FlaMG L/65 C 30 in Sockellafette C 30
Torpedorohre:
Wasserbomben: 4 Wasserbombenwerfer
Seeminen: 62 EMA oder 50 EMC

 

Entwurf:

Die Flottenbegleiter waren Erfindungen der Reichsmarine. Die Flottenbegleiter sollten einen Flottenverband vor Angriffen über- und unter Wasser schützen. Darüber hinaus sollte der Flottenbegleiter Minengassen freiräumen können. Dabei glaubte man, mit einem Boot von 600 t Größe auskommen zu können, da deren Anzahl nicht durch internationale Flottenverträge beschränkt waren. Bei den Booten kam die Hochdruck-Heißdampftechnik als neuer Zweig der Antriebstechnik zur Anwendung, obwohl diese noch nicht hinreichend erprobt war. Amtlich wurde das Standarddeplacement stets mit 600 t angegeben, in Wahrheit übertrafen die Boote dieses Maß um etwa 100 t. Die Boote waren nach dem Querspant-Längsbändersystem unter überwiegender Verwendung von Stahl 52 konstruiert und durch 12 Querschotts in 13 wasserdichte Abteilungen unterteilt. Auf allen Booten war eine aktive Schlingerdämpfanlage System Frahm installiert, hingegen fehlten auf ihnen Schlingerkiele. Die Schlingerdämpfanlage erwies sich bei Fehlbedienung als fatal, sie erbrachte allzuleicht die gegenteilige Wirkung, nämlich ein gefahrvolles Aufschlingern. Gemäß einem Befehl von 1938 für alle Boote durfte sie nicht mehr benutzt werden. Im Zuge des Umbaus waren sie ausgebaut und durch "Staukeile" ersetzt worden. Ein weiterer Mangel waren die zu schwachen Verbände, wodurch schon bei geringer Beanspruchung Risse entstanden. Markant bei allen Booten war das in die Spiegelheckform einbezogene Minensucherheck. Dieses sollte durch eine "sanfte" halbrund ausgeführte Deckskante einer all zu starken Beeinträchtigung der Leinen des Minensuchgeschirrs entgegenwirken. 

Abänderungen:

Schon vor Kriegsbeginn hatte sich gezeigt, dass die Flottenbegleiter ihre eigentliche Aufgabe, den Schutz von schweren Flotteneinheiten, nicht erfüllen konnten. Auch als Minensuchboote konnten die Boote nicht eingesetzt werden, da sie zu schlechte Manövriereigenschaften aufwiesen. Daher wurde am 29. Oktober 1938 die 2. Geleitflottille aufgelöst, die Boote wurden in der 1. Geleitflottille zusammen gefaßt. Diese wurde am 1. April 1940 ebenfalls aufgelöst. Die Flottenbegleiter wurden umgebaut und neuen Aufgaben zugeführt:
"F-2", "F-4", "F-7", "F-8" und "F-10" wurden zu Torpedofangbooten umgebaut.
"F-5" und "F-9" wurden nicht umgebaut und dem Sperrwaffen-Versuchskommando als Versuchsboote zugeteilt.
"F.-1", "F-3" und "F-6" wurden zu Flottentendern umgebaut.