Junkers EF 128

 

Im Juli 1944 gab das OKL bzw. das Technische Amt des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) den Entwicklungsauftrag für einen Hochleistungs-Jagdeinsitzer heraus, der mit nur einem Turbinen-Luftstrahltriebwerk (TL) des Typs Heinkel He S 011 ausgerüstet sein sollte. Dieses Triebwerk war zu dieser Zeit das leistungsstärkste aber noch nicht serienreif. Die Bewaffnung war mit 2 später 4 MK 108 vorgesehen. Diese Waffe verschoss 30mm Explosivmunition. Die Höchstgeschwindigkeit der EF 128 sollte in etwa 7000m Einsatzhöhe bei ca. 1000 km/h liegen. Also etwa 100 km/h schneller als die Me 262 mit ihren 2 Jumo-004 Turbinen. Den Auftrag erhielten Blohm & Voss, Focke-Wulf, Heinkel, und Messerschmitt. Die Junkers Flugzeug und Motorenwerke AG (JFM) kam erst im Oktober 1944 dazu. Junkers konnte durch die späte Auftragserteilung, erst im Dezember 1944 einen Jägerentwurf (EF 128) einreichen. Der Schulterdecker sah das vorgegebene He S 011 als Antrieb vor. Das Strahltriebwerk war im Heck des lediglich gut 7m langen Rumpfes eingebaut. Die Wartung war durch abnehmbare Verkleidungsbleche aus Leichtmetall möglich, welches man als Material für den gesamten Rumpf auswählte. Die Lufteinlässe für das Triebwerk lagen seitlich, unterhalb der beiden Tragflächen. Eine einwandfreie Strömung der Zuluft erreichte man durch die Absaugung der Grenzschicht vor den Lufteinlässen. Über eine Öffnung dicht hinter der Kabine auf dem Rumpfrücken trat die abgesaugte Luft wieder aus. Der dieselähnliche Kraftstoff J2 für die Triebwerke kam in zwei, zusammen 1025 Liter fassenden, selbstdichtenden Behältern im hinteren und mittleren Teil des Rumpfes unter. Zwei weitere Tanks mit je 270 Litern befanden sich in den Tragflächen. Die Druckkabine saß weit vorn und ermöglichte dem Piloten eine ausgezeichnete Sicht. Der Pilot verfügte für den Notausstieg über einen Schleudersitz. Gegen Beschuss war der Pilot durch eine gepanzerte Sitzlehne und Panzerplatte im Rumpfbug, sowie einer Panzerglasscheibe direkt vor ihm geschützt. Er selbst konnte über ein Reflexvisier Revi 16C oder durch ein Eigen- und Zielgeschwindigkeitsgesteuertes Visier EZ 42 Feindmaschinen angreifen. Die Maschine vefügte über ein pneumatisch nach hinten einziehbares Bugrad. Die beiden Hauptfahrwerksbeine waren ebenfalls am Rumpf befestigt und wurden nach dem Start in den Mittelrumpf, hinter die Verkleidung gezogen. Die trapezförmigen Tragflächen mit einer Pfeilung von 45° entstanden in Holzbauweise. Nur die Flügelnasen wurden mit Metall beplankt. Auf ein typisches Höhenleitwerk wurde verzichtet und durch die Querruder übernommen. Zwischen Landeklappen und Querruder kam auf jeder Flügelhälfte eine vertikal stehende Seitenleitwerksflosse zum Anbau. Ab Flügelhinterkante waren die Seitenruder angeschlossen.

 

 

Geplant wurde außerdem eine Nacht- und Allwetterjäger-Variante der EF 128 mit verlängertem und verbreitertem Rumpf, damit 2 Mann leicht versetzt nebeneinander Platz finden und die notwendige Ausrüstung untergebracht werden konnte. Der Antrieb blieb der gleiche. Die Bewaffnung wurde um 2 zusätzliche MK 108 in den Tragflächen ergänzt. Eine Variante, die auch für den Tagjäger möglich war. Im März 1945 war der Entwurf bereit zur Fertigung. Im RLM wertete man die EF 128 als brauchbaren Entwurf und plante den Serienbau für Mitte 1945. Über Modellversuche kam das Junkers-Projekt EF 128 jedoch nicht mehr hinaus. Die Pläne der EF 128 fielen 1945 den sowjetischen Truppen in die Hände.

 

Muster EF 128 EF 128 NJ
Einsatzzweck Jagdflugzeug Nacht-/Allwetterjäger
Besatzung 1 2
Stand 1944/45 Februar 1945
Spannweite 8,90m 9,20m
Flügelpfeilung in 25% Flügeltiefe 45° 43,5°
Flügelfläche 17,60m² 19,70m²
Länge 7,05m 7,50m
Höhe max. 2,65m 2,95m
Rüstgewicht 2607 kg -
Zuladung 1470 kg -
Startgewicht 4070 kg 5600 kg
Höchstgeschwindigkeit 905km/h in Bodennähe -
990km/h in 7000m -
Gipfelhöhe 13750 m -
Bewaffnung im Rumpf 2 x MK 108 - 30mm mit je 100 Schuss im Rumpf 2 x MK 108 - 30mm mit je 100 Schuss
auch 2 x MK 108 in Flächen möglich und 2 x MK 108 in Flächen geplant