Dornier Do 17

 

Bereits 1932, also noch vor der Machtergreifung Hitlers, ließ das damalige Heereswaffenamt eine Ausschreibung für ein zweimotoriges Schnellverkehrsflugzeug ausarbeiten, das wie die Ju 52 auch militärisch genutzt werden konnte. Mit der Konzipierung als ziviles Flugzeug wollte man die militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages umgehen. Als erster Entwurf von Dornier ging die Do 15 ein, der jedoch abgelehnt wurde. Der nächste Entwurf war die Do 17, deren Entwurf im März 1933 vorlag.

Der erste Prototyp, die  Do 17 V-1 war mit zwei BMW VI D/7,3-Motoren und mit einem einfachen Seitenleitwerk ausgerüstet. Die Erprobungen zeigten, daß dieses Leitwerk für die Maschine zu klein war, so daß der nächste Prototyp, die Do 17 V-2 bereits ein Doppelleitwerk erhielt. Als Antrieb wurden hier zwei BMW VI/6,0-Motoren eingebaut. Der dritte Prototyp schließlich, die Do 17 V-3, erhielt zwei französische Hispano-Suiza 123 Ybrs-Motoren. Der Erstflug der V-1 erfolgte am 23. November 1934. Nach einigen Tests wurden am 30. Dezember 1936 elf weitere Prototypen, V-4 bis V-14, in Auftrag gegeben. Am 21. Dezember 1935 machte die V-1 einen Totalbruch. Daraufhin wurde eine Ersatzmaschine gebaut, die ebenfalls die Bezeichnung Do 17 V-1 erhielt. Sie erhielt jedoch das Doppelleitwerk, ihr Kennzeichen war D-AJUN.

Der Werdegang der anderen Prototypen:

V-2, D-AHAB, wurde zum Musterflugzeug für die E-Serie.

V-3, D-ABIH, und V-4, D-AGYA, waren die Versuchsflugzeuge für den Waffeneinbau.

V-5, D-AKOH, wurde Musterflugzeug für die DLH (Deutsche Lufthansa)-Serie, die jedoch nicht gebaut wurde.

V-6, D-AKUZ, später GL+AJ, wurde zum Reiseflugzeug des Reichsluftfahrtministeriums.

V-7, D-AQYK, später KD+NE, wurde zum Musterflugzeug für die E-2-Serie mit neuer Abwehr- und Abwurfbewaffnung.

V-8, D-AXOM, V-10, D-AKUU, später RB+DK, und V-11, D-ATYA, wurden Versuchsflugzeuge für die Aufklärerversion F-1.

V-13, D-ATAH, war die erste Maschine mit DB 600-Motoren mit jeweils 950 PS. Sie wurde später der Aufkl.Gr. (F) OBdL unterstellt.

V-14, D-AFOU, wurde als Lichtbildflugzeug bezeichnet und ebenfalls der Aufkl.Gr. (F) OBdL unterstellt.

V-18 war eine Maschine der E-1-Serie mit BMW 132 F-Motoren und als Musterflugzeug für die nicht gebaute J-1-Serie vorgesehen.

V-19 war ebenfalls eine Maschine der E-1-Serie mit BMW 132 F-Motoren und als Musterflugzeug für die nicht gebaute J-2-Serie vorgesehen.

MV-1, D-AELE, später GL+AL, wurde mit DB 600 oder 601-Motoren ausgerüstet. Die Maschine diente bis zum Kriegsende für Schleppversuche bei der DFS.

MV-2, D-AUQO, war Versuchsträger für den Bramo 323-Motor.

MV-3, D-AAQU, war Musterflugzeug für die Bomberserie Do 17 M und erhielt Bramo 323 D-Motoren.

ZV-1, D-ABVD, war das Musterflugzeug für die Z-Serie.

Do 17 E-1

Die erste militärische Serienausführung. Die Maschinen hatten einen verkürzten und verglasten Rumpfbug, in den währeng des Krieges ein MG 15 zur Erdzielbekämpfung eingebaut wurde. In der Frontscheibe des Flugzeugführers war ebenfalls ein MG 15 eingebaut, diesmal aber halbstarr. Der B-Stand war offen ausgeführt und beinhaltete ein MG 15. Als erste Einheit wurde 1937 das Kampfgeschwader 51 mit den neuen Maschinen ausgerüstet. Die Maschinen hatten zwei BMW VI-Motoren, die ihnen eine Geschwindigkeit von 355 km/h verliehen, was sie zu den damals schnellsten Bombenflugzeugen machte. Praktisch erprobt wurden die Maschinen während des Spanienkrieges.

Typ: Zweimotoriger mittlerer Bomber

Flügel: Freitragender Schulterdecker, zweiholmiger Ganzmetallflügel, Unterseite zum Teil stoffbespannt. Schlitzquerruder, Spreizklappen zwischen Querruder und Rumpf

Rumpf: Ganzmetallrumpf in Schalenbauweise mit verglaster Rumpfspitze

Leitwerk: Freitragendes Höhenleitwerk in Ganzmetall, Höhenflosse im Fluge verstellbar, Höhenruder mit Trimmklappen, Seitenleitwerk doppelt als Endscheiben ausgebildet, in Ganzmetall und freitragend. Alle Ruder haben Gewichtsausgleich.

Fahrwerk: Einziehbares Normalfahrwerk. Haupträder hydraulisch nach hinten in die Motorgondel hochziehbar, Radbremsen. Verkleidetes, einziehbares Spornrad.

Triebwerk: Zwei BMW VI flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder V-Motoren mit 2 x 750 PS Startleistung. Starre dreiflügelige Holzluftschrauben. Kraftstoff- und Ölkapazität 1.117 kg. Höchstgeschwindigkeit 355 km/h.

Besatzung: 3 Mann, bestehend aus Pilot, Funker und Bombenschütze

Abmessungen: 18 m Spannweite, 16,25 m Länge und 4,32 m Höhe

Militärische Ausrüstung: 1 x 7,9 mm MG 15 halbstarr in der Frontscheibe des Führersitzes, 1 x 7,9 mm MG 15 im B-Stand und teilweise ein MG 15 im Rumpfbug. Maximale Bombenlast 500 kg, Aufhängemöglichkeit für 10 x SC 50 in zwei Magazinen, 5 x C 50 oder 1 x SC 250. Später Umrüstung für Tiefangriffe mit Elvemag C 10 für 10-kg-Splitterbomben.

Do 17 F-1

Die Version F-1 war die Photoaufklärer-Version der Serie E-1 und entsprach diesen Maschinen bis auf das Reihenbildgerät Rb 50/18 oder Rb 50/30 anstelle der Bombenzuladung. Außerdem hatten die Maschinen Blitzlichtbomben geladen.

Do 17 Ka-1

Die Version Ka-1 war die Exportversion der E-1-Serie. Sie unterschied sich von diesen durch die zwei französischen Gnome-Rhone-14-NO-Triebwerke mit je 985 PS sowie einer neuen Kanzel und neuem Rumpfbug. Die Bewaffnung bestand aus zwei MG-FN. Die Maschinen waren für den Export nach Jugoslawien bestimmt, das die Maschinen 1937 bestellt hatte.

Do 17 Kb-1

Ebenfalls eine Exportversion für Jugoslawien, die sich von der Ka-1 lediglich durch ihre elektrische Betätigung des Fahrwerks und den geschlossenen B-Stand unterschied.

Do 17 L

Musterflugzeug für die Erprobung des Bramo 323 P-Motoren. Entsprach sonst der E-Serie.

Do 17 MV-1

Einzelstück, gebaut für den Flugwettbewerb 1937 in Zürich. Der Rumpf der E-1-Serie wurde mit zwei DB 600 G-Triebwerken versehen, die je 1.050 PS entwickelten.

Do 17 MV-3

Musterflugzeug der M-Serie

Do 17 M-1

Weiterentwicklung der E-1-Serie mit elektrisch einziehbarem Fahrwerk und elektrisch betätigten Klappen. Der B-Stand war geschlossen und die navigatorische Ausrüstung wurde verbessert. Als Antrieb fanden die neuen Bramo 323 A-Sternmotoren mit jeweils 840 PS Verwendung. Die maximale Bombenlast konnte auf 1.000 kg erhöht werden, was 20 SC 50 entsprach. Als Bombenzielgerät wurde das Lofote C 7 eingebaut.

Do 17 P-1

Die Photoaufklärer-Version der M-1-Serie, der statt der Bramo-Triebwerke  mit zwei BMW 132 N-Motoren mit je 870 PS ausgerüstet war. Die Bombenabwurfgeräte wurden durch Reihenbildgeräte Rb 20/30 und Rb 50/30 oder Rb 20/18 ersetzt, außerdem konnten vier Leuchtbomben LC 50 F mitgeführt werden.

Do 17 R-1

Einzelstück, das aus der E-1-Serie entwickelt wurde und als Erprobungsträger für neue Zielgeräte diente. Der Antrieb erfolgte erst durch zwei BMW VI-Triebwerke, später durch zwei DB 600-Motoren.

Do 17 R-2

Ebenfalls ein aus der E-1-Serie entwickelter Erprobungsträger, ausgerüstet mit zwei DB 601-Motoren.

Do 17 S-O

Photoaufklärer-Version, entwickelt aus der P-1-Serie. Die drei gebauten Maschinen hatten eine größere Kanzel als die Maschinen der P-1-Serie und zwei DB 600 N-Triebwerke mit je 1.050 PS.

Do 17 U-O

Die 15 gebauten Maschinen dieser Version wurden als Führungsmaschinen für Verbände genutzt, was eine Erhöhung der Besatzungsstärke auf 5 (2 Funker) notwendig machte. Die Version wurde aus der Z-Serie entwickelt.

Do 17 Z-Reihe

Die 1939 angelaufene Serie unterschied sich von ihren Vorgängermustern durch eine neue, größere Kanzel, in der die vier Mann Besatzung Platz fanden. Neu war auch der C-Stand. Die Maschinen sollten anfangs mit vier MG ausgerüstet werden, diese Zahl stieg im Laufe der Zeit auf bis zu 8. Insgesamt wurden 506 Maschinen gebaut, die meistgebaute Unterart war die Z-2.

Typ: Zweimotoriger mittlerer Bomber

Flügel: Freitragender Schulterdecker, zweiholmiger Ganzmetallflügel, Unterseite zum Teil stoffbespannt. Schlitzquerruder, Spreizklappen zwischen Querruder und Rumpf.

Rumpf: Ganzmetallrumpf in Schalenbauweise mit verglaster Rumpfspitze

Leitwerk: Freitragendes Höhenleitwerk in Ganzmetall, Höhenflosse im Fluge verstellbar, Höhenruder mit Trimmklappen. Seitenleitwerk doppelt als Endscheiben ausgebildet, in Ganzmetall und freitragend. Alle Ruder haben Gewichtsausgleich.

Fahrwerk: Einziehbares Normalfahrwerk. Haupträder hydraulisch nach hinten in die Motorgondel hochziehbar, Radbremsen. Verkleidetes, einziehbares Spornrad

Triebwerk: Zwei Bramo 323 P, Geschwindigkeit 410 km/h, Dienstgipfelhöhe 8.200 m.

Besatzung: 4 Mann

Abmessungen: 18 m Spannweite, 15,80 m Länge und 4,60 m Höhe.

Do 17 Z-1

Serienausführung als Bomber mit 4 Mann Besatzung. Sämtliche Maschinen wurden später zu Z-2-Mustern umgebaut.

Do 17 Z-2

Weiterentwicklung der Z-1-Serie mit Bramo 323 P-Motoren.

Do 17 Z-3

Photoaufklärer-Ausführung der Z-2-Serie, entwickelt für bewaffnete Aufklärungseinsätze. Insgesamt wurden 22 Maschinen gebaut.

Do 17 Z-4

Schulflugzeug mit Doppelsteuerung, Truppenumbau in den Frontwerften.

Do 17 Z-5

Umgebauter Bomber der Z-2-Serie mit Seenotausrüstung. Außerdem hatten die Maschinen aufblasbare Auftriebskörper links vorne im Rumpf sowie in den Motorgondeln.

Do 17Z-6 Kauz I

Musterflugzeug für einen Nachtjäger, bewaffnet mit einem MG FF und drei MG 17.

Do 17 Z-10 Kauz II

Nachtjägerversion mit gepanzertem Bug, bewaffnet mit vier MG 17 und vier MG FF. Teilweise auch Ausrüstung mit einem MG 17 als "schräge Musik". Als Spezialausrüstung wurde ein Nachtsuchgerät FuG 212 »Lichtenstein« C 1 und ein Spanner II eingebaut. Insgesamt wurden neun Flugzeuge gebaut.

Do 17 Z-10

Geplante Ausführung als Seeflugzeug auf Schwimmern. Die Maschinen sollten als schnelles Seekampfflugzeug dienen und waren mit zwei MG 17 und zwei MG 204 ausgerüstet. Die Maschinen sollten mit Sturzflugbremsen ausgerüstet und mit zwei DB 601 A-Motoren bestückt werden.