Artillerieschulschiff "Bremse"

 

Bootstyp:
Das Artillerieschulschiff "Bremse" war eine Einzelanfertigung.

Morsename: ?

Flaggenname: ?

Friedenskennung: -

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 22. April 1930

Stapellauf: 24. Januar 1931

Indienststellung: 14. Juli 1932

Bauwerft: Oderwerke, Stettin

Besatzung: 84 Mann

Baukosten: ?

Verdrängung: 1.870 ts

Länge über alles: 103,62 m

Breite: 9,5 m

Tiefgang: 2,85 m normal

Maschinenanlage: Acht MAN 8 Zylinder-Zweitakt-Dieselmotoren mit Vulkangetriebe

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 28.400 WPS

Höchstgeschwindigkeit: 29,1 kn

Fahrbereich: 8.000 sm bei 19 kn

Bennstoffvorrat: 270 t

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: Vier 12,7-cm SK L/45 C 25

Flak: Zwei bis acht 2-cm FlaMG L/65 C 30

Torpedos: keine

Wasserbomben: keine

Minen: max. 102 EMC oder 132 UMA oder 156 EMA

Minenräumgeräte: keine

Kommandanten:

 

Beschreibung des Bootes:

Das Artillerieschulschiff "Bremse" war als Ersatz für das alte Artillerieschulboot "Drache" vorgesehen. Wichtigstes Merkmal des neuen Schiffes sollte die Möglichkeit einer realistischen Artillerieausbildung sein. Gleichzeitig sollte der Neubau auch als schneller Aufklärer eingesetzt werden können. Ursprünglich war sogar ein Aufklärungsflugzeug für das Schiff vorgesehen. Wegen der befürchteten Einsprüche der Siegermächte wurde jedoch vom ursprünglichen Entwurf abgesehen. Am 9. September 1929 ging daher der Auftrag zum Bau eines kleineren, mit Dieselmotoren ausgestatteten Schiffes an die Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven. Der Neubau sollte nun im Frieden als Artillerieschulschiff und im Krieg als Minenschiff dienen. Bei den Probefahrten kam zum Vorschein, daß da Schiff stark topplastig war und es um seine Stabilität nicht gut bestellt war. Deshalb ging das Boot sofort wieder in die Bauwerft zurück und wurde bis 1933 umgebaut. Dabei wurde der 15 m hohe Röhrenmast samt Artillerieleitstand ausgebaut und durch einen einfachen 17 m hohen Pfahlmast ersetzt. Die Brückenaufbauten und die Hütte blieben unverändert. Zu einer Gewichtsreduzierung kam es auch durch Kürzung der beiden 10 m hohen Schornsteine um etwa 3,5 m und den Verzicht auf die bisher darauf montierten Kappenaufsätze. Die auf dem Schulschiff eingebauten 12,7-cm Geschützen waren damals eine Neuentwicklung. Vorgesehen waren diese ursprünglich für die Torpedoboote der "Raubvogel-" und "Raubtier-Klasse". Diese Geschütze sind zwar entwickelt worden, durften aber wegen Einspruchs der Versailler Mächte nicht auf ihnen eingebaut werden.

Lebenslauf:

Das Artillerie-Schulschiff "Bremse" wurde am 14. Juli 1932 in Wilhelmshaven in Dienst gestellt. Wegen der starken Topplastigkeit ging das Boot kurz darauf wieder in die Bauwerft und wurde erst 1933 wieder in dienst gestellt. Das Schiff unterstand der Schiffsartillerieschule und diente dieser als schwimmende Ausbildungsplattform. Sein Hauptliegehafen war Kiel. 1939 spielte das Schiff in einem Film mit und verkörperte hier einen britischen Kreuzer "Sydney", indem man dem Schiff zwei Schornsteinattrappen aufgesetzt hatte. Bei Kriegsbeginn nahm "Bremse" an der Verminung der Deutschen Bucht und an der Handelskriegsführung in der Ostsee teil und wurde darüber hinaus auch im Geleitschutz eingesetzt. Von Herbst 1939 bis Frühjahr 1940 war das Schiff wieder der Schiffsartillerieschule unterstellt und nahm im April1 940 an der Besetzung von Norwegen teil. Das Schiff gehörte zur Kriegsschiffgruppe 3 mit dem Ziel Bergen. Beim Eindringen in die norwegischen Küstengewässer erzielten norwegische Küstenbatterien zwei 21-cm Treffer auf "Bremse" und beschädigten diese schwer, Das Schiff ging nach Stavanger ins Dock. Anfang August 1940 waren die Reparaturen beendet und "Bremse" wurde in der westlichen Ostsee und in südnorwegischen Gewässern zur Sicherung von Versorgungsgeleiten eingesetzt. Am 1. November 1940 kollidierte "Bremse" vor Frederikshavn mit dem Frachter "Donau" und wurde dabei leicht beschädigt. Am 2. Dezember 1940 hatte das Schiff im Faafjord Grundberührung und ging anschließend wieder nach Stavanger ins Dock. Die Reparatur dauerte bis Juni 1941. Anschließend wurde das Schiff wieder zum Geleitschutzdienst eingesetzt. Am 30. Juli 1941 wurde das Schiff in Kirkenes von 29 britischen Trägerflugzeugen angegriffen, aber nicht beschädigt. Anfang September 1941 sicherte "Bremse" vor der norwegischen Küste Transportschiffe. Dabei wurde ein Geleit mit zwei Frachtern am 6. September vor dem Mageröy-Fjord von den britischen Kreuzern "Nigeria" und "Aurora" gestellt und in ein Gefecht verwickelt. "Bremse" gelang es, sich zwischen die Frachter und die Kreuzer zu schieben und den Frachtern so die Flucht zu ermöglichen. "Bremse" wurde dabei jedoch schwer getroffen und sank.