Bordraketen

Bordrakete RZ 65

Im November 1941 wurde unter Dr. Klein mit der Entwicklung einer drallstabilisierten Bordrakete bei Rheinmetall-Borsig begonnen. Zur Tarnung wurde die Entwicklung unter der Bezeichnung "RZ" = Rauchzylinder geführt. Die RZ 65 war zur Bekämpfung von Bodenzielen vorgesehen. Die Treffergenauigkeit der Raketen war jedoch gegenüber dem MG/FF so schlecht, dass es zu keiner Serienfertigung kam.

 

Bordrakete RZ 73

Aus der RZ 65 wurde die RZ 73 entwickelt. Die in ihren Ausmessungen größere Rakete wurde teilweise im Einsatz erprobt.

 

Bordrakete RZ 100

1941 entwickelte Rheinmetall-Borsig diese extrem vergrößerte Variante mit einem Kaliber von 420 mm und einem Gewicht von 730 kg. Es gab nur einen Bordversuch mit einer Me 210, der mit erheblichen Zerstörungen an deren Rumpf endete. Die Entwicklung der drallstabilisierten Raketen wurde daraufhin eingestellt.

 

Werfergranate 21

Beim Heer wurde seit Kriegsbeginn der sog. "Nebelwerfer" eingesetzt. Als Notlösung gegen die immer schwerer gepanzerten Bomber der Alliierten erprobte man Ende 1943 die Montage eines Werfer-Rohres des 21-cm Nebelwerfers 42 unter die Tragflächen von Jagdflugzeugen Me 109, Fw 190 und Me 110. Mit diesem Proviorium ließen sich doch einige Erfolge erringen.

 

PD 8,8-cm Panzerbüchse

Auf der Suche nach einer schnell zu fertigen Panzerbekämpfungswaffe stieß man auf die Panzerbüchse des Heeres. Diese wurde in Frontwerkstätten unter den Tragflächen von Fw-190 zu vier bis acht Stück montiert und ab Oktober 1944 an der Front erprobt. Da die Fw 190 zum Verschuß der Waffe aber auf 490 km/h verlangsamen mußte, wurde sie ein leichtes Opfer der feindlichen Flak und Jäger, was zum Abbruch der Versuche zwang.

 

R4/M "Orkan"

Als Ersatz für die PD 8,8-cm Panzerbüchse wurde bei der Firma Heber in Osterode die R4/M "Orkan" entwickelt. Die ab 1945 beim Jagdverband 44 erprobten Raketen waren äußerst einfach gebaut und besaßen faltbare Stabilisierungsflossen. Die Sprengladung im Kopf bestand aus 0,5 kg Hexogen, die Reichweite betrug bis zu 2.000 m. Die Rakete konnte sowohl gegen Luft- wie auch gegen Bodenziele eingesetzt werden und erzielte bis Kriegsende noch große Erfolge.