U 534

Typ:

IXC/40

Kiellegung:

20. Februar 1942

Stapellauf:

23. September 1942

Indienststellung:

23. Dezember 1942

Feldpostnummer:

M 49357

Kommandanten:

Dezember 1942 - Mai1945 Oberleutnant Herbert Nollau

Lebenslauf:

Dezember 1942 - Februar 1944 4. U-Flottille (Ausbildung)

Mai 1944 - November 1944 3. U-Flottille (Frontboot)

November 1944 - Mai 1945 33. U-Flottille (Frontboot, nicht mehr im Einsatz)

Feindfahrten:

Drei Feindfahrten ohne Erfolge:

1. Feindfahrt vom 27. April 1944 - 13. August 1944: keine Erfolge.

2. Feindfahrt vom 25. August 1944 - 24. Oktober 1944: keine Erfolge. Auf der Fahrt schoss das Boot am 27. August 1944 eine Wellington ab.

5. Mai 1945 - 5. Mai 1945: Keine Erfolge. 

 

DAS BOOT

Der Auftrag zum Bau des Unterseeboots mit der Baunummer 352 wurde am 10. April 1941 an die Deutsche Werft AG, Hamburg in Finkenwerder erteilt. Die Kiellegung fand am 20. Februar 1942 statt, am 23. Oktober der Stapellauf. Das Boot vom Typ IXC/40 erhielt die Kennung U-534.
Kurz nachdem U-534 in Dienst gestellt wurde kam es an Bord ohne erkennbaren Grund zu einem Kabelbrand, woraufhin das Schiff zwecks umfangreicher Reparaturarbeiten zurück in die Werft musste.
Kommandant an Bord von U-534 wurde Kptlt. Herbert Nollau, geboren 1916, Offiziersausbildung 1936. U-534 trug als Symbol die Olympischen Ringe am Turm, eine Anspielung auf die deutschen Erfolge bei den Spielen 1936 in Berlin.

Im Januar 1943 unternahm das Boot die erste Probefahrt nach Kiel. Alles verlief reibungslos. Vor Pillau wurden Tauchmannöver geübt und auch Notsituationen durchgespielt. das nächste Ziel war die Torpedotestanlage in der Danziger Bucht, auf der Halbinsel Hela. Anschließen wurde auf dem Unterseeboot offenbar eine Delegation von Gästen aus Japan empfangen und auch ausgebildet. Anschließend übernahmen die Japaner ein Schwesterschiff von U-534 - U-1224 (später umgetauft in Ro 501). Das U-Boot der Kaiserlichen Japanischen Marine wurde am 15.02.1944 auf der Überführung nach Japan vor den Kaverdischen Inseln von einem amerikanischen Zerstörer mit Wasserbomben versenkt. Ein doppelt harter Rückschlag für die Japaner, da sich an Bord des Unterseebootes auch Teile für einen Prototypen des neuen deutschen Superjets Messserschmidt ME 163A befanden.

U-534 wurde anschließend für seinen erste Feindeinsatz ausgerüstet. Kurz vor dem Auslaufen jedoch mussten 16 Mann der Besatzung mit Verdacht auf Gelbsucht in das Lazarett. Der Einsatz fand nicht statt und später sollte das Boot eine Sonderaufgabe erfüllen: Die neuen, akustischen Torpedos vom Typ Zaunkönig T5 unterlagen zu diesem Zeitpunkt dem Grad allerhöchster Geheimhaltung. Diese Torpedos waren in der Lage mit Hilfe eines Geräuschsensors (eigentlich trug nur dieser den Namen Zaunkönig) ihre Ziele anhand der Schraubengräusche im gewissen Rahmen selbst zu finden und anzusteuern.
Das Unterseeboot wurde zur Erprobung der neuen Waffe eingesetzt. Hierbei kam es auch zu gefährlichen Situationen. Z.B. wollte U-534 einen "liegengebliebenen" Torpedo einsammeln und hatte deshalb die Maschinen ausgeschaltet, als der Torpedo plötzlich erneut startete und den Bunkertank an BB rammte. Obwohl die Torpedos natürlich mit keiner Sprengladung ausgestattet waren, hätte die Situation schwerwiegendere Folgen haben können, als dies mit der großen Beule in der Außenhaut der Fall gewesen war. Mit Hilfe der Tests wurde T5 weiterentwickelt zu zum T11 und in den folgenden Monaten zum Schicksal unzähliger feindlicher Schiffe.

Später lief U-534 die Werft in Stettin an. Hier wurden Umbauarbeiten vorgenommen und eine Antiluft-Geschützplattform hinter dem Turm montiert, ein sogenannter Wintergarten. Hier wurden ein doppelläufiges Maschinengewehr (20 mm) und ein 3,7'er Geschütz angebracht. Die 10,5 cm Kanone wurde gleichzeitig vom Vordeck entfernt. Anschließend lief das Schiff erneut nach Kiel, damit die Mannschaft im Umgang mit den neuen Geschützen unterwiesen und letzte Umbauten abgeschlossen werden konnten.
Am 27.04.1944 lief das U-Boot nun endlich zu seiner ersten Feindfahrt aus. 

Die Route führte gen Norden, vorbei an Langeland, Samsö und Anholt in den Skagerrak. Hier traf das Boot erneut ein Unglück: heimlaufende U-Boote hatten bemerkt das U-534 scheinbar Öl verlor und eine schimmernde Spur nach sich zog. Eine leichte Fährte für feindliche Flieger und Schiffe. In Bergen (Norwegen) wurde der Schaden von Mechanikern der 8. Nordmeerflotte behoben und am 8. Mai konnte die Fahrt fortgesetzt werden: Nördlich vorbei an den Shetland-Inseln, auf den offenen Atlantik. U-534 strich durch den Nordatlantik durch Stürme und Schnee, nur gelegentlich konnte man einen Blick auf Grönlands Küste erhaschen.
Täglich wurden Wetterdaten gesammelt und gesendet. Man war sich der Gefahr bewusst die ein Einsatz im "Vorgarten" der Amerikaner mit sich brachte. Diese hatten offenbar neue Techniken entwickelt und feindlich Unterseeboot aufzuspüren, sogar Angriffe in der Nacht durch feindliche Flieger verliefen für die Deutschen immer öfter tödlich. Wie gefährlich der Einsatz hier draußen war zeigte sich auch als das U-Boot, welches U-534 ablösen sollte, kurz nach der Ankunft im Einsatzgebiet von einem amerikanischen Zerstörer entdeckt und mit Wasserbomben versenkt wurde.

Während des 97 Tage dauernden Einsatzes lagen die Nerven der 48 Mann an Bord blank. Hinzu kamen die schlechten Lebensbedingungen:
Das Brot war verschimmelt, Fett ranzig, die Salamie schmeckte nach Öl und Lebensmittel die auf der Toilette gelagert worden waren rochen und schmeckten nach menschlichen Absonderungen. Es gab nur eine Toilette für 48 Männer, da viele aufgrund der schlechten Ernährung auch gelegentlich etwas längere Zeit hier verbringen mussten trug auch dies zum Unmut bei. Die Fäkalien mussten anschließend außenbord gepumpt werden, fehlerhafte Bedienung und defekte Toiletten werden als Untergangsursache einiger Unterseeboote vermutet.
Aufgrund der Enge und der Anspannung kam es an Bord oft zu Zusammenstössen und Reibereien unter den Männern. Die Mannschaft konnte sich auch nicht mit dem Erfolg hin und wieder ein Schiff zu versenken über die schlechten Umstände hinweg trösten. Nur wenige, schnelle Schiffe passierten gen Russland, es bestand keine Chance die Schiffe zu verfolgen. An Bord herrscht echte Frustration. Nollau vermied einen totalen Kollaps der Mannschaft mit strenger Disziplin.

Endlich kam der lang erwartete Befehl zum Stützpunkt Lorient in Frankreich zu laufen !

Kurz darauf: "Alarrrm! Granateneinschlag 50 Meter an Steuerbord, querab!"
Höchste Anspannung an Bord. Niemand weiß wie es so unerwartet zu einem Angriff kommen konnte. Besteht noch Hoffnung zur Flucht, oder sollte dieser lange, sinnlose Einsatz für alle nun auch noch tödlich enden ?
Wenig später Erleichterung: Der "Einschlag" an STB hatte sich als Gischtfontäne eines Wals erwiesen, der das U-Boot bereits seit einigen Tagen begleitete.

Die Funkmeldung erreichte das Schiff wenige Stunden vor dem geplanten Einlaufen im Hafen: Nach hartem Kampf war Lorient den alliierten Truppen in die Hände gefallen, ersatzweise sollte Bordeaux angelaufen werden. Allerdings war auch diese Stadt bereits eingeschlossen und wurde heftigst bombardiert. Je näher man dem Hafen kam, desto größer wurde die Gefahr von Anti-U-Boot-Flugzeugen entdeckt und angegriffen zu werden. Man beschloss den Tag auf eine Tiefe von 60 Metern getaucht abzuwarten und erst in der Nacht die Fahrt fortzusetzen. In den letzten zweieinhalb Stunden vor dem Einlaufen ertönte der Fliegeralarm wieder und wieder. Jedesmal folgte ein Alarmtauchen. Wenig später hatte man zu wenig Druckluft an Bord um noch einen weiteren Tauchgang zu riskieren.
Als letzten Ausweg setzte man 60 Ballons aus Staniolpapier an der Oberfläche aus. Dieser Lockvogel sollte den Radaranlagen der angreifenden Flieger ein Ziel simulieren, während sich das Unterseeboot in der Nacht davonschlich.
Kurz vor dem Ziel wurde U-534 von vier Eskortschiffen empfangen, kurz bevor erneut ein heftiger Fliegerangriff einsetzt. Alle Schiffe feuerten mit allem was sie zu bieten hatten. Nur das Unterseeboot war noch unversehrt als die Flieger bei Tagesanbruch den Angriff abbrachen. Alle Begleitschiffe waren versenkt worden.
U-534 konnte in den sicheren U-Boot-Bunker flüchten. Hier herrschte erst einmal Sicherheit vor den massiven Bombardements. Zementstaub rieselte von der Decke und legt sich als Schleier über die angeschlagenen U-Boote und ihre ebenso angeschlagenen Besatzungen.
Dumpfes Dröhnen hallte durch die gewaltigen Stahlbetonwände und die Männer waren gequält von der Unsicherheit ob der Bunker den Angreifern standhalten können würde.

Der Bunker überstand den Angriff und mit ihm U-534 und seine Mannschaft. 

Bei anschließenden Reparatur- und Umbauarbeiten wurde das Boot mit einem Schnorchel ausgestattet. Dieser sollte es ermöglichen, sich im getauchten Zustand mit Maschinenkraft aus der Gefahrenzone zu schleichen. Trotz der immer zahlreicher werdenden Sabotageaktionen der französischen Werftarbeiter war U-534 am 25. August wieder seeklar. Kapitän-Leutnant Nollau war der Meinung das es am sinnvollsten wäre das Schiff aufzugeben und auf dem Landweg nach Deutschland zu flüchten. Ein Mitglied der Besatzung war zwischenzeitlich desertiert.
Das U-Boot verließ den Hangar und führte nur einen kurzen Testtauchgang im flachen Wasser durch. Eskortfahrzeuge gab es nicht mehr, die letzten hatten sich bereits selbst versenkt. U-534 setzte Störsenderbojen an beiden Seiten aus und säuberte sich so den Weg selbst von den zahlreichen Minen, die von den Flugzeugen abgeworfen worden waren.
Jede Mine enthielt 750 Kilogramm Sprengstoff und wenn wieder einen detonierte stieg eine Wasserfontäne auf und ein dumpfer Knall hallte durch den Rumpf. Alle Mann die nicht unter Deck benötigt wurden standen an Deck und hatten die Rettungswesten umgelegt. Aufgeblasene Rettungsboote lagen bereit. Gischt und Schlamm ging auf die Matrosen nieder.
Als man die verminte Zone durchbrochen hatte beschloss man zu tauchen bis es Nacht war und erst dann die Fahrt fortzusetzen.

Die Meldung aus dem Untergrund, dass es ein deutsches Unterseeboot geschafft hatte Bordeaux zu verlassen, versetzte die alliierten Jäger in höchste Alarmbereitschaft. Zerstörer und Anti-U-Boot Flugzeuge gingen unermüdlicht bei Tag und Nacht auf Patrouille.
Als U-534 gerade auf Tauchfahrt war und eine Tiefe von 63 Meter erreicht hatte, vernahm der Mann am Hydrophon das charakteristische Geräusch der Schrauben eines Zerstörers. Das Boot tauchte tiefer. Es war ein Risiko da noch keine Testtauchgänge in diese Tiefen durchgeführt worden waren, nachdem das Schiff in der Werft gelegen hatte. 
"Ping-Ping-Ping" schallte es immer wieder durch den Schiffskörper als die Schallwellen des ASDIC-Aktivsonars des Zerstörers auf die Metallhaut des Unterseeboots trafen und zurückgespiegelt wurden.
U-534 schlich sich entlang der Küste davon, der Zerstörer jedoch suchte nach dem U-Boot weiter draußen im tieferen Wasser.
Später tauchte das Boot auf und setzte seine Flucht fort. Die Ruhe hielt nur eine halbe Stunde, bevor der Fliegeralarm ertönte.
5 feindliche Flugzeuge griffen von BB an.
Die Brückenwache stürzte den Turm hinab, als letzter Mann Oberleutnant zur See Brinkmann. Er hatte den zweithöchten Rang an Bord inne. Als er sich in die Zentrale stürzen wollte, verklemmte er sich in der Turmluke - er steckte fest. Einige hektische und ebenso akrobatische Befreiungsversuche schlugen fehl. Das Schiff befand sich bereits im Abtauchmannöver. Brinkmann sah unter sich in der Zentrale LI Schlumbergers bleiches Gesicht. "Turmlucke schließen" brüllte er, aber Brinkmann wusste das er es nicht schaffen konnte und brüllte zurück "Zentrallucke schließen".
Schlumberger erkannte die Situation und schloss die Luke vor Brinkmanns Augen. Das U-Boot tauchte ab und rettete sich. Oberleutnant zur See Brinkmann wollte sich opfern um Kameraden und Schiff zu retten.

So schnell wie möglich tauchte das Schiff auf und alle Menschen an Bord staunten nicht schlecht als sie in der Turmluke den halbertrunkenen, aber lebendigen Brinkmann fanden. Der Wasserdruck hatte die Turmklappe von außen dichtgedrückt und dem tapferen Seemann wie ein Wunder das Leben gerettet.

Die weitere Flucht sollte in geringer Tauchtiefe unter Einsatz des Schnorchels erfolgen. Ein erster Versuch scheiterte und Abgase breiten sich im Inneren des Schiffs aus. Die Besatzung musste an Deck evakuiert werden.
Erst bei einem zweiten Versuch funktionierte der Schnorchel und das Schiff konnte getaucht den Dieselantrieb nutzen. Jedesmal wenn durch eine Welle Wasser in den Schnorchel eindrang, saugte die Dieselmaschnie Luft aus dem Inneren des Schiffs an und es entstand ein Unterdruck. Hierdurch kam es auch zu Verletzungen der Trommelfelle. Die U-Boot-Leute nennen dies sarkastisch "Trommelfell-Gymnastik".
Das Schiff fuhr in 8 Metern Wassertiefe und ständig wurde mit dem Periskop nach feindlichen Schiffen und Flugzeugen gespäht. Einmal kam es bei einem einem Nottauchmannöver zu einem Zwischenfall bei dem durch den Schnorchel Wasser ins Schiffsinnere eindrang.
25 Tonnen eingedrungenes Wasser ließen das Boot wie einen Stein sinken. An dieser Stelle war der Ozean 600 Meter tief und die maximale Tauchtiefe von 200 Meter war schnell unterschritten. Der raschen Reaktion der Besatzung war es zu verdanken das U-534 nicht bereits hier sein Schicksal fand. Umgehend wurden alle Tanks angeblasen, die Tiefenruder hart nach unten gelegt, die E-Maschinen auf vollen Fahrt gesetzt und alle verfügbaren Männer liefen nach achtern.
Das Boot sackte wie im Fahrstuhl auf 268 Meter durch, bevor es abgefangen werden konnte. Dann näherte es sich zunächst quälend langsam wieder der Oberfläche.
Die Pumpen liefen auf auf vollen Touren und das Schiff stieg nun immer schneller. Bald durchbrach es schäumend die Wasseroberfläche und befand sich mitten zwischen den Schiffen einer spanischen Fischereiflotte.

Herum um Irland, hinaus auf den Atlantik, nördlich der Färör-Inseln und entlang Norwegens Westküste schlich sich U-534 zurück nach Deutschland. Zwischenzeitlich wurde Kristiansand in Südnorwegen angelaufen um Reparaturen durchzuführen und die Vorräte aufzustocken.
Nach 39 Tagen endete die Flucht von U-534 in Flensburg, 21 Tage davon hatten aus ununterbrochene Schnorchelfahrt bestanden.
Dönitz würdigte die Leistungen von Mannschaft und Schiff anschließend.

DAS ENDE

Auf der Oder-Werft in Stettin wurde das leidgeprüfte U-Boot grundlegend überholt. Der provisorische, feste Schnorchel wurde gegen einen Teleskopschnorchel ausgetauscht, eine Dieselmaschine wurde repariert und andere kleinere Umbauten wurden vorgenommen.
Anschließend bunkerte U-534 17 Tonnen Proviant, 22 Torpedos und 120 Tonnen Dieselöl.
Am 01. Mai war das Schiff erneut seeklar.
Das Schiff wurde nach Lübeck verlegt um weiteren Treibstoff an Bord zu nehmen. Als die Mannschaft in die Lübecker Bucht einlief lagen dort etwa 20 bis 25 Unterseeboote des neuen Typs XXI vor Anker - die ersten U-Boote die in erster Linie für den Unterwassereinsatz konstruiert worden waren und nicht als Überwasserschiffe die auch tauchen konnten. Sie waren auch Vorbild für die Nachkriegsmodelle des U-Boots und standen in der sowjetischen Flotte bis 1970 im aktiven Dienst.

Kurze Zeit später kam es zu einem tragischen Zwischenfall: Den Marinesoldaten war zu Ohren gekommen das die Engländer Maschinen vom Typ Heinkel HE-111 erbeutet hatten und nun mit den deutschen Maschinen Angriffe flogen. Als nun eine dieser besagten Maschinen sich im Tiefflug und ohne Erkennungssignal U-534 näherte ließ Nollau das Feuer eröffnen und die Maschine abschießen.
Später stellte sich jedoch heraus das die Maschine versucht hatte in Friedrichsort notzulanden.

U-534 lag vor Helsingör im Öresund als am 05. Mai 1945 die Teilkapitulation Deutschlands unterschrieben wurde.
Morgens hörte man auf den U-Boot, dass getaucht auf dem Grund lag die Explosion einer Handgranate im Wasser. Dies war das Zeichen das die U-Boote, die hier versteckt lagen, auftauchen sollten. Der Hafenmeister hatte neue Nachrichten: Um acht Uhr war das Waffenstillstandsabkommen bis zum 56. Breitengrad abgeschlossen worden. Nördlich dieser Linie war der Krieg beendet.
Zeitgleich mit U-534 kamen 3 Boote vom Typ XXI an die Oberfläche. Da Nollau der dienstältelste Offizier war beschloss er das die "Gruppe Nollau" die Fahrt nördlich fortsetzen solle. Alle Schiffe lagen bereits zwei Seemeilen nördlich des 56. Breitengrads.

Der Konvoi fuhr an Kullen vorbei in den Kattegat und wollte östlich der Insel Anholt passieren. An Bord herrscht ausgelassene Stimmung. Der Koch hatte, so gut es ging, ein Festessen aus dem kargen Proviant zubereitet und die Männer freuten sich darauf endlich den Krieg und das Boot hinter sich lassen zu können.

Die Liberator-Bomber entdeckten die nordwärts laufenden Unterseeboote auf einem Patroulienflug. Die vier Flugzeuge waren bereits von den Turmwachen der Schiffe beobachtet worden als sie zum Angriff übergingen. An Bord hatte man nicht damit gerechnet.
"Mann, die schießen ja......!" Die Geschütze waren nicht besetzt, weil man es nicht für nötig erachtet hatte und Provokationen vermeiden wollte. U-3503, unter dem Kommando von Kplt. Hugo Deiring geriet als erstes ins Fadenkreuz der Angreifer. Die Maschinen schossen über das Schiff hinweg auf U-534 zu.
Ein Alarmtauchen war aufgrund der flachen Wassertiefen unmöglich. Von achtern her überflog eines der Flugzeuge das U-Boot und warf eine Bombe ab, die nur 6 Meter querab an BB neben dem Schiff einschlug. Der Tank wurde beschädigt und U-534 bekam starke Schlagseite, richtete sich kurze Zeit später aber wieder auf. Einige Tonnen Wasser waren ins Innere eingedrungen. Die Mannschaften eröffneten das Feuer auf die Angreifer. Eine Maschine geriet 3 Seemeilen vor den Schiffen in Brand und stürzte ins Meer. 3 Maschinen waren übrig. 
Das 3,7er Geschütz an Bord von U-534 hatte einen Funktionsfehler und war nicht einsatzbereit als die Angreifer zurückkehrten. Eine Bombe traf das Achterdeck, kurz hinter dem Turm. 
Die Flucht endete hier. Das U-Boot verringerte schlagartig seine Fahrt von 18 Knoten auf null und begann über achtern zu sinken. Das Schiff hatte nun sein Leben beendet. Den 3 Typ XXI-Booten war die Flucht gelungen.

Als das Boot sank befanden sich noch 5 Menschen im Boot denen die Flucht an Deck nicht gelungen war. Sie befanden sich im vorderen Torpedoraum und hatten die Order das Schiff zu verlassen nicht gehört. Das Schiff lief schnell mit Wasser voll. 7 Bar Druck pressten das Wasser ins Schiffsinnere. Die Männer waren im Stahlbauch eingeschlossen. 23 Tonnen Wasserdruck lasteten auf der verschlossenen Torpedoluke - sie zu öffnen war unmöglich.
Es gab nur eine Möglichkeit: Der Raum musste geflutet werden um den Druck anzugleichen, somit würde sich die Klappe öffnen lassen. Ventile wurden geöffnet und Wasser strömte ins Innere, erst wenig, bald tosend in Fluten. Das Licht erlosch als die Akkumulatoren erstarben. Die Männer sprachen nicht miteinander als das Wasser immer höher an ihnen aufsteigt.
Die Luke ließ sich bald öffnen und die letzte Luft im Boot wich in Sekunden dem Wasser. Vier Männer schwammen aus der Öffnung und hatten nur das Ziel dem nassen Grab zu entkommen, aus der dunklen Kälte nach oben zur Sonne. Ein Mann hing noch mit seiner Rettungsweste im Inneren Fest und konnte sich erst kurze Zeit später befreien und aus der offenen Luke schwimmen.

Alle Männer erreichen die Oberfläche. Alle leben, doch der 18 Jahre junge Funker verkraftete die rasche Druckveränderung nicht. Die anderen hörten seine gurgelnden Schreie nach seiner Mutter noch - dann war er tot.
Die Rettungsboote steuerten mit den Überlebenden nach Südwesten. Am Nachmittag wurden sie vom Wachtschiff 101 (ehemals "Reserve-Aussenjade") entdeckt und gerettet. Die Verletzten wurden versorgt. Auch die Leiche des englischen Piloten aus der abgeschossenen Liberator-Maschine konnte geborgen werden. 
Am nächsten Tag, dem 06. Mai 1945, wurden die Überlebenden nach Aarhus gebracht und dort interniert - für sie war der Krieg vorbei !

1993 wurde das Boot gehoben und in ein Museum nach Birkenhead nach England gebracht.

Artikel von Sven und der Internetseite http://www.ostseewracktauchen.de