Arado Ar 95

 

Die beim Bau der Ar 81 gewonnenen Erkenntnisse wurden 1936 auch in den Bau eines Seeflugzeuges gesteckt. Dieses katapultfähige Flugzeug sollte sich als Torpedoträger, Nahaufklärer, Fernaufklärer, Bomber, Nebler und als Scheibenschlepper einsetzen lassen. In Travemünde wurde der Prototyp genauen Tests und einem Vergleichsfliegen mit der Fw 58 unterzogen. Das Technische Amt entschied sich für den Ar 95-Prototyp V-1 (D-OLUO), der mit einem BMW 132-Sternmotor ausgestattet war, welcher durch eine NACA-Haube abgedeckt wurde. Der zweite Prototyp V-2 (D-OHEO) entsprach vollkommen der V-1, wurde aber durch einen Jumo-210 Reihenmotor angetrieben. Dieser erwies sich aber als zu schwach, weshalb bei der Serienmaschine wieder der BMW-Motor eingebaut wurde.

Ar 95 A-Reihe

Die Zelle der Serienausführung war gegenüber der V-1 leicht verbessert worden, die bisher aerodynamisch ausgeglichenen Seitenruder erhielten Gewichtsausgleich und die Kabine wurde bis über den Sitz des Schützen im B-Stand durchgezogen. Die Form der NACA-Haube wurde leicht verändert. Die Maschinen dieses Typs wurden auch exportiert, z.B. an Chile. Der Doppeldecker hatte einen Ganzmetallrumpf mit ovalem Querschnitt in Schalenbauweise und ein freitragendes Normalleitwerk. Die Schwimmer waren einstufige Ganzmetallschwimmer mit stark gekieltem Boden, der durch sechs Schotten unterteilt wurde. Die mitgeführten 1370 Liter Treibstoff konnten mit zwei Zusatzbehältern zu jeweils 225 Liter ergänzt werden. Der BMW 132 Dc-Motor brachte die Flugzeuge auf eine maximale Geschwindigkeit von 302 km/h und eine Reichweite von 2200 km. Die Dienstgipfelhöhe betrug 7300 m. Die Besatzung bestand aus Pilot, Funker und Bordschütze. Bewaffnet waren die Maschinen mit einem MG 17 an der Rumpfoberseite und einem MG 15 in Arado-Kurbellafette im B-Stand. Als Außenlast konnte entweder eine 250 kg Bombe oder ein Lichtbildgerät geladen werden. Die Maschinen waren 10,1 m lang, 12,5 m breit und 5,2 m hoch. 1939 wurden zwölf Maschinen an die 3./SAGr. 125 geliefert.

Ar 95 L-Reihe

Aus dem Wasserflugzeug Ar 95 A wurde als Musterversion eine Rad-Version abgeleitet. Dieser Prototyp erhielt die Bezeichnung Ar 95 L. Gegenüber der A-Version änderte sich nur das starre Fahrwerk an Stelle der Schwimmkufen. Die Version ging nicht in Serie.