Arado Ar 240

 

1939 starteten die Entwicklungsarbeiten an der Ar 240, die als Konkurrenzflugzeug zu den ebenfalls in der Entwicklung befindlichen Me 210 und He 219. Das Flugzeug war als Zerstörer, Schnellbomber, Aufklärer und Nachtjäger konzipiert. Die extrem hohe Geschwindigkeit von 700 km/h (errechnet) ging jedoch auf die Flächenbelastung von 300 - 400 kg/m². Dies führte zu sehr schweren Flugeigenschaften.

Der Prototyp V-1 war unbewaffnet und mit einer Fallschirmbremse ausgerüstet. Sie absolvierte ihren Erstflug im Juni 1940. Zwei Monate später hob der Prototyp V-2 zu seinem Jungfernflug ab. Die Maschine war mit zwei MG 151/20 und zwei MG 17 bewaffnet. Der Prototyp V-3 besaß einen vorverlegten Führerraum und die Sturzflugbremse entfiel. Als erstes Flugzeug war die Maschine mit ferngesteuerten FDL 131 Z ausgestattet. Die Maschine wurde als Aufklärer an der Kanalküste eingesetzt.Der letzte Prototyp, die V-4, erhielt weider Sturzflugbremsen und andere Motoren: DB 603 A, mit je 1750 PS.

Die 15 Maschinen der A-0-Vorserie wurden im Herbst 1942 ausgeliefert. Die Aufklärungsmaschinen wurden beim Eismeergeschwader und in Italien eingesetzt.

Arado Ar 240 A-Reihe

Die als Zerstörer ausgelegte A-Reihe sollte als Triebwerke entwederzwei DB 605 mit jeweils 1475 PS oder zwei DB 603 mit jeweils 1750 PS erhalten. Aus Leistungssteigerungsgründen war der Ringkühler so klein dimensioniert, daß am Fahrwerk extra für den Start Zusatzkühler angebracht worden waren. Der erste Prototyp der A-Reihe, die V-1 erhielt jedoch nur zwei DB 601 A-Triebwerke mit jeweils 1150 PS, da die vorgesehenen Triebwerke noch nicht lieferbar waren. Die Bewaffnung der Maschine bestand aus 4 MG 151, die in Paaren in der Rumpfnase und einzeln in den Flügelwurzeln angebracht waren. Eine ganz neue Entwicklung war die nach rückwärts feuernde Abwehrbewaffnung, die in einem ferngesteuerten Turm jeweils an der Rumpfober- und Unterseite angebracht waren. Diese ferngesteuerten Türme ( FDL 81 Z) waren mit je einem MG 81 ausgestattet und wurde über ein Pereskopvisier und Kraftmoment-Verstärker bedient. Die Erprobung der V-1 begann im Herbst 1940.

Ar240A-O

Genau so wie die V-1 mußte auch die Vorserie mit alternativen Triebwerken ausgestattet werden. Bei den sechs produzierten Maschine A-0 wurden zwei BMW 801 J Motoren mit jeweils 1440 PS eingebaut. Die Maschinen wurden nach ihren Erprobungsflügen über der Sowjetunion und England als schnelle Aufklärer eingesetzt und wurden zu diesem Zweck mit zwei Kameras in den Motorgondeln ausgerüstet. Eine Geschwindigkeitserhöhung konnte dadurch erreicht werden, daß man die Sichthauben für den Beobachter durch Verkleidungen ersetzte. Außerdem fielen die Waffentürme weg.

Arado Ar 240 B-Reihe

Bei der Erprobung der Maschinen der A-Reihe wurde eine unbefriedigende Stabilität in der Längsachse festgestellt, was auf das Flügelprofil zurückgeführt wurde. Diese Mängel wurden bei der B-Reihe behoben, ebenso wurde eine Druckkabine eingebaut. Die ersten Versuchsmuster dieser Reihe waren die Prototypen V-3, mit zwei DB 601 A mit je 1150 PS und die V-4, die der V-3 entsprach. In Serie ging die B-Serie jedoch nicht.

Arado Ar 240 C-Reihe

Da auch bei der B-Serie die Instabilität der Längsachse nicht vollständig behoben werden konnte, wurde die C-Serie entwickelt. Bei dieser Serie wurden die Flügel weiter verbessert. Die Hauptänderung war eine größere Spannweite. Die Serie wurde als Jagd-Aufklärer entwickelt, wurde aber ebenso wie dei B-Serie nicht in Serie aufgelegt. Als Prototypen wurden die V-5 mit zwei DB 6D 1 E, die V-6, V-7 und V-8 mit den neuen DB 603 A- Motoren gebaut. Mit den neuen Motoren waren Geschwindigkeiten bis zu 675 km/h in 7000 m Höhe möglich. Die Versuchsmuster wurden der Truppe übergeben und bewerten sich als Auffklärer außerordentlich.

Typ: Zweimotoriger Jagd-Aufklärer.

Flügel: Freitragender Tiefdecker. Dreiteiliger, zweiholmiger Ganzmetallflügel nach dem Baukastensystem aus Nasen-, Holm- und Endkasten zusammengesetzt. Mittelteil rechteckig mit zweiteiligen Fowler-Klappen großer Tiefe. Außenteile trapezförmig mit gerader Vorderkante.

Rumpf Ganzmetallschale mit ovalem Querschnitt vorne, in einen Kreis auslaufend, mit im Heck eingebauter verstellbarer Sturzflugbremse und Stabilisierungsflächen. Druckkabine im Bug.

Leitwerk: Freitragendes Höhenleitwerk mit zwei Seitenleitwerken als Endscheiben. Ganzmetall-Aufbau. Sämtliche Ruder mit Gewichtsausgleich und Trimmklappen.

Fahrwerk: Einziehbares Normalfahrwerk. Jedes Hauptfahrgestell besteht aus einem Federbein mit zwei nebeneinander angeordneten Rädern. Das Einziehen erfolgt hydraulisch nach hinten in die Motorengondeln. Nach hinten in den Rumpf einfahrbares Spornrad.

Triebwerk: Zwei Daimler-Benz DB 603 A luftgekühlte Zwölfzylinder-A-Motoren mit 2 x t750 PS Startleistung. Dreiflügelige Verstell-Luftschrauben. Acht Kraftstofftanks im Flügel, einer im Rumpf. Kraftstoffkapazität 2750 Liter.

Besatzung: 2 Mann, bestehend aus Pilot und Navigator/Schütze, Rücken an Rücken in einer Druckkabine im Rumpfbug.

Militärische Ausrüstung: 6 x t5 mm MG 151 starr nach vorne (zwei im Bug, zwei in den Flügelwurzeln und zwei in Wanne unter Rumpf). Zwei ferngesteuerte Drehtürme EDL 131 Z mit je 2 x 13 mm MG 131 im B- und C-Stand. Zwei Kameras in den Steißen der Motorengondeln. Bombenschlösser für 1 x 1000 kg Bombe unter dem Rumpf. Zusätzlich konnten zwei weitere Schlösser für je 500 kg unter den Flächen angebracht werden.

Die letzte Version der Ar 240 war der Prototyp Ar 240 V-10, der als Nachtjäger mit zwei Jumo 213-Motoren zu je 2400 PS ausgestattet war.