Arado Ar 196

 

Die Arado Ar 196 war mit insgesamt 435 während des Krieges gebauten Einheiten das meistgebaute Seeflugzeug Deutschlands. Neben dem Einsatz als Standard-Bordflugzeug der Kriegsmarine diente das Flugzeug vor allem zur Seeaufklärung und zur U-Bootjagd.

Der erste Prototyp, die Ar 196 V-1 mit der Kennung D-IEHK besaß eine Zweischwimmer-Anordnung, einen 960-PS-BMW 132 K-Sternmotor als Antrieb mit einer zweiflügeligen Einstell-Luftschraube. Das Seitenruder war aerodynamisch ausgeglichen.

Der zweite Prototyp, die Ar 196 V-2 mit der Kennung D-IEHK erhielt ein Seitenruder ohne Ausgleichshorn, dafür mit Gewichtsausgleich. Ansonsten glich die Maschine der V-1. Sie wurde zur Waffenerprobung genutzt und diente als Ausgangsmuster für die Serienfertigung.

Die Serienmaschine  Ar 196 A unterschied sich vom Prototyp V-2 durch eine dreiflüglige Luftschraube und eine verbesserte Ausrüstung.  Sie wurde bis 1943 ohne nennenswerte Änderungen produziert:

Jahr 1939 1940 1941 1942 1943
prod. Maschinen 26 104 94 107 104

 

Typ: Einmotoriger Bord- und Küstenaufklärer.

Flügel: Freitragender Tiefdecker. Zweiholmiger Ganzmetallflügel mit Landeklappen zwischen Querruder und Rumpf. Flügel seitlich an den Rumpf anklappbar.

Rumpf: Das Rumpfgerüst war aus geschweißten Stahlrohren, das Vorderteil mit tragender Blechhaut beplankt, das Hinterteil mit Formspanten und Längsgurten als Formgerüst aufgebaut und mit Stoff bespannt.

Leitwerk: Normal, freitragend. Aufbau aus Metall, Flossen blechbeplankt, Ruder stoffbespannt. Höhenruder einteilig mit im Fluge verstellbarer Trimmklappe. Trimmklappe im Seitenruder nur am Boden verstellbar. Sämtliche Ruder gewichtlich ausgeglichen.

Schwimmwerk: Zwei Ganzmetall-Schwimmer, einstufig, mit Wasserrudern und Katapultbeschlägen. Durch zwei Profilstreben in W-Form (von vorne gesehen) zum Rumpf und Flügel hin abgestützt.

Triebwerk: Ein BMW 132K luftgekühlter Neunzylinder-Stemmotor mit 960 PS Leistung. NACA-Haube. Dreiflügelige Holzeinstellschraube. Kraftstoffkapazität 185 Liter in einem Rumpftank und einem Tank im rechten Schwimmer.

Besatzung: 2 Mann, bestehend aus Pilot und Beobachter, hintereinander in Kabine mit durchgehender Abdeckung.

Militärische Ausrüstung: 2x 20 mm MG FF in den Flügeln, 1 x 7,9 mm MG 17 auf der Rumpfoberseite hinter der NACA-Verkleidung und ein MG 81 Z   auf einer Arado-Kurbellafette im B-Stand. Aufhängevorrichtung für zwei SC 50 kg Bomben unter den Tragflächen.

Obwohl sich die Zweischwimmer-Anordnung bei den ersten beiden Prototypen gut bewährt hatte, wurden weitere Versionen erprobt, die mit einem Zentralschwimmer ausgerüstet waren. Die erste dieser Versionen war die Ar 196 V-3 mit der Kennung D-ILRE. Bis auf den Zentralschwimmer entsprach sie der V-1. Der Boden des Zentralschwimmers war stark gekielt und lief in einer flachen Stufe aus. Dahinter war der Schwimmerboden bis zum spitzen Heck mit Steuerruder angeordnet. Befestigt war der Kiel mit vier Streben zum Rumpf und umgedrehten V-Sterben zum Flügeln. Die beiden stufenlosen Stützschwimmern an den Seiten waren nur schwach gekielt und mit N-Streben an den Flügeln befestigt.

Die Ar 196 V-4 entsprach genau der V3 und wurde zur Waffenerprobung eingesetzt.

Der fünfte Prototyp, die Ar 196 V-5 (D-IPOD) war eine Serienmaschine mit Zentralschwimmer. Die Form der Stützschwimmer war gegenüber der V-3 und V-4 verbessert worden. Bei den Erprobungen erwiesen sich die Versionen mit Zentralschwimmer und mit Zweischwimmer als äußerst robust, es wurde daher an der konventionellen Lösung festgehalten, obwohl die Maschinen mit Zentralschwimmer sogar etwas leichter waren und die V-5 die höchste Geschwindigkeit aller Prototypen erreichte.