Der Stahlhelm
Geschichte:
Der Stahlhelm wurde 1915/16, zur Zeit des immer häufiger werdenden Stellungskrieges, entwickelt. Der Stahlhelm (M 18) würde bei der Reichswehr und dann bei der Wehrmacht bis Kriegsende eingesetzt. 1935 wurde eine neuer, verbesserter Stahlhelm (35) mit besserer Innenausstattung entwickelt; der Stahlhelm des ersten Weltkriegs wurde jedoch weiterhin, bei der Wehrmacht und auch bei der Feuerwehr und der Polizei, verwendet.
Links innen im Nackenschirm war die Größennummer und oft auch ein Herstellercode eingestanzt. Ein Stempel des Beschaffungssamtes ist meist oben in der Glocke.
Stahlhelm M 18*:
Stahlhelm M 16
Der Stahlhelm M 18 war aus Stahlblech gezogen und hatte zur Belüftung an den Seiten jeweils ein Loch, mit 6 mm Durchmesser und einem 8 mm langem Bolzen (Außendurchmesser 1,4 cm). Der Helm war mattgrau gestrichen, in fünf Größen hergestellt und hatte, mit Innenausstattung, ein Gewicht von 1180-1380 Gramm, je nach Größe. Er unterschied sich zum Helm M 16 durch die Befestigung des Kinnbandes an der Innenseite des Helmes. Dafür firl die Niete an der Außenseite des Helmes weg.
Stahlhelm M 35*:
fabrikneuer M-40 mit getanztem Lüftungsloch. |
M-35 der Luftwaffe mit genietetem Lüftungsloch. | M-35 mit Lehm bestrichen, darüber ein Netz für Tarnmaterial. So getragen in der Normandie 1944. |
Mit der Verfügung vom 25.6.1935 wurde der Stahlhelm 35 eingeführt. Der Stahlhelm 35 hatte eine kleinere Helmglocke und einen leicht verkürzten Augen- und Nackenschirm. Die Lüftungsbolzen wurden weggelassen. Dadurch wurde der Helm 150 Gramm leichter. Der Anstrich war matt bis dunkelgrau.
Der Helm wurde in den Größen 60, 62, 64, 66 und 68 gefertigt. Durch die Innenausstattung kamen noch die Zwischengrößen Z61, Z63, Z64 und Z67 dazu. Damit passte der Helm auf alle Kopfweiten zwischen 50 und 60 cm.
Ohne Innenausstattung hatte der M 35 ein Gewicht von 980-1180 Gramm.
Kavalleriehelm:
Der "Kavalleriehelm", auch "Stahlhelm mit Ohrenausschnitten" genannt, unterschied sich nur durch eine Kleinigkeit vom Stahlhelm M 18. Der von der Kavallerie und den Nachrichtentruppen getragene Helm hatte Ohrenausschnitte vor dem seitlichen Schirm.
Weitere Helme:
Es existier(t)en noch weitere Modelle. Die Modelle unterschieden sich nur in kleinen Details, Material oder Produktionsweise. Sie werden hier nicht extra erwähnt.
Trageweise:
Der Stahlhelm war so zu tragen, dass zwischen Kopf und Helm "ein Finger breit" Platz war, für eventuelle Einbeulungen des Helms durch Splitter. Der Rand des Augenschirms schnitt die Augenbrauen ab; der Stahlhelm M 18 war dabei leicht nach hinten geneigt, der etwas kleinere Stahlhelm M 35 wurde jedoch waagrecht getragen. Der Kinnriemen, aus schwarzem Leder, wurde normalerweise unter dem Kinn getragen, durfte aber auch auf dem Augenschirm getragen werden.
Farben:
Mit der Verfügung vom 27.1.1940 wurde der Helm mattfeldgrau angestrichen. Mit der neun Verfügung vom 1.3.1940 wurde der Helm mattschiefgrau angestrichen, wobei feiner Sand dazugemischt wurde, um die Tarnwirkung zu erhöhen.
Die Helme der in Afrika eingesetzten Soldaten waren oliv-, ocker- oder sandfarben. Während der Winterzeit wurde der Helm weiß gestrichen. Während des Krieges wurde der Helm mit verschiedenen Grün- und Brauntönen angemalt.
Sanitäter trugen weiße Helme mit einem roten Kreuz vorn, manchmal auch hinten, drauf.
Helmabzeichen:
Ab 1933 wurden die Abzeichen des Reichsheeres durch die der Wehrmacht ersetzt und waren bei allen Helmen gleich.
Ab 1940 fielen diese Abzeichen aus Tarn- und Herstellungsgründen weg.
Reichsheer: Auf der linken Seite war das Landeswappen. Das Wappen war in Schildform mit gebogenen, zu einer Spitze zulaufenden, Seiten. Das Wappen war 3,5 cm hoch und 3,4 cm breit. Das Wappen wurde ab dem 14.3.1933 durch das Wappen der Wehrmacht ersetzt.
Wehrmacht: Ab dem 17.2.1934 wurde das Wappen auf der rechten Seite in schwarz-weiß-rot (von links oben nach rechts unten) angebracht. Das Wappen war 3,3 cm breit und 4 cm hoch. Das neu Schild wies unten einen gerundeten Übergang auf.
Heer: Das Wappen wurde auf der linken Seite des Helmes getragen (rechts das Wappen der Wehrmacht.). Das Wappen bestand aus einem, nach rechts gerichtetem Adler mit nach unten hängenden Flügeln. Der Alder war Silber auf schwarzem Untergrund. Das Abzeichen war 3,8 cm hoch und 3,1 cm breit und wurde 3 mm unterhalb des Lüftungslochs angebracht.
Marine: Das Wappen wurde auf der linken Seite des Helmes getragen (rechts das Wappen der Wehrmacht.). Das Wappen bestand aus einem, nach rechts gerichtetem Adler mit nach unten hängenden Flügeln. Der Alder war Gold/Gelb auf schwarzem Untergrund. Das Abzeichen war 3,8 cm hoch und 3,1 cm breit und wurde 3 mm unterhalb des Lüftungslochs angebracht.
Luftwaffe: Das Wappen wurde auf der linken Seite des Helmes getragen (rechts das Wappen der Wehrmacht.). Das Wappen bestand aus einem weißem Luftwaffenadler (Die Farbe des Untergrunds war die des Helms). Das Abzeichen war 3,8 cm hoch und 3,1 cm breit und wurde 3 mm unterhalb des Lüftungslochs angebracht.
Hakenkreuzwappen: Das Wappen wurde auf der rechten Seite des Helmes getragen. Es bestand aus einem schwarzen, auf der Spitze stehenden Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund.
Waffen-SS: Das Wappen wurde auf der linken Seite des Helmes getragen (rechts das Hakenkreuzwappen). Das Wappen bestand aus zwei schwarzen Sigrunen auf silbernem Grund. Es konnten aber auch weiße Sigrunen auf schwarzem Grund getragen werden.
Polizei: Das Wappen wurde auf der linken Seite des Helmes getragen (rechts das Hakenkreuzwappen). Das Wappen bestand aus einem grünen/silbernem Polizeiadler, mit schwarzem Hakenkreuz, mit einem grünen/silbernen Kranz auf schwarzem Untergrund.
Die Abzeichen werden immer zwischen Lüftungsloch und Ohr getragen.
Tarnung:
Während des Kriegs wurden die verschiedensten Helmtarnmöglichkeiten entwickelt. Die am häufigsten vorkommenden Tarnvarianten werden hier beschrieben:
- Die Helme wurden im Winter mit Kalk angestrichen.
- Eine weitere Möglichkeit war, die Helme mit einer mit Sand/Erde gemischten, sand- und olivgrünen Farbe zu betreichen, um eine höhere Tarnwirkung zu erzielen.
- In Nordafrika und im Mittelmeerraum wurden die Helme meist mit Hellocker angestrichen.
- Häufig wurden Netze, in die man Tarnmaterial stecken konnte, über die Helme gespannt.
- Ein einfaches Band, das um den Helm gespannt wurde, wurde ebenfalls als Halterung für Tarnmaterial verwendet.
- Weit verbreitet war auch ein Tarnüberzug aus Stoff, an dem man ebenfalls Tarnmaterial befestigen konnte.
- Die Waffen-SS benutzte ebenfalls einen Tarnüberzug, im eigenen Tarnmuster der Waffen-SS.
- Da die "Landser" oft mit primitiveren Mittel auskommen mussten, befestigten sie Maschendraht an ihren Helmen.
Bei diesen Tarnmöglichkeiten wurden die Helmabzeichen weggelassen oder überstrichen, da diese ein gutes Ziel für
Scharfschützen darstellten.
| M-35 mit Lehm bestrichen, darüber ein Netz für Tarnmaterial. | Helm mit Tarnbezug der Waffen-SS |
* Die Bezeichnungen "Stahlhelm M 35 / Stahlhelm 35" und "Stahlhelm M 18" waren keine offiziellen Bezeichnungen. Sie wurden erst mit der Nachkriegsliteratur eingeführt.
© by Gregor Koppen, März 2003