Zorn, Hans Wilhelm Karl

 

* 27. Oktober 1891, München

† 2. August 1943, südwestlich Kromy (gefallen)

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Hans Zorn trat 1905 in das bayerische Kadettenkorps ein. Dort legte er die Reifeprüfung ab und wurde 1911 als Fähnrich in die Königlich Bayerische Armee übernommen. Er kam dabei zum 2. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Kronprinz". Bei diesem wurde er am 14. Dezember 1913 zum Leutnant befördert. Das Patet wurde dabei auf den 29. Oktober 1912 festgelegt. Während des Ersten Weltkrieges längere Zeit als Regiments-Adjutant im Einsatz. 1917 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant und die Verwendung als Brigade-Adjutant. Er erwarb sich in den Kämpfen an der Westfront im 1. Weltkrieg neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen. Im Ersten Weltkrieg wurde er auch verwundet. Nach dem Krieg kehrte er nach München zurück, wo er kurze Zeit im bayerischen Kriegsministerium beschäftigt wurde. Er wurde dann in das Reichsheer übernommen und gehörte beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 41. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Kompanieoffizier in das 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier zum 17. (Bayer.) Reiter-Regiment versetzt. Von diesem wurde er dann zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München kommandiert. Zum 1. Dezember 1922 wurde er dort zum Hauptmann befördert. Nach der zweijährigen Ausbildung wurde er dann am 1. Oktober 1923 zum Regimentsstab vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment nach München versetzt. Im Herbst 1924 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Transport-Abteilung (T 7) beim Truppenamt (TA) eingesetzt. 1925/26 wurde er dann in die 8. (MG.) Kompanie vom 20. (Bayer.) Infanterie-Regiment nach Ingolstadt versetzt. Nach einem Jahr wurde er dann spätestens im Frühjahr 1927 für drei Jahre zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. 1929/30 wurde er dann für etwa zwei Jahre zum Chef der 4. (MG.) Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. Im Sommer 1941 wurde er zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1931 datiert. 1931/32 wurde er dann als solcher wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort gehörte er dann zur Heeresabteilung (T1) im Truppenamt (TA). Er wurde dann als Generalstabs-Offizier in die Eisenbahn-Abteilung eingesetzt und blieb dort bis 1938. 1933 wurde er zum Chef der Eisenbahn-Abteilung ernannt. Am 1. Juli 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. August 1936 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Mai 1938 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 19 ernannt. Bei der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er zum Chef des Generalstabes des XXVII. Armeekorps ernannt. Mit diesem bezog er dann Stellungen im Westen. Im Frühjahr 1940 zog er dann in dieser Funktion in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Nach dem Frankreichfeldzug wurde Zorn zum 1. Juli 1940 zum Generalmajor befördert. Am 10. November 1940 wurde er von Oberst i.G. Gustav von Harteneck abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag zum Kommandeur der 20. Infanterie-Division (motorisiert) ernannt. Mit dieser Division zog er dann zum Sommerbeginn 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Dabei gelang es ihm im Sommer 1941, die letzte noch stehende Brücke über die Düna bei Witebsk zu erobern und gegen alle russischen Gegenangriffe zu halten. Für diese Leistung wurde ihm am 27. Juli 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im September 1941 wechselte die 20. Infanterie-Division (mot.) zum Nordabschnitt der Ostfront. Während der schweren Kämpfe im Winter 1941/42 vor Leningrad gab er sein Kommando über die Division ab. Dafür übernahm er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant am 15. Januar 1942 für einen Monat die Führung des XXXX. Armeekorps (mot.). Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1942 festgelegt. Im März 1942 wurde er in den Kessel von Demjansk geflogen, um den Ausbruchsangriff aus dem Kessel vorzubereiten und im Mai 1942 durchzuführen. Am 1. Juni 1942 wurde Hans Zorn zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er dann am 11. Juni 1942 wurde er dann zum Kommandierenden General vom XXXXVI. Armeekorps (mot.) ernannt. Durch die Umbenennung des Generalkommandos wurde er bereits nach wenigen Tagen zum Kommandierenden General des XXXXVI. Panzerkorps ernannt. Am 14. Juni 1942 wurde ihm außerdem auch das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Dieses führte er während der Sommeroffensive 1942 bei Rshew, den anschließenden Abwehrkämpfen im Herbst. Am 22. November 1942 übergab er sein Kommando an Generalleutnant Hans-Karl Freiherr von Esebeck. Im Januar 1943 übernahm er dann wieder von diesem als Kommandierender General das XXXXVI. Panzerkorps. Er führte dieses dann bei den Kämpfen im Frühjahr 1943 bei Orel. Bei den Kämpfen im Sommer 1943 führte General Zorn seine Truppe oft von vorne. Bei einer Fahrt an die Front am 2. August 1943 wurde General Zorn südwestlich von Kromy, 50 Kilometer südwestlich von Orel, durch eine Fliegerbombe getötet. Posthum erhielt er am 3. September 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

 

Ritterkreuz (27. Juli 1941) Eichenlaub (3. September 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Ottmar Krug: Deutsche Generale 1918 -1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10854, Vae - Zw