Weichs, Maximilian Freiherr von

 

* 12. November 1881, Dessau + 27. Juni 1954, Bonn WeichsMFv-1.jpg (14551 Byte)

 


Freiherr von Weichs wurde am 12. November 1881 in Dessau als einziger Sohn eines preußischen Kavallerieoffiziers geboren. Nach dem frühen Tode seines Vaters Reichsfreiherr von Weichs (1881 bis 1954) zog die Mutter nach München, wo er am Wilhelms-Gymnasium das Abitur ab legte. Wunschgemäß trat er am 15. Juli 1901 in das 2. Schwere Reiter-Regiment ein. Dem Truppendienst und einem Kommando zur bayerischen Reitschule folgte die Kommandierung zur bayerischen Kriegakademie und die Aufnahme in den bayerischen Generalstab. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Rittmeister in verschiedenen.. Verwendungen bei der bayerischen Kavalleriedivision und deren Generalkommando. Er nahm am Gefecht bei Lagarde, der Schlacht in Lothringen, den Schlachten in der Champagne, der Sommeschlacht wie auch der Flandernschlacht teil. Nach dem Kriege wurde er in das nur 4.000 Mann starke Offizierskorps der Reichswehr übernommen und im Abstand von zwei bis drei Jahren befördert. Er wurde Generalstabsoffizier einer Kavalleriedivision und Taktiklehrer an der Infanterieschule. Alle diese Beförderungen deuteten eine glänzende Karriere an. 1930 wurde er Chef des Generalstabs der 1. Kavalleriedivision. Bei der Machtübernahme Hitlers 1933 diente er als Infanterieführer 111. Hier kam er mit Parteigrößen in Berührung. Als Berufsoffizier billigte und wünschte er Hitlers Heeresvermehrung und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Im selben Jahr wurde er an die Spitze der 3. Kavalleriedivision in Weimar berufen. Als der Aufbau der Panzerwaffe eingeleitet wurde, erhielt er das Kommando über die 1. Panzerdivision 1935. Dieses behielt er bis 1937 bis zu seiner Ernennung zum Kommandierenden General des XIII. Armeekorps. Vorher war er zum Generalleutnant und dann zum General der Kavallerie befördert worden.
Im Polenfeldzug führte er ein Infanteriekorps in der 8. Armee unter Generaloberst v. Rundstedt, Heeresgruppe Süd. Im Westfeldzug führte er die 2. Armee wieder unter v. Rundstedt, die nach Dünkirchen mit Säuberungsaufgaben bis zur französischen Kapitulation betraut war. Bei den allgemeinen Beförderungen im Juli 1940 wurde er Generaloberst und erhielt das Ritterkreuz. Der Generaloberst bekam sein erstes selbständiges Kommando im Balkanfeldzug mit seiner durch ein Gebirgskorps und die Panzergruppe von Kleist verstärkten 2. Armee. Die Operation gelang schnell, die Jugoslawen baten nach zwölf Tagen um Waffenstillstand, und v. Weichs führte die Kapitulationsverhandlungen in Belgrad. Seine 2. Armee in Stärke von acht Infanteriedivisionen nahm nun an den Grenzschlachten in Rußland teil. Später im Winter 1941 befand sich Weichs hauptsächlich in der Defensive gegen sowjetische Offensiven zwischen Orel und Kursk bis Mai 1942. Zu Beginn der deutschen Sommeroffensive 1942 sollte v. Weichs mit seiner Armeegruppe v. Weichs auf Woronesch durchbrechen. Der Oberbefehlshaber der HGr. von Bock zögerte jedoch und die Offensive wurde verschoben. Die Heeresgruppe B, v. Weichs, wurde einen Monat nach der Katastrophe von Stalingrad aufgelöst, aber merkwürdigerweise beförderte Hitler, der sonst niemandem Irrtümer vergab, v. Weichs zum Generalfeldmarschall am 1. Februar 1943. Dessen Kräfte wurden zwischen HGr. Mitte und Süd aufgeteilt. Sein Stab blieb an der Front bis zur Auflösung im Juli, als v. Weichs kurzzeitig zur Führerreserve versetzt wurde. Im August wurde er zum OB Südost ernannt, in einer für Deutschland schwierigen Zeit. Man befürchtete, daß die Italiener abfallen würden, was auch im September 1943 eintrat. Weichs Aufgabe wurde durch seinen gänzlichen Mangel an Kraftfahrzeugkolonnen erschwert. Doch wurde er mittels Panzerspähtrupps auch mit den Partisanen fertig, und Ende 1943 gelang es ihm, ein Fünftel der 90.000 Partisanen Titos zu fangen. Als die Lage ernster wurde, empfahl GFM v. Weichs Hitler, den Balkan zu räumen. Hitler wies das zurück. Doch das Unvermeidliche geschah. Die Russen besetzten Rumänien und bedrohten Weichs vom Rücken her. Die Absetzbewegung seiner Kräfte vom Balkan, im Zusammenwirken mit dem OB HGr. E, Generaloberst Löhr, war eine militärische Meisterleistung. Der Druck seitens der Griechen mit britischer Hilfe, der Russen und Titos Partisanen war ungeheuer, aber Weichs wahrte den Zusammenhang seiner Front. Im Januar 1945 war er zurück im Reich. Im März 1945 wurde er zur Führerreserve versetzt, da ihm Hitler mißtraute. Bei Kriegsende ergab er sich den Amerikanern und verbrachte drei Jahre im Gefängnis. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er noch vor Eröffnung eines Verfahrens entlassen.


Ritterkreuz (29. Juni 1940) Eichenlaub (5. Februar 1945)