Wintergerst, Karl

 

* 15. April 1892, Schleißheim

† 1945, vermisst

 

Karl Wintergerst trat nach seiner Kadettenausbildung am 7. Juli 1911 mit dem Charakter als Fähnrich in das Königlich Bayerische Heer ein. Der Sohn eines Regierungsrates kam dabei zum 1. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“. Bei diesem wurde er am 26. Oktober 1913 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 29. Oktober 1912 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im 1. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“ eingesetzt. Auch bei Ausbruch des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 kam er als solcher an die Front. Am 17. Januar 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Batterieführer im 4. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Silber widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Artillerie-Regiment 21 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment übernommen. Er wurde bei diesem die ersten Jahre als Batterieoffizier eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1923 zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann zum Chef der 6. (Gebirgs-) Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Landsberg am Lech ernannt. Diese Position übte er dann die nächsten Jahre kontinuierlich aus. 1926/27 wurde er dann in den Stab der II. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ebenfalls in Landsberg am Lech versetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1928 gehörte er dann wieder für die nächsten fünf Jahre zur 6. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment. Danach wurde er dann in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Dort wurde er am 1. Mai 1933 zum Major befördert. Am 1. April 1934 wurde er als solcher zum Kommandeur der II. (Gebirgs-) Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Landsberg am Lech ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment München ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur der I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 69 in Landsberg am Lech ernannt. Im Herbst 1935 verlegte er mit seiner Abteilung nach Bad Reichenhall. Dort wurde er am 1. Januar 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann durch die erneute Umbenennung seiner Abteilung zum Kommandeur der I. Abteilung vom Gebirgs-Artillerie-Regiment 79 ernannt. Mit dieser wurde er jetzt in Garmisch-Partenkirchen stationiert. Am 12. Oktober 1937 wurde er dann zum Kommandeur vom Gebirgs-Artillerie-Regiment 79 ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Juni 1938 zum Oberst befördert. Im Oktober 1938 nahm er mit seinem Regiment an der Besetzung des Sudetenlandes teil, und kehrte dann am 23. Oktober 1938 wieder in die Garnison zurück. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 befand er sich noch in dieser Position. Er führte sein Regiment dann im Rahmen der 1. Gebirgs-Division in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 gab er sein Kommando über das Regiment nur wenige Wochen vor dem Westfeldzug an Oberstleutnant Max Winkler ab. Er wurde dafür dann zum neuen Artillerie-Kommandeur 132 (Arko 132) ernannt. In dieser Funktion wurde er dann fast die nächsten beiden Jahre eingesetzt. Im Oktober 1940 wurde er mit seinem Stab dann dem XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps unterstellt. Mit diesem nahm er dann im Frühjahr 1941 am Balkanfeldzug teil. Ab dem Sommerbeginn 1941 führte er seinen Stab unter diesem Generalkommando im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Am 30. Juni 1930 wurde er nach der Besetzung von Lemberg neben seinem Arko 132 auch zum ersten Stadtkommandanten von Lemberg ernannt. Später wurde er dann auch noch zum Stadtkommandant von Winniza ernannt. Ab dem 1. Oktober 1941 wurde er dann für den verwundeten Generalmajor Karl Egelseer mit der stellvertretenden Führung der 4. Gebirgs-Division beauftragt. Im November 1941 übergab er die Division wieder ihrem Kommandeur und übernahm dafür wieder seinen Arko 132. Am 16. Januar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. April 1942 gab er sein Kommando als Arko 132 ab. Zum gleichen Tag wurde er auch zum Generalmajor befördert. Er wurde jetzt in die Führungsreserve versetzt. Mitte Juli 1942 wurde er dann zum Kommandeur vom Divisionsstab z.b.V. 210 in Kassel ernannt. In dieser Funktion baute er dann in Norwegen die 210. Infanterie-Division auf, mit der er dann ab September 1942 in Nordfinnland eingesetzt wurde. Als Kommandeur der Division wurde er zum 1. April 1943 zum Generalleutnant befördert. Mitte Februar 1944 gab er sein Kommando über die 210. Infanterie-Division ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Am 26. März 1944 übernahm er dann anscheinend auf Befehl von General der Infanterie Johannes Frießner kurzzeitig die stellvertretende Führung der 225. Infanterie-Division. Danach wurde er wieder zur Führerreserve versetzt. Ende Juli 1944 wurde er dann zum Höherer Artillerie-Kommandeur 304 (HArko 304) ernannt. Mit diesem Stab unterstand er dann der 17. Armee. Diese Funktion übte er dann bis Kriegsende aus. Anfang Mai 1945 geriet er dann bei Pisek in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er dann aber an die Rote Armee ausgeliefert. Seither gilt er als vermisst.