Wilberg, Helmuth

 

* 1. Juni 1880, Berlin

† 20. November 1941, bei Dresden (Flugzeugabsturz)

 

Helmuth Wilberg trat nach seiner Kadettenausbildung am 18. April 1899 mit dem Charakter als Fähnrich in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gerdsdorff" Nr. 80. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 27. Januar 1900 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gerdsdorff" Nr. 80 eingesetzt. Im März 1906 wurde er dann als Erzieher zur Kadettenschule Naumburg versetzt. Nach nur einem Jahr wurde er dann als Erzieher zur Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde versetzt. Im September 1908 kam er dann wieder zum Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gerdsdorff" Nr. 80 zurück. Am 1. Oktober 1908 wurde er dann zum Distriktkommando Wiesbaden versetzt. Dort wurde er am 18. Oktober 1909 zum Oberleutnant befördert. Bereits im September 1910 erwarb er seinen Pilotenschein. Am 1. Oktober 1910 wurde er dann als solcher an die Kriegsakademie kommandiert. Dort wechselte er dann zu den Luftstreitkräften über. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann zum Adjutant der Inspektion der Fliegertruppe ernannt. Diese Position behielt er dann auch bis zum Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914. Dann wurde er mit der Führung der Feld-Flieger-Abteilung 11 beauftragt. Ab Juli 1915 wurde dann bis zum Kriegsende in verschiedenen Armeeoberkommando als Kommandeur der Flieger (Kofl) eingesetzt. Zuletzt war er Kofl  4. Armee. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern und beiden Eisernen Kreuzen noch sehr viele andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann als Hauptmann mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Zuerst wurde er dann im Preußischen Kriegsministerium eingesetzt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er dann schon im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin eingesetzt. Auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann weiter im RWM eingesetzt. 1922 wurde er dann bei diesem zum Major befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1921 festgelegt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er in der Heeres-Organisationsabteilung (T 2) unter Oberstleutnant Erich Freiherr von dem Bussche-Ippenburg und später Oberstleutnant Erich von Bonin eingesetzt. Am 1. Februar 1926 wurde er bei dieser auch zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1926 wurde er dann direkt in das Truppen-Amt (TA) unter Generalmajor Georg Wetzell versetzt. Bei diesem wurde er dann bis zum 30. September 1927 eingesetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann in den Regimentsstab vom 18. Infanterie-Regiment nach Paderborn versetzt. Am 1. Februar 1928 wurde er dann zum Kommandeur des II. (Preuß.) Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Münster ernannt. Diese Funktion übte er dann bis zum 30. September 1929 aus. Am 1. Oktober 1929 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandant der Festung Breslau ernannt. Dieses Kommando behielt er dann mehr als drei Jahre. Am 1. Oktober 1932 wurde er in dieser Funktion auch zum Generalmajor befördert. Am 30. November 1932 wurde er abgelöst. Er wurde an diesem Tag aus der Reichswehr verabschiedet.

Am 1. Oktober 1934 trat er bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht in den Dienst der Luftwaffe. Dort wurde er dann die erste Zeit als Abteilungsleiter im Reichsluftfahrtministerium (RLM) in Berlin eingesetzt. Im Sinne der Ideologie der NSDAP war er Halbjude. Er erhielt aber 1935 eine Deutschblütigskeiterklärung von Hitler. Am 1. Oktober 1935 wurde er dann zum Kommandeur der Luftkriegsschule Werder an der Havel ernannt. Dort wurden ihm am 1. Dezember 1935 die Charakter als Generalleutnant verliehen. Am 31. März 1936 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür am 1. April 1936 unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule Berlin ernannt. Am 30. September 1937 gab er sein Kommando wieder ab. Er wurde dafür zum Kommandeur vom Sonderstab W im Oberkommando des Heeres ernannt. Dieser Stab war die geheime Planungsgruppe für den Einsatz der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg. Am 31. März 1938 wurde er abgelöst. An diesem Tag wurde er auch aus dem aktiven Dienst verabschiedet. An diesem Tag wurden ihm auch noch die Charakter als General der Flieger verliehen.

Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 trat er dann wieder zur Verfügung der Luftwaffe. Er wurde direkt zum Höheren Fliegerausbildungskommandeur 4 ernannt. Damit führte er die nächsten Jahre das Höhere Fliegerausbildungskommando 4. Am 1. September 1940 wurde er zum General der Flieger befördert. Auf dem Weg zum Begräbnis vom Generaloberst Ernst Udet kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er wurde dann auf dem Parkfriedhof Lichterfelde im Familiengrab beigesetzt.