Volckamer von Kirchensittenbach, Friedrich-Jobst

 

* 16. April 1894, Oberstorf

† 3. April 1989, (München)

 

Friedrich-Jobst Volckamer von Kirchensittenbach trat am 1. Oktober 1913 als Einjährig Freiwilliger in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 19. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "König Viktor Emanuel III. von Italien". Mit dem Regiment kam er dann bei Beginn vom 1. Weltkrieg zur Front. Bei diesem wurde er am 19. September 1914 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 7. Januar 1913 festgelegt. Am 18. April 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er nach einer gewissen Zeit im Freikorps Epp in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er dann beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 im Reichswehr-Schützen-Regiment 41 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann für die nächsten Jahre zum 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München. Im Herbst 1921 wurde er in einem Bataillonsstab vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Später wurde er dann im Frühjahr 1924 bei der 4. (Badische) Eskadron vom 18. Reiter-Regiment in Ludwigsburg eingesetzt. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zur 10. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Kempten. Im Frühjahr 1926 gehörte er dann zum Regimentsstab vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München. Am 1. November 1926 wurde er zum Hauptmann befördert. Spätestens ab Frühjahr 1927 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Chef der 2. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. Spätestens ab dem Frühjahr 1930 wurde er für die nächsten Jahre zum Regimentsadjutant vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. Zumindest bis 1932 übte er diese Funktion aus.

Am 1. März 1937 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 15. Juli 1938 im Stab vom Generalkommando VII. Armeekorps in München eingesetzt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er dann zum Gruppenleiter beim Stab vom Stellvertretenden Generalkommando VII. Armeekorps ernannt. Am 1. Februar 1940 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Mai 1940 wurde er zum Kommandeur vom neuen Gebirgs-Jäger-Regiment 141 ernannt. Zum Beginn vom Balkanfeldzug befand er sich anscheinend auf Urlaub. Er übernahm aber für den gefallenen Führer noch Anfang April 1941 wieder als Kommandeur das Gebirgs-Jäger-Regiment 141. Als solchem wurden ihm im Balkanfeldzug beide Spangen zum Eisernen Kreuz verliehen. Am 19. April 1941 gab er sein Kommando ab und wurde nach Berlin versetzt. Dort wurde er zum Chef des Stabes der Inspektion des Erziehungs- und Bildungs-Wesens im OKH ernannt. Am 1. Mai 1942 wurde er dann zum Stellvertretenden Inspekteur der Inspektion des Erziehungs- und Bildungs-Wesens im OKH ernannt. Als solcher wurde er am 1. September 1942 zum Generalmajor befördert. Am 1. Dezember 1942 gab er sein Kommando ab. Am 2. Dezember 1942 wurde er zum Kommandeur der 8. Jäger-Division in Nordrussland ernannt. Am 1. September 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 3. November 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 26. März 1944 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. Oktober 1944 gab er sein Kommando ab. Am 25. Oktober 1944 wurde mit der Führung vom L. Armeekorps beauftragt. Am 1. Januar 1945 wurde er zum General der Gebirgstruppen ernannt. Als solcher wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom L. Armeekorps ernannt. Am 12. April 1945 gab er sein Kommando ab. An diesem Tag wurde er dafür mit der Führung der 16. Armee beauftragt. Bei Kriegsende geriet er dann in die russische Gefangenschaft. Seine Erlebnisse in dieser hat er dann Mitte der 80iger Jahre in dem Buch "Ohne Zorn und Eifer - Bericht einer Gefangenschaft 1945 - 1955" verarbeitet. Es ist auch ein Buch von ihm unter dem Titel "Leiden sind Lehren - Friedrich Jobst Volckamer von Kirchensittenbach, General der Gebirgstruppe, in Erinnerung an seine Rückkehr aus russischer Gefangenschaft im Oktober 1955" erschienen. Er war auch der letzte Administrator des Schlosses Kugelhammer aus seiner Familie.

 

Ritterkreuz (26. März 1944)