Tolsdorff, Theodor

 

* 3. November 1909, Lehnarten / Ostpreußen + 25. Mai 1978, Dortmund  

 

Theodor Tolsdorff trat 1934 freiwillig in das Infanterie-Regiment 1 ein und wurde dort zum Unteroffizier ausgebildet. Bereits im Juni 1936 wurde er wegen seiner besonderen Eignung zum Offizier befördert. Bei Kriegsbeginn führte Tolsdorff die 14. (Panzerabwhr-) Kompanie des Füssilier-Regiments 22. Bereits im Polenfeldzug erhielt er beide Stufen des Eisernen Kreuzes, außerdem wurde er durch einen Schulterdurchschuß zum ersten Mal verwundet. Tolsdorff führte nach seiner Genesung seine Kompanie in Fankreich und beim Überfall auf die Sowjetunion. Im September 1941 wurde erneut schwer verwundet. Für seine Leistungen beim Vormarsch wurde ihm noch im Lazarett am 4. Dezember 1941 das Ritterkreuz verliehen, außerdem wurde er zum Hauptmann befördert. Erst im April 1942 kehrte Tolsdorff wieder an die Front zurück und wurde nach wenigen Wochen vor Leningrad erneut verwundet. Im Sommer 1942 nahm er an den Kämpfen am Wolchow teil und wurde hier am Kopf schwer verwundet. Nach der Rücker zur Front wurde Tolsdorff am 1. Januar 1943 zum Major ernannt und übernahm das I. Bataillon des Füsilier-Regiments 22. Für die Leistungen seines Bataillons bei den Abwehrschlachten am Ladogasee wurde Tolsdorff am 15. September 1943 das Eichenlaub verliehen. Im November 1943 übernahm Tolsdorff dann die Führung über das Füssilier-Regiment 22. Bei den Kämpfen um die Stadt Odessa kämpfte Tolsdorff erneut in den vordersten Gräben und erhielt einen Bauchschuß, er ihn erneut für viele Wochen ins Lazarett brachte. Am 1. April 1944 wurde er dann zum Oberstleutnant befördert und er wurde an die Fahnenjunkerschule nach Metz versetzt, um dort als Lehrer zu fungieren. Doch Tolsdorff hielt das Leben an der Schule nicht lange aus, nach nur drei Tagen war er wieder auf dem Weg zur Front, um sein altes Regiment zu übernehmen. Im Sommer 1944 verteidigte Tolsdorff mit seinem Regiment die Stadt Wilna und hielt die eingeschlossene Stadt, bis sie von deutschen Truppen entsetzt wurde. Für diese Leistung wurden ihm am 18. Juli 1944 die Schwerter verliehen. Außerdem wurde er zum Oberst befördert. Im August 1944 wurde Tolsdorff auf einen Divisionsführer-Lehrgang kommandiert und erhielt im Anschluß das Kommando über 340. Volksgrenadier-Division. Die an der Westfront eingesetzte Division kämpfte im Raum Aachen und nahmanschließend an der Ardennenoffensive teil. Am 30. Januar 1945 wurde Tolsdorff zum Generalmajor befördert und es gelang ihm, seine Einheit über den Rhein nach Deutschland zurückzuführen. Für diesen Abwehrerfolg wurden ihm am 18. März 1945 die Brillianten verliehen. Gleichzeitig wurde er als einer der jüngsten Offiziere zum Generalleutnant befördert und übernahm die Führung des LXXXII. Armeekorps. Bei Kriegsende kam er in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Insgesamt war Tolsdorff während des Krieges vierzehn ml verwundet worden.

Nach dem Kriege wurde Tolsdorff wegen einer standrechtlichen Erschießung eines Fahnenflüchtigen vor ein Gericht gestellt, er wurde aber freigesprochen, da das vollstreckte Urteil dem Kriegsrecht entsprach.

 

Ritterkreuz (4. Dezember 1941) Eichenlaub (15. September 1943) Schwerter (18. Juli 1944) Brillianten (18. März 1945)