Schörner, Ferdinand

 

* 12. Juni 1892, München + 2. Juli 1973, München Schoerner.jpg (42161 Byte)

Ferdinand Schörner war Reserve-Unteroffizier und wurde bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, wurde dort zwei Mal verwundet und als Leutnant zum Bayrischen Infanterie-Leibregiment nach Italien versetzt. Dort erwarb er sich den Pour-le-Mérite. Als Oberleutnant kämpfte er 1918 wieder an der Westfront, wurde abermals verwundet und an die serbische Front versetzt. Nach Kriegsende diente er zunächst im Freikorps "Epp" und wurde schließlich als Oberleutnant in die Reichswehr übernommen. Von 1920 bis 1931 diente er im Infanterie-Regiment 19. 1934 wurde er an die Kriegsschule nach Dresden versetzt und 1937 übernahm er als Oberstleutnant das Gebirgs-Jäger-Regiment 98. Bei Kriegsausbruch Oberst, führte er sein Regiment in Polen, bis er Anfang 1940 mit der Aufstellung der 6. Gebirgs-Division beauftragt wurde. Diese Division führte Schörner im Frankreichfeldzug und er wurde am 1. August 1940 zum Generalmajor befördert. Während des Balkanfeldzuges durchbrach Schörner mit seiner Division im Verband des XVIII. Gebirgskorps die griechische Metaxas-Linie und besetzte im Handstreich die strategisch wichtigen Bergpässe des griechischen Hochgebirges. Für diesen Handstreich erhielt er am 20. April 1941 das Ritterkreuz verliehen.

Beim Überfall auf die Sowjetunion wurde die 6. Gebirgs-Division in Finnland eingesetzt. Am 27. Januar 1942 wurde Schörner Generalleutnant und am 15. Januar 1942 übernahm er das XIX. Gebirgskorps. Am 1. Juni 1942 folgte die Beförderung zum General der Gebirgstruppe und am 1. Oktober 1943 übernahm er das Kommando über das XXXX. Panzer-Korps in der Ukraine. Mit seinen harten Befehlsmethoden gelang es Schörner, die ihm unterstellten Abschnitte gegen umfassende russische Angriffe zu halten und anschließend die nötig gewordenen Absetzbewegungen zu decken. Für diese Verdienste wurde er im Wehrmachtsbericht erwähnt und erhielt am 17. Februar 1944 das Eichenlaub. Am 1. März 1944 wurde er zum Generaloberst befördert und am 2. März 1944 übernahm er das Kommando über die 17. Armee. Bereits am 30. März 1944 wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine ernannt. Es gelang ihm, die Südfront zu stabilisieren. Am 20. Juli 1944 wurde er Kommandeur der Heeresgruppe Nord und hatte sich dort der russischen Groß-Offensive zu erwehren. Es gelang ihm, die Heeresgruppe vor der Einkesselung zu bewahren, wofür er am 28. August 1944 die Schwerter erhielt.

Nach der Einkesselung der Heeresgruppe Nord in der Provinz Kurland verteidigte Schörner den Kurland-Kessel und führte die Heeresgruppe in den vier Kurland-Schlachten. Als sich die Niederlage im Kurland-Kessel abzeichnete, wurde Schörner zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte ernannt. Für seine Leistungen im Kurland-Kessel wurden ihm am 1. Januar 1945 die Brillianten verliehen. Als Befehlshaber der Heeresgruppe Mitte führe Schörner ein strenges Regiment und sprach vermehrt Todesurteile gegen Deserteure und "Feiglinge" aus. Bei diesen Urteilen machte er auch vor höheren Dienstgraden keinen Halt. Am 5. April 1945 wurde Schörner noch zum Generalfeldmarschall ernannt. Hitler ernannte Schörner ferner in seinem Testament zum Oberbefehlshaber des Heeres.

Bei Kriegsende konnte Schörner, als Zivilist getarnt, nach Westen fliehen und sich bis Ende Mai verstecken. Dann wurde er durch US-Truppen gefangen genommen und an die Rote Armee ausgeliefert. Er wurde von einem Kriegsgericht zu 25 Jahren Straflager verurteilt und erst 1955 entlassen. 1957 wurde Schörner erneut verhaftet und vor ein bundesdeutsches Gericht gestellt. Er wurde wegen der von ihm ausgesprochenen Todesurteile bei Kriegsende zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, nach zwei Jahren aber wieder entlassen.

Ritterkreuz (20. April 1941) Eichenlaub (17. Februar 1944) Schwerter (28. August 1944) Brillianten (1. Januar 1945)