Specht, Karl-Wilhelm

 

* 22. Mai 1894, Herdecke

† 3. Dezember 1953, Woikowo b. Moskau

Karl-Wilhelm Specht trat nach seiner Kadettenausbildung am 26. Januar 1914 als Leutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 6. Lothringisches Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145. Er kämpfte mit diesem Regiment im Ersten Weltkrieg und wurde nach dem Kriegsende in das Reichsheer übernommen. Im Frühjahr 1920 gehörte er beim 200.000 Mann-Übergangsheer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 32. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 12. Infanterie-Regiment. Im Frühjahr 1924 wurde er im Regimentsstab vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden eingesetzt. Er wurde mehrere Jahre bei diesem Stab eingesetzt. Dort wurde er auch am 1. April 1925 zum Hauptmann befördert. 1927 wurde er zum Chef der 10. Kompanie vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden ernannt. 1929 wurde er zum Regimentsadjutant vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden ernannt. Als solcher wurde er jetzt die nächsten Jahre, mindestens bis zum Sommer 1932 eingesetzt. Nach verschiedenen Kommandos wurde er am 1. Oktober 1936 zum Oberstleutnant befördert und am 6. Oktober 1936 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 110 ernannt. Am 1. Juni 1939 wurde er zum Oberst befördert und am 1. November 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 55 ernannt. Dieses Regiment führte er im Westfeldzug und zu Beginn des Russlandfelszuges. Für die Leistungen des Regiments während des Vormarsches im August 1941 und den Kämpfen im Raum Gomel und der Schlacht um Tschernigow wurde ihm am 8. September 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Für seine Leistungen beim Angriff auf Moskau wurde ihm am 16. Januar 1942 als Oberst das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. August 1942 wurde Specht zum Generalmajor befördert. Am 10. September 1942 wurde er dann zum Kommandeur der Infanterieschule Döberitz ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1943 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Dezember 1943 wurde er dann Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens des Heeres. Am 1. März 1944 wurde er schließlich zum Generalinspekteur des Führungsnachwuchses ernannt. In dieser Stellung war er im August 1944 auch Mitglied des Ehrenhofes, welcher die Verwicklung von Offizieren in den Anschlag auf Hitler vom 20. Juli 1944 prüfte und Verdächtige dem Volksgerichtshof zur Aburteilung übergab. Dieser Ehrenhof bestand neben ihm hauptsächlich aus dem Vorsitzenden Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, Generaloberst Heinz Guderian sowie der General der Infanterie Walter Schroth als aktive Mitglieder. Vertreter waren General der Infanterie Karl Kriebel und Generalleutnant Heinrich Kirchheim. Am 1. Dezember 1944 wurde er zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er an diesem Tag zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando XX. Armeekorps ernannt. Damit wurde er auch Befehlshaber vom Wehrkreis XX. Am 16. März 1945 wurde er dann zum Kommandierenden General des Korps Hela ernannt. Bei Kriegsende geriet er in russische Gefangenschaft, an deren Folgen er in der Gefangenschaft 1953 verstarb. Dort ruhte er dann auf einem kleinen Friedhof unter anderem mit dem General der Infanterie Hans Boekh-Behrens, dem General der Artillerie Max Pfeffer, dem General der Infanterie Friedrich Hochbaum, dem General der Polizei Otto Ullmann, den Generalleutnanten Rainer Stahel, Heinrich Deboi, Gerhard Medem, Friedrich Bayer, Paul Stoewer und den Generalmajoren Anton Eberth, Wilhelm Runge, Rudolf Noack, Gerd von Below und Louis Tronnier.

 

Ritterkreuz (8. September 1941) Eichenlaub (16. Januar 1942)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011