Schultze, Herbert

 

* 24. Juli 1909, Kiel

† 3. Juni 1987, Hereford, England

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Herbert Schultze trat im April 1930 der Reichsmarine bei und tat unter anderem auf den leichten Kreuzern Leipzig und Karlsruhe Dienst. Am 1. Oktober 1934 wurde Schultze zum Leutnant zur See befördert, am 1. Juni 1936 zum Oberleutnant. Im Mai 1937 trat er der Unterseebootswaffe bei. Im Januar 1938 übernahm er sein erstes Kommando über ein Unterseeboot: U-2.  Am 16. März 1939 gab Schultze das Kommando über U-2 ab, um am 22. April U-48 zu übernehmen. Kurz darauf, am 1. Juni, erfolgte seine Beförderung zum Kapitänleutnant. Schon auf seiner ersten Feindfahrt war Schultze äußerst erfolgreich und versenkte drei Schiffe mit zusammen 14.777 BRT. Berühmt wurde Schultze durch einen Funkspruch an die britische Admiralität, nachdem er den Frachter "Firby" versenkt hatte:
"cq - cq- cq - transmit to Mr. Churchill. I have sunk the British steamer "Firby". Posit 59.40 North and 13.50 West. Save the crew, if you please. German submarine." Nach weiteren erfolgreichen Feindfahrten erhielt Schultze am 1. März 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Mai 1940 gab er dann U-48 an Hans-Rudolf Rösing ab, um in einem Lazarett ein Magenleiden auszukurieren. Von Oktober bis Dezember 1940 war er Kommandeur der 7. Unterseeboots-Flottille. Im Dezember 1940 übernahm er wieder U-48 und wieder waren seine Feindfahrten äußerst erfolgreich, so daß ihm am 12. Juni 1941 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Schultze erhielt von seiner Besatzung den Beinamen "Vati", da er sich stark um seine Besatzung kümmerte. Im Juli 1942 gab er U-48 endgültig ab und wurde Kommandeur der 3. Unterseeboots-Flottille. Insgesamt hatte Schultze 26 Schiffe mit 169.439 BRT versenkt und ein Schiff mit 9.456 BRT beschädigt. Im März 1942 wurde er zum Admiral-Stabs-Offizier für Unterseeboote bei der Marinegruppe Nord ernannt und im Dezember 1942 wurde er zum Stab von Großadmiral Dönitz kommandiert. Am 1. April 1943 folgte die Beförderung zum Korvettenkapitän. Im März 1944 wurde Schultze Abteilungsleiter in der Marinekriegsschule Mürwik, wo er bis Kriegsende blieb.

1956 trat Schultze der neu gegründeten Bundeswehr bei und bekleidete verschiedene Stabs-Positionen, bis er 1968 als Kapitän zur See in den Ruhestand ging.

 

Ritterkreuz (1. März 1940) Eichenlaub (12. Juni 1941)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011