von Rundstedt, Karl Rudolf Gerd

 

* 12. Dezember 1875, Aschersleben / Sachsen-Anhalt

† 24. Februar 1953, Hannover

Gerd von Rundstedt trat 1891 in das preußische Kadettenkorps ein. Am 22. März 1892 trat er dann als Fähnrich in das 3. kurhessische Infanterie-Regiment 83 in Kassel ein. Am 17. Juni 1893 wurde er zum Leutnant der preußischen Infanterie ernannt. 1894 wurde er zum Leutnant befördert und an die Kriegsakademie kommandiert. 1909 wurde er Hauptmann im Generalstab, 1912 wurde er Kompaniechef des Kolmarer Infanterie-Regiments 171. Am Ersten Weltkrieg  nahm er als Generalstabsoffizier in der Türkei und in Frankreich teil. 1919 wurde er in die Reichswehr übernommen, wo er im Jahr darauf zum Oberstleutnant und Chef des Stabs der 3. Kavallerie-Division in Weimar ernannt wurde. Am 1. Februar 1923 erfolgte die Beförderung zum Oberst. Am 1. Oktober 1923 wurde er zum Chef des Stabes der 2. Division der Reichswehr ernannt. Am 1. April 1925 wurde er zum Kommandeur des 18. Infanterie-Regiment in Münster ernannt. Am 30. September 1926 gab er dieses Kommando wieder ab. Er wurde jetzt zum Chef des Stabes vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1927 zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zum Kommandeur der 2. Kavallerie-Division in Breslau ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1929 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Februar 1932 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur der 3. Division der Reichswehr ernannt. Bereits am 1. Oktober 1932 gab er sein Kommando wieder ab. Stattdessen wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie am 1. Oktober 1932 zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Am 1. März 1938 wurde er zum Generaloberst befördert. Während der deutschen Besetzung des Sudetenlands führte er noch immer die Heeresgruppe. Im November 1938 wurde Rundstedt aus der Wehrmacht verabschiedet, weil er gegen den Zeitpunkt des deutschen Einmarsches protestiert. Nach seiner Auffassung ist die Wehrmacht noch nicht kriegsbereit. Im Sommer 1939 wurde er wieder reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der 12. Armee ernannt. Durch deren Umbenennung Anfang September 1939 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd ernannt. Diese führte er dann im Polenfeldzug. Für die Erfolge seiner Heeresgruppe wurde er am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Anfang Oktober 1939 wurde er durch seine Position gleichzeitig zum Oberbefehlshaber Ost ernannt. Am 26. Oktober 1939 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A ernannt. Mit dieser verlegte er jetzt an die Westfront. Diese Heeresgruppe führte er dann von Mai bis Juni 1940 während des Frankreichfeldzuges. Er führte dabei den Vorstoß der Panzerkräfte durch die Ardennen bis zur Kanalküste und umklammerte dort alliierte Streitkräfte. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Am 1. Oktober 1940 wurde er dann auch zum Oberbefehlshaber West umbenannt. Erst Ende des Frühjahrs verlegte er dann mit seinem Stab in den Osten. Dort wurde der Stab für den Angriff auf die Sowjetunion zur Heeresgruppe Süd umbenannt. Ab dem 22. Juni 1941 führte von Rundstedt zu Beginn des Ostfeldzuges beim Angriff in die Ukraine hinein. Im Oktober 1941 war Rundstedt mit dem sogenannten Reichenau-Befehl, in dem Walter von Reichenau seine Soldaten zur Unterstützung von Hitlers "Weltanschauungskrieg" und zur "Vernichtung des jüdischen Untermenschentums" aufruft, voll einverstanden. Am 3. Dezember 1941 zog Rundstedt gegen Hitlers Befehl die Heeresgruppe aus taktischen Gründen aus Rostow zurück. Daraufhin wurde er von Hitler abberufen und durch Generalfeldmarschall Reichenau ersetzt. Im März 1942 wurde er reaktiviert und als Oberbefehlshaber West und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe D eingesetzt. Im August 1942 misslang ein alliiertes Landeunternehmen bei Dieppe. Entgegen geltendem Kriegsrecht ließ von Rundstedt die in Kriegsgefangenschaft geratenen britischen Soldaten an die Gestapo ausliefern. Nachdem es nicht gelungen war, die alliierten Truppen im Juni 1944 von der Landung in der Normandie abzuhalten, musste von Rundstedt den Posten des Oberbefehlshabers West an Generalfeldmarschall von Kluge abtreten. Am 21. Juli 1944 verließ von Rundstedt die Westfront. Er wurde Vorsitzender des "Ehrengerichts" (Ehrenhof des Deutschen Reiches), welches die in das Attentat vom 20. Juli 1944 verwickelten Offiziere aus der Wehrmacht ausstieß und diese damit der Verurteilung durch den Volksgerichtshof auslieferte. Dabei waren neben ihm Generaloberst Guderian, die Generale Walter Schroth und Karl-Wilhelm Specht aktive Mitglieder. Vertreter waren die Generale Karl Kriebel und Heinrich Kirchheim. Am 5. September 1944 wurde von Rundstedt wieder OB West. Über Generalfeldmarschall Keitel forderte von Rundstedt Hitler auf, den Krieg zu beenden. Im Winter 1944 gehörte er dem Planungsstab an, welcher die Ardennen-Offensive vorbereitete. Am 18. Februar 1945 wurde er mit den Schwertern ausgezeichnet. Am 3. März 1945 wurde er wegen Differenzen mit dem OKW über die Taktik der Ardennenoffensive und wegen des erfolgten Rheinübertritts amerikanischer Truppen bei Remagen erneut seines Kommandos enthoben. Im Mai 1945 wurde er von amerikanischen Truppen in Bad Tölz verhaftet und in britische Kriegsgefangenschaft übergeben. In Nürnberg fungierte er als Zeuge der Anklage in den OKW-Prozessen. Am 5. Mai 1949 wurde er wegen einer Herzerkrankung aus britischer Haft entlassen.


Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (1. Juli 1944) Schwerter (18. Februar 1945)