von Roques, Franz

 

* 1. September 1877, Treysa

† 7. August 1967, Treysa

 

Franz von Roques trat am 28. Februar 1896 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Kurhessisches Infanterie-Regiment "Landgraf Friedrich I. von Hessen-Cassel" Nr. 81. In diesem wurde er am 20. Juli 1897 zum Sekondeleutnant befördert. In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts wurde er zum Oberleutnant befördert. Etwa 1911 wurde er in den Großen Generalstab kommandiert. Mit seiner Beförderung zum Hauptmann i.G. am 18. Februar 1913 wurde er auf offiziell in den Großen Generalstab versetzt. Im Sommer 1914 wurde er dann zum Generalstab vom XVIII. Armeekorps kommandiert. Im 1. Weltkrieg wurde er dann auf verschiedenen Generalstabspositionen eingesetzt. Am 18. August 1917 wurde er zum Major befördert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen und dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern noch einige andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei diesem wurde er zuerst als Kommandeur der Nachrichten-Abteilung 10 der 10. Reichswehr-Brigade eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres wurde er dann zum Kommandeur der 6. Nachrichten-Abteilung in Hannover ernannt. Auch im Herbst 1921 war er noch Kommandeur dieser Abteilung. Am 1. Februar 1923 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er dann am 1. Oktober 1923 zum Chef des Stabes der Inspektion der Nachrichtentruppe (In 7) im Reichswehrministerium in Berlin ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre unter verschiedenen Inspekteuren aus. Als solcher wurde er am 1. Januar 1928 zum Oberst befördert. Am 1. April 1929 wurde er dann selbst zum Inspekteur der Inspektion der Nachrichtentruppe (In 7) ernannt. Am 1. Februar 1931 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Nachfolger von Generalmajor Hans Schmidt zum Infanterieführer VI in Hannover ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1933 zum Generalleutnant befördert. Am 30. September 1933 gab er sein Kommando an Oberst Erwin von Witzleben ab. An diesem Tag wurde er auch aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Bei der Mobilmachung wurde er wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. Er wurde gleichzeitig zum Kommandeur der Ersatztruppen XVII in Wien ernannt. Durch die Umbenennung des Stabes wurde er dann am 15. Oktober 1939 zum Kommandeur der Ersatztruppen 1./XVII ernannt. Durch die erneute Umbenennung des Stabes wurde er dann am 4. November 1939 zum Kommandeur der 177. Division ernannt. Mitte Dezember 1939 wurde er dann durch die erneute Umbenennung des Stabes zum Kommandeur der Division Nr. 177 ernannt. Am 1. Juni 1940 gab er er sein Kommando ab. An diesem Tag wurde er zum General z.b.V. I ernannt. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er Mitte März 1941 zum Befehlshaber rückwärtiges Heeresgebiet 101 ernannt. Als solcher führte er seine Verbände bei Beginn des Ostfeldzuges hinter der Heeresgruppe Nord in den Einsatz. Am 1. Juli 1941 wurde er dann zum General der Infanterie z.V. befördert. Anfang Juli 1941 wurde er durch die erneute Umbenennung seines Stabes zum Befehlshaber rückwärtiges Heeresgebiet Nord ernannt. Ebenfalls Anfang Juli 1941 wendete er sich an den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generalfeldmarschall Ritter von Leeb, um die Mordaktionen im Fort der Stadt Kaunas zu stoppen. Dieser empfahl ihm sich und seine Truppen von den Erschießungen fernzuhalten. Von Roques entgegnete ihm wohl, dass dies keine Lösung der Judenfrage sei, sondern diese durch Sterilisierung aller männlicher Juden gelöst werden könne. General von Roques ließ die Sache jedoch nicht auf sich beruhen. Er erteilte der Truppe den Befehl keine Strafmaßnahmen gegen die Bevölkerung, vor allem Erschießungen durchzuführen. Laut seiner Aussage bestellte er auch den Führer des Einsatzkommandos 3 zu sich und ersucht ihn mit ernsten Worten Einhalt zu gebieten. Mitte März 1942 wurde er durch die erneute Umbenennung seines Stabes zum Kommandierenden General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Nord ernannt. Am 1. April 1943 gab er sein Kommando an General der Infanterie von Both ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 30. April 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Am 31. Juli 1943 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet.