Rommel, Erwin

 

* 15. November 1891, Heidenheim

† 14. Oktober 1944,  Herrlingen (Selbstmord)

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Rommel, Sohn eines Gymnasium-Professors, trat 1910 freiwillig ins Heer ein und kämpfte in der ersten Kriegsphase mit dem Infanterie-Regiment 124 an der Westfront. Nachdem er für Tapferkeit in den Argonnen das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten hatte, wurde er als Kompaniekommandant im Württemberger Gebirgsjägerbataillon in Rumänien, im Westen und an der Italienfront eingesetzt. Am 25. Oktober 1917 konnte Oberleutnant Rommel die heftig verteidigte Höhe Monte Matajur erstürmen und über 8.000 italienische Gefangene einbringen, wofür er als einer der wenigen jungen Infanterieoffiziere des Krieges den Pour-le-Mérite erhielt. 1919 wurde er aufgrund seiner Leistungen in die Reichswehr übernommen. Nachdem er lange Zeit eine Infanteriekompanie kommandiert hatte, wurde Major Rommel 1929 Taktiklehrer an der Infanterieschule Dresden. Nach weiterer Verwendung als Bataillonskommandeur befehligte er nacheinander die wichtigen Kriegsschulen in Potsdam und Wiener Neustadt.  

1938 wurde Rommel schließlich zum Kommandanten des Führerhauptquartiers ernannt, was für seine erstklassigen führerischen und militärischen Qualitäten sprach. Beim Einmarsch in das Sudetenland wurde Rommel von Adolf Hitler zum Führer des "Führerbegleitbataillons" ernannt,  am 1. August 1939 folgte die Beförderung  zum Generalmajor.. Nach dem Polenfeldzug bat Rommel Hitler um das Kommando über eine Panzerdivision und übernahm, trotz dem er Infanterist war, am 5. Februar 1940 das Kommando der 7. Panzerdivision. Diese führte Rommel im Frankreichfeldzug, erkämpfte den Übergang über die Maas und stieß tief in das feindliche Hinterland vor, was seiner Division den  Beinamen "Gespensterdivision" einbrachte. 

Am 1. Januar 1941 zum Generalleutnant befördert, wurde Rommel 1941 im Februar 1941 mit der Führung des "Sperrverbandes Afrika" beauftragt und bereits kurz darauf mit den ersten Verbänden nach Libyen geschickt, um die bedrohte Front der Italiener zu stabilisieren. Bereits in den ersten kleineren Gefechten gegen weit überlegene britische Truppen siegreich, schuf sich Rommel innerhalb weniger Monate durch seine listenreiche Taktik, die völlig an die örtlichen Gegebenheiten der Wüste angeglichen war, den Ruf eines unbesiegbaren Panzergenerals und einfallsreichen Taktikers. Bereits in Nordafrika, erhielt Rommel am 20. März 1941 für die Erfolge in Frankreich und Libyen das 2. Eichenlaub innerhalb des Heeres verliehen! In Folge blieb er bei El Agheila und in der Großen Syrte siegreich, überrannte die gesamte Cyrenaika, vertrieb die Briten aus Benghasi und kesselte im April 1941 Tobruk ein. Im Juli wurde er zum General der Panzertruppe befördert. Nachdem er in den vergangenen Monaten wiederholt britische Gegenoffensiven abgewehrt hatte, bei Sollum und am Hafaya-Pass siegreich geblieben war, zwang ihn die britische Gegenoffensive "Crusrader" im November 1941 erstmals zum Rückzug.  Im Januar 1942 stand er wieder in jenem Gebiet, in dem elf Monate zuvor der Afrikafeldzug begonnen hatte! Im selben Monat versuchten die Briten, Rommel endgültig auszuschalten. Doch das Spezialkommando (Long Range Desert Group), welches auf ihn angesetzt war, fand nur noch sein leeres Hauptquartier vor und wurde von der Wachmannschaft abgewiesen. Rommel war wenige Tage zuvor mit seinem Stab umgezogen!

Mit dem Deutschen Afrikakorps gelang es Rommel im  Sommer 1942, die Festung Tobruk zu erobern und die britische 8. Armee bis an die ägyptische Grenze zurückzudrängen. Am 22. Juni wurde er nach der Eroberung von Tobruk zum Generalfeldmarschall ernannt. Damit geriet Rommel in Konflikt zur Generalstabsführung unter Feldmarschall Wilhelm Keitel und Generaloberst Alfred Jodl, die ihn wegen des engen Verhältnisses zu Hitler und seines schnellen Aufstiegs in die Wehrmachtsführung ablehnen. Wenige Tage später überquerten seine Panzerspitzen, gefeiert von deutschen Zeitungen, die ägyptische Grenze und bedrohten den Suezkanal. Die Offensivpläne gegen Kairo waren bereits festgelegt. Doch damit waren die deutschen Kräfte   erschöpft. Im November 1942 konnten die britischen Truppen die deutschen Linien durchbrechen, in Marokko landeten amerikanische Streitkräfte. Rommel gelang es, seine Truppen bis nach Tunesien  zurückzuziehen, die endgültige Niederlage konnte er aber auch nicht mehr abwenden. Am 11. März 1943 wurde er ins Führerhauptquartier befohlen und seines Postens enthoben. Vergeblich ersuchte er bei Hitler um die Rücknahme seiner Männer aus Afrika, was Hitler jedoch jedesmal ablehnte.  Die Reste der Panzerarmee Afrika kapitulierten am 12. Mai 1943.

1944 wurde Rommel zum Oberbefehlshaber  der Heeresgruppe B ernannt. Seine erste Aufgabe bestand in der Vorbereitung zur Verteidigung Italiens, ab 1. Dezember 1943   war er für die Vorbereitungen der Verteidigung der Invasion in Nord-Frankreich verantwortlich. Wegen Differenzen mit Rundstedt über die Abwehr der alliierten Invasion blieben die Panzerreserven der Wehrmacht in Frankreich im Hinterland stehen, so daß sie in die Invasionskämpfe nicht rechtzeitig eingreifen  konnten und schon  auf   dem Anmarsch durch Luftangriffe schwer angegriffen wurden. Am 15 Juli 1944 trat Rommel für einen Waffenstillstand ein, da er  erkannte, daß der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Zwei Tage später wurde er bei einem Luftangriff verwundet. Wegen seiner entfernten Verbindungen zu den Attentätern des  20. Juli wurde  Rommel vor die Wahl gestellt, sich entweder selbst umzubringen oder vor dem Volksgerichtshof abgeurteilt zu werden.  Um der Sippenhaft für seine Familie zu entgehen, beging Rommel am 14. Oktober 1944 durch Gift Selbstmord. Zur Verschleierung ordnete  Hitler ein Staatsbegräbnis an, offiziell erlag Rommel den Verwundungen, die er sich bei dem Fliederangriff zugezogen hatte. 

Ritterkreuz (26. Mai 1940) Eichenlaub(20. März 1941) Schwerter (20. Januar 1942) Brillianten (11.  März 1943)

 

Eine andere Sicht auf den "Wüstenfuch" von Jörg Wurdack

Es muß im Sinne einer ausgewogenen Darstellung auch auf einige negative Punkte in Charakterbild und Führungsverhalten Rommels hingewiesen werden. Auch ein Rommel war nicht unfehlbar und hatte deutliche Schwächen in manchen Bereichen des militärischen Handwerks. Er bewunderte Hitler als Person und war in den Putsch vom Juli 1944 weniger verwickelt, als viele seiner Verehrer es gewünscht hätten. 


Rommel als militärischer Führer

Rommel war zweifellos ein hervorragender taktischer Führer bis zur Ebene der Panzerdivision, was z.B. sein Durchbruch bei Dinant 1940 beweist.(1) Auch sein Buch aus dem ersten Weltkrieg "Infanterie greift an" kann heute noch fast wörtlich als Beispielsammlung für die Gefechtsausbildung verwendet werden.(2) Bei der Führung größerer Truppenverbände zeigte er jedoch erhebliche Schwächen, seine Führungseigenschaften werden hier durch manche Biographien in einer Weise glorifiziert, die in den Quellen nicht nachzuvollziehen ist. Rom-mel ist das beste Beispiel dafür, wie heute immer noch die Zweckpropaganda aus der Kriegszeit nachwirkt und sich nur wenige die Mühe machen, einmal die Fakten zu prüfen. 

Als Auswahl aus einer Fülle von Belegstellen zu den Schwächen in Rommels operativer Führung mögen folgende Beispiele genügen: 

Rommel war nicht in der Lage zu erkennen, daß seine aus einer örtlich günstigen Lage heraus gestarteten Aktionen in Nordafrika nicht in Übereinstimmung mit der Gesamtkriegsplanung des Dritten Reiches standen und außerdem die logistischen Möglichkeiten des Nachschubs über das Mittelmeer überforderten. Rommel konnte oder wollte Hitlers Strategie nicht begreifen, der sich zunächst aus guten Gründen nicht stärker in Nordafrika engagieren wollte, da sein Hauptaugenmerk auf die Niederwerfung der Sowjetunion gerichtet war. 
Eine Abstimmung der Operationsführung in Nordafrika mit der Gesamtkriegsplanung ist nur sporadisch und meist viel zu spät erfolgt. Anscheinend konnte oder wollte niemand aus der Obersten Wehrmachtsführung Rommel in die gebotenen Schranken weisen. Dabei mag auch die künstlich gesteigerte Popularität des "Wüstenfuchses" eine Rolle gespielt haben, einen vordergründig erfolgreichen Truppenführer wollte man nicht in den Arm fallen, auch wenn dieser ständig eigentlich vermeidbare Probleme verursachte.(3)

Durch seine eigenmächtigen Aktionen brachte er die Wehrmachtsführung immer wieder in größte Schwierigkeiten, da man aufgrund seiner örtlichen Erfolge, die man propagandistisch ausnutzen wollte, versuchen mußte, im zusätzliche Truppen und erheblich mehr Nachschub als ursprünglich geplant zukommen zu lassen. Truppen und Waffen fehlten dann in Rußland, zudem band das Nachschubproblem immense Kräfte, sowohl der deutschen Luftwaffe wie auch der italienischen Marine. Der Seeweg über das Mittelmeer konnte nie wirklich sichergestellt werden, zeitweise waren doppelt so viele Kriegsschiffe bei der Sicherung der deutsch-italienischen Konvois eingesetzt, wie in diesen Geleitzügen Transportschiffe fuhren. Das Extrembeispiel ist der am 5.1.1942 in Tripolis eintreffende Konvoi: Zur Begleitung von nur 6 Frachtschiffen mußten alle vier einsatzbereiten italienischen Schlachtschiffe, dazu 2 Schwere und 2 Leichte Kreuzer, 9 Zerstörer und Torpedoboote, sowie zahlreiche Flugzeuge herangezogen werden, um angesichts der ungebrochenen britischen Seeherrschaft im Mittelmeer mit einiger Aussicht auf Erfolg durchzukommen.(4) Ein solcher Aufwand bei der Sicherung von Versorgungsgeleiten war auf Dauer nicht machbar, da der italienischen Marine kaum mehr Treibstoff-Reserven zur Verfügung standen und auch deutscherseits hier keine Unterstützung erfolgen konnte.(5)

Rommel weigerte sich auch später beharrlich, die rüstungswirtschaftlichen und logistischen Probleme des Reiches zur Kenntnis zur nehmen, wenn er dadurch seine Planungen beeinträchtigt sah. Obwohl ihm seit Sommer 1941 die Fragilität des Nachschubweges über das Mittelmeer bekannt war, obwohl er in mehreren Besprechungen beim OKH eindringlich auf den Vorrang des Feldzuges in Rußland hingewiesen worden war, verlangte er im Sommer 1942 die "Zuführung von 2 Stellungsdivisionen mit reichlich Pak und Pionierkräften". Weiter forderte er die Zuführung von Panzern, Schützenpanzerwagen, 10 Batterien Flak, 5 Batterien 10-cm Kanonen, 100 Pak und "zunächst" 1000 LKW. Da der Seeweg wieder einmal nicht gesichert war, sollten nach seinem Wunsch weitere 200 Pak sofort mit Lastenseglern nach Afrika überflogen werden.(6) Das diese Vorstellungen angesichts des gerade angelaufenen Sommerfeldzuges in Rußland Träume bleiben mußten, braucht nicht besonders betont zu werden. Rommel hat diesen berechtigten Widerstand des OKH gegen seine Forderungen nie begriffen. Sein Ehrgeiz machte es ihm schwer, sich damit abzufinden, daß es seine Aufgabe war, auf einem Nebenkriegsschauplatz die einmal erkämpften Positionen zu halten.

Rommel neigte in manchen Fällen dazu, seine Gegner zu unterschätzen und hielt stur an einmal getroffenen Lagebeurteilungen fest, obwohl diese durch neue Meldungen überholt waren. Dieses Verhalten führte zu vermeidbaren Verlusten. Es wurde vor allem dann zum Nachteil, wenn sich ein Angriff festgefahren hatte oder ein Gegenangriff eines überlegenen Gegners drohte, bei dem Rommels unbestreitbares Talent für Überraschungen und Täuschungen sich nicht auswirken konnte, weil das Gesetz des Handelns beim Gegner lag. Dabei wird deutlich, daß auch ein Rommel genauso leichtsinnig mit dem Leben der ihm unterstellten Soldaten umging, wie andere Kommandeure.

Ein Beispiel für die völlige Fehleinschätzung der Lage durch Rommel ist der erste Angriff im April 1941 auf die von 24.000 Mann mit starker Artillerieunterstützung verteidigte Festung Tobruk. Nicht nur, daß er es unterließ, sich bei seinen italienischen Verbündeten über die ja ursprünglich von den Italienern erbauten Befestigungsanlagen zu unterrichten, auch der handstreichartige Angriff war dilettantisch geplant. Hier setzte er lediglich das Maschinengewehrbataillon 8, unterstützt durch 25 Panzer und 10 Pak-Selbstfahrlafetten an. Nun hat ein Maschinengewehrbataillon zwar eine immense Feuerkraft in der Verteidigung, ist aber für Angriffshandlungen aufgrund seiner Gliederung und Ausstattung herzlich wenig geeignet. Der Angriff scheiterte dann auch vorhersehbar, ebenso wie der am nächsten Tag hastig und ohne sorgfältige Aufklärung angesetzte Vorstoß der 5. leichten Division. Die deutschen Verluste betrugen über 1200 Mann, angesichts der damals noch geringen Stärke des DAK von kaum einer Division ein kaum zu verkraftender Aderlaß.(7) Obwohl die besser ausgerüsteten und ausgebildeten deutschen Verbände gescheitert waren, trieb Rommel dann auch noch die weitaus weniger kampfkräftigen Italiener gegen die britischen Stellungen, um ein drittes Mal zu scheitern und einen erfolgreichen britischen Gegenstoß nur mit Mühe abwehren zu können. Als Fazit bleibt: Obwohl Stärke und Kampfkraft von Tobruk bekannt waren, wurde jedes vor der Festung eintreffende Bataillon nacheinander zum Angriff angesetzt und kam natürlich nicht durch. So war schließlich jeder deutsche und italienische Verband vor der Festung angeschlagen und nur noch begrenzt einsetzbar.(8) 
Nach diesem gescheiterten Handstreich auf Tobruk rief Rommel wieder um Hilfe und stellte angesichts des bevorstehenden deutschen Angriffs auf die Sowjetunion geradezu unsinnige Forderungen, was vom OKH mit Blick auf die Gesamtlage natürlich abgelehnt werden mußte. Halder schreibt dazu treffend: "Nun meldet er selbst, daß seine Kräfte nicht ausreichen, um die angeblich "beispiellos günstige" Gesamtlage ausnützen zu können. Diesen Eindruck hatten wir hier in der Ferne schon länger."(9) 
Zwangsläufig war daher im OKH der Eindruck entstanden, daß Rommel seiner Führungsaufgabe nicht ganz gewachsen sei. Es hatte den Anschein, daß niemand in Nordafrika mehr einen klaren Überblick über die weit verstreuten Truppen hatte, Rommel war nicht in der Lage, klare Meldungen an das OKH über die tatsächliche Lage abzusetzen, um die Versorgung kümmerte er sich überhaupt nicht - wie aus zahlreichen Berichten hervorgeht. Das ging bis zur offenen Lüge: Gegenüber dem als Beobachter nach Afrika entsandten Oberquartiermeister I im Generalstab des Heeres bezeichnete Rommel Ende April 1941 die Versorgungslage als gesichert, was in keiner Weise den Tatsachen entsprach. Rommel stellte immer nur Forderungen an die Logistik, ohne sich mit der Frage zu befassen, ob seine Forderungen überhaupt eine Aussicht auf Realisierung hatten.(10) Der Generalstabschef des Heeres traf sicher den Kern der Sache, wenn er dazu notierte: "Lage Nordafrika unerfreulich. Rommel hat durch Überschreiten des Befehls eine Lage geschaffen, welcher die Nachschubmöglichkeiten zur Zeit nicht mehr gerecht werden. Rommel ist der Sache nicht gewachsen."(11) 

Ähnliche Vorfälle wiederholten sich beim Vorstoß an die Grenze Ägyptens im November 1941. Wieder wurde mit auseinandergerissenen Verbänden angegriffen, ohne daß etwas über den Gegner bekannt war. Wieder zerfielen die deutschen Operationen in eine Reihe von unkoordinierten Aktionen. Es entwickelten sich chaotische Verhältnisse, denn die vorgehenden deutschen Einheiten erhielten Befehle von drei verschiedenen Stellen:
- von Rommel, der ohne gesicherte Nachrichtenverbindungen seinen Privatkrieg mit Teilen der 21. Panzerdivision führte.
- vom Gefechtsstand des Afrikakorps und 
- vom Stabschef Rommels, der wieder wie üblich vom seinem Kommandeur nicht ausreichend informiert worden war. 
Erschwerend kam noch hinzu, daß Rommel selbst mit veralteten Führungsunterlagen arbeitete, so daß seine wenigen aufgenommenen Funksprüche nicht entschlüsselt werden konnten.(12) 
Hier wird wieder deutlich, daß Rommel während seiner ganzen Zeit in Afrika nie begreifen wollte, daß es ab einer gewissen Führungsebene nicht mehr ausreicht, im Befehlspanzer bei den vordersten Truppen mitzufahren, sondern daß dann vor allem saubere Stabsarbeit gefragt ist, die eine nüchterne Beurteilung der Lage unter Einschluß aller Faktoren, also auch der Versorgungslage, umfaßt. Natürlich kam es bei den Frontsoldaten (und auch bei der Propaganda) hervorragend an, wenn sich der Befehlshaber in vorderster Linie sehen ließ. Das darunter die Gesamtkoordination der Operationen litt, vermochte der Frontsoldat natürlich nicht zu erkennen. Die Führungsleistung des Oberbefehlshabers eines auf sich gestellten Korps, später einer Armee, der noch dazu eng mit Verbündeten zusammenzuarbeiten hatte, kann sich aber darauf allein nicht beschränken. 
Ein weiterer negativer Charakterzug Rommels zeigte sich in seiner Neigung, die eigenen Führungsfehler seinen untergebenen Offizieren anzulasten. Diese führte den Oberbefehlshaber des Heeres dazu, Rommel im Sommer 1941 eine förmliche Rüge wegen der Behandlung seiner Kommandeure zu erteilen.(13) 

Insgesamt kann mit einer Ausnahme nur wenig Positives gefunden werden, das Rommels Eigenmächtigkeit rechtfertigen könnte, mit der er die ihm erteilten Weisungen überschritt. Dank der Gunst Hitlers konnte er seinen persönlichen Ehrgeiz befriedigen und dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz eine Gewichtung geben, die ihm von Hitler, OKW oder OKH ursprünglich gewiß nicht zugedacht war. Das zeigte sich nicht nur in der Zuweisung zusätzlicher, an anderer Stelle fehlender, Verbände des Heeres, sondern auch in der Verlegung des II. Fliegerkorps und besonders in der Entsendung von U-Booten in das Mittelmeer, die über Wochen hinweg fast einer Einstellung des U-Boot-Krieges im Atlantik gleichkam.(14) 
Dagegen rettete Rommels Entschluß, bei El Alamein am 4.11.1942 trotz des Hitlerschen Haltebefehls zurückzugehen, zunächst noch einmal die Panzerarmee Afrika und zögerte die deutsche Niederlage in Nordafrika um ein weiteres halbes Jahr hinaus.(15) 
Rommel war ein Mann der günstigen Gelegenheit, der Möglichkeiten für überraschende und ungewöhnliche Aktionen virtuos ausnutzen konnte - allerdings oft um den Preis hoher personeller und materieller Verluste. In eher konventionellen Lagen dagegen leistete er allenfalls Mittelmäßiges und versagte des öfteren. Dabei mag seine Abneigung gegen sorgfältige Stabsarbeit als Basis für die Führung großer Verbände eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben. 
Sein Ehrgeiz machte es Rommel schwer, sich damit abzufinden, daß es seine Aufgabe war, auf einem Nebenkriegsschauplatz die einmal erkämpften Positionen zu halten. Daran ändern auch seine fern jeder Realität liegenden Phantastereien für einen Vorstoß über den Suezkanal in den persisch-iranischen Raum und einen Angriff gegen die Südfront des Kaukasus nichts.(16) Diesen maßlosen Zielsetzungen vermochte nicht einmal der sonst zu ähnlich größenwahnsinnigen Vorstellungen neigende Hitler sich ohne weiteres anzuschließen.

Rommel und die Propaganda

Daß der Name Rommels trotzdem zum Mythos werden konnte, lag insgesamt weniger an seinen operativen Qualitäten (strategische Vorstellungen sind bei ihm schon gar nicht erkennbar) als vielmehr an seiner geschickten Ausnutzung der Propagandamöglichkeiten, worin er von Goebbels noch gefördert wurde. Zweifellos mißbrauchten Hitler und Goebbels in gewisser Weise Rommel als Heldenfigur, seine persönliche Tragik war, daß er dies nicht erkannte. 
Bereits im ersten Weltkrieg war er stets darauf bedacht, seine Taten ins rechte Licht zu rücken. Schon die Verleihung des Pour le merite ist nicht unumstritten, es gab neben Rommel andere Offiziere, die ähnlich viel Anteil an der Erstürmung des Monte Matajur hatten. Rommel brachte sich persönlich beim württembergischen König für die Auszeichnung in Erinnerung, er wurde von Kriegskameraden ironisch als "scharf auf Orden wie die Elstern auf glitzerndes Metall" beschrieben.(17) Dieser teils ans Profilneurotische grenzende Ehrgeiz und die Sucht, sich in den Vordergrund zu stellen, führte dazu, daß Rommel schon vor dem Zweiten Weltkrieg bei vielen seiner Offizierskameraden nicht gerade beliebt war und oft gemieden wurde.
Während des Frankreichfeldzuges ließ Rommel fleißig Material über den Siegeszug der von ihm geführten 7. Panzerdivision sammeln, wobei auch seine Taten im hellsten Licht erstrahlten. Der in seinem Stab tätige Reserveroffizier Karl Hanke, im Zivilleben leitender Ministerialbeamter im Propagandaministerium (später Gauleiter in Niederschlesien) unterstützte ihn dabei tatkräftig, seit dieser Zeit besaß Rommel beste Verbindungen zum Propagandaministerium. Bemerkenswert dabei ist, daß im Stab einer Panzerdivision kein Dienstposten für einen Propagandamann vorgesehen war, daß also Hanke seiner eigentlichen Aufgabe entzogen wurde.

Zum Volkshelden avancierte Rommel dann in Nordafrika. Auch dort sorgte er dafür, daß ständig Propandaleute, vor allem Fotografen und Kameramänner der Wochenschau in seiner Nähe waren, die ihn in Feldherrnpose im Kampfgetöse zeigten - im Mittelpunkt der Inszenierung stand immer Erwin Rommel. Das ging hin bis zu eigenständigen Publikationen, die Rommel zur Hauptperson hatten, wie das Buch des PK-Malers Wilhelm Wessel "Mit Rommel in der Wüste"(18) Mit solchen Aktion wurde er zum Vorzeige-General von Goebbels, der zufrieden zu Hitler äußerte "daß kaum ein General so von der Wichtigkeit des Propagandaeinsatzes durchdrungen sei wie Rommel."(19) Diese ständige Medienpräsenz Rommels wurde sogar von Churchill geschickt ausgenutzt. Um der Kritik an seiner Kriegführung im Mittelmeerraum entgegenzutreten, lobte der britische Kriegspremier den deutschen General in zahlreichen Reden als genialen Heerführer und trug damit zum Mythos vom "Wüstenfuchs" bei, gegen den zeitweise Unterlegenheit durchaus nichts Ehrenrühriges sei. 

Wenn Rommel im Dritten Reich wie kein zweiter durch die Propaganda über andere Wehrmachtsgeneräle herausgehoben wurde, so lag dies auch an seinem besonderen Verhältnis zu Hitler. Rommels unkonventionelle und optimistische Art hatte Hitler imponiert. Er war sein "Lieblingsgeneral", der auf Hitler einen fast hypnotischen Einfluß ausübte, so daß der "Führer" sogar mit dem Gedanken spielte, Rommel zum Oberbefehlshaber des Heeres zu ernennen und dabei zahlreiche dienstranghöhere Generäle zu übergehen.(20) 
Im OKH verfolgte man die steile Karriere des Hitler-Günstlings von Anfang an mit Argwohn, ein Mißtrauen, das im Kreis dieser militärischen Fachleute durch die immer wieder auftretenden handwerklichen Fehlers Rommel noch bestätigt wurde. Im Sommer 1941 notierte Halder in seinem Tagebuch: "Rommels charakterliche Fehler lassen ihn als eine besonders unerfreuliche Erscheinung hervortreten, mit der aber niemand in Konflikt geraten will, wegen seiner Stützung an oberster Stelle."(21) Auch von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des Heeres, erwog mehrfach ernsthaft, Rommel seines Postens zu entheben, wenn dieser wieder einmal gegen aktuell geltende Weisungen und Befehle des OKH verstoßen hatte. 

Rommel und der Widerstand

Die Rolle Rommels im Widerstand wird vielfach falsch und verzerrt dargestellt - bei kritischer Betrachtung der Quellenlage müssen auch hier einige Korrekturen angebracht werden. Rommel war allen Anschein nach vom Attentat auf Hitler nicht informiert, geschweige denn, daß er es gebilligt hätte. Keinesfalls war er sich bewußt, welche Rolle ihm bei diesem Putsch zugedacht war. Die Vorwürfe, die ihm in Zusammenhang mit dem 20.Juli 1944 gemacht wurden und die ihn zum Freitod trieben, beruhten auf zu einem großen Teil auf Falschaussagen verhafteter Verschwörer, die ihre eigene Haut retten wollten. 

Tatsache ist, daß Rommel - nachdem er in Frankreich den Eindruck gewonnen hatte, daß Deutschland den Zweifrontenkrieg zwangsläufig verlieren mußte -, Hitler im Frühsommer 1944 vergeblich für einen Waffenstillstand mit den Alliierten gewinnen wollte. Gemeinsam mit GFM Kluge hatte er Hitler unter Vermeidung des Begriffes Kapitulation gebeten, die "Folgerungen aus der Lage unverzüglich zu ziehen". Das Scheitern dieses Versuchs vermochte jedoch Rommels Treue zu Hitler nicht zu untergraben, vielmehr beklagte er, daß Hitler ihm nicht vertraue. Als der Feldmarschall vom Attentat auf Hitler erfuhr, schrieb er an seine Frau: "...hat mich das Attentat auf den Führer besonders stark erschüttert. Man kann Gott danken, daß es so gut abgegangen ist."(23) 

Mit dem Attentat wurde Rommel durch zwei Offiziere in Verbindung gebracht, ohne daß er es auch nur ahnte.
Einer war Generalleutnant Speidel, sein Stabschef. Rommel und Speidel stimmten darin überein, daß es Zeit für politische Konsequenzen zur Beendigung des Krieges sei. Was sie damit meinten, unterschied sich jedoch grundlegend:
- Speidel glaubte, daß die Westalliierten niemals einen Frieden mit Hitler schließen 
würden. Unter den Konsequenzen verstand er daher Hitlers Beseitigung, ohne dies jemals in Rommels Gegenwart auszusprechen.
- Der politisch naive Rommel setzte dagegen weiterhin auf das "politische Geschick des Führer" und war davon überzeugt, daß dieser die notwendigen Schritte für einen Separatfrieden im Westen einleiten würde. 

Der andere war Oberstleutnant von Hofacker aus der Verschwörerzentrale beim Oberbefehlshaber West, wo man sich Anfang Juli 1944 immer noch nicht sicher war, ob mit Rommel gerechnet werden konnte oder nicht. Hofacker sollte bei Rommel in dieser Richtung sondieren, man wurde sich darüber einig, daß eine politische Lösung rasch herbeigeführt werden müsse, um den militärischen Zusammenbruch zu verhindern. Daß dafür zuvor Hitler beseitigt werden sollte - der Tag des Attentats stand bereits fest - erwähnte auch Hofacker mit keinem Wort. 
Weder Hofacker noch Speidel hatten also Rommel definitiv für den Widerstand gewonnen. 
Nach seiner Festnahme bezichtigte Hofacker den General Speidel als engen Mitarbeiter Rommels der Mitwisserschaft am Attentat. Speidel behauptete dann, er habe zwar von Hofacker den Termin des Attentats erfahren, dieses aber pflichtgemäß an seinen Vorgesetzten Rommel weitergemeldet. Damit hatte Speidel die Verantwortung für die unterlassene Weitermeldung an Rommel abgeschoben. Ob Speidels Aussage glaubwürdig sei, darüber sollte der Ehrenhof des Heeres entscheiden, in diesem Gremium saßen mit den Generälen Guderian und Keitel langjährige Rivalen und Kritiker Rommels. Sie schenkten der Aussage Speidels Glauben, womit die Schuld auf Rommel fiel.(24) Rommel selbst ging nach seinen letzten Äußerungen davon aus, daß man ihm die Niederlage ihm Westen anlastete und er deshalb zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Der Vorwurf einer Verbindung zum Widerstand scheint ihm nie ganz klar geworden zu sein. Der weitere Ablauf ist bekannt. Die Tragik, daß ein eigentlich vollkommen Unschuldiger zum Selbstmord gezwungen wurde, ist unverkennbar. 

Rommels Einstellung zu Hitler und zum Nationalsozialismus

Rommel war lange Jahre ein bedingungsloser Gefolgsmann Hitlers, der das menschenverachtende Wesen der Nationalsozialisten nicht sah. Er bemühte sich auch nicht darum, es jemals zu erkennen, obwohl er durch seine Tätigkeit als Kommandeur des "Führerbegleitkommandos" tiefere Einblicke in den inneren Machtzirkel des Dritten Reiches hatte, als so mancher im Dienstgrad über ihm stehende General. Die kritiklose Verehrung Hitlers wird in Briefen Rommels deutlich, die er im Polenfeldzug an seine Frau schrieb: "Es ist doch wunderbar, daß wir diesen Mann haben. Von ihm geht eine magnetische, vielleicht hypnotische Kraft aus, die ihren tiefsten Ursprung in dem Glauben hat, er sei von Gott oder der Vorsehung berufen, das deutsche Volk ,zur Sonne empor' zu führen. In manchen Augenblicken spricht er aus der Tiefe seines Wesens heraus wie ein Prophet."(25) 
Auch später im Krieg vermochte sich Rommel nicht zu einer distanzierteren Haltung zu Hitler entschließen. Wenn er auch zeitweise mit ihm Differenzen wegen operativer Fragen hatte, so blieb doch die Person des Führers für ihn sakrosankt. Wie alle anderen Generalfeldmarschälle unterzeichnete er im März 1944 ein Treuebekenntnis zum Führer, in dem von "innerster Verbundenheit und nie wankender Treue zum Führer und zum Nationalsozialismus" die Rede ist und das mit dem Gelöbnis endet, "daß jeder Soldat des Heeres ein um so fanatischerer Kämpfer für die nationalsozialistische Zukunft unseres Volkes wird."(26) 
Rommels Erschütterung über das Attentat auf Hitler und seine Erleichterung über den Mißerfolg des Anschlags wurde bereits geschildert.

Selbstverständlich nahm Rommel auch die ihm als Generaloberst und später als Generalfeldmarschall aus einem Sonderfonds zufließende monatliche steuerfreie Aufwandsentschädigung ohne Bedenken in Empfang, obwohl dafür keine gesetzliche Grundlage in der Reichsbesoldungsordnung vorhanden war. Die Zuwendung betrug für den Generaloberst 2.000 Reichsmark und für Generalfeldmarschälle 4.000 Reichsmark monatlich. Das Jahresgehalt eines Generalobersten betrug zwischen 24.000 und 25.500 Reichsmark, so daß also faktisch mit diesen Zuwendungen, da sie steuerfrei waren, den Begünstigten mehr als ein zweites Jahresgehalt zufloß. Weitere finanzielle Vorteile brachte ihm die durch Hitler veranlaßte Vordatierung des Beförderungsdatums im Jahre 1942, obwohl auch dafür keine rechtliche Grundlage bestand. Beide Vergünstigungen wurden vertraulich abgewickelt und vor der Öffentlichkeit geheimgehalten.(27) Dazu bestand auch aller Grund, lagen die Durchschnittslöhne für normale "Volksgenossen" doch bei lediglich 120 bis 150 Reichsmark monatlich, also bei höchstens 1.800 RM jährlich.
Dagegen scheint Rommel - im Gegensatz z.B. zu Guderian - von Hitler keine Dotation in Form von großzügigen Landgeschenken erhalten zu haben. Die in einer Biographie aufgestellte Behauptung, daß Rommel ein solche Dotation abgelehnt hat, läßt sich allerdings in den Quellen nicht nachweisen.(28) 

Die Kriegführung Rommels in Nordafrika gilt weithin sauberer Krieg, als "Krieg ohne Haß". Repressalien und unter dem Deckmantel der Partisanenbekämpfung durchgeführte Vernichtungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung gab es dort nicht - einfach deswegen, weil es weder Partisanen noch eine nennenswerte Zivilbevölkerung gab. 
Auch weigerte sich Rommel während seiner Tätigkeit in Afrika, ihm erteilte Mordbefehle auszuführen und gab diese auch nicht an die Truppe weiter. Während der Kämpfe um Bir Hacheim im Juni 1942 war bekannt geworden, daß unter den dort eingesetzten freifranzösischen Truppen auch Teile der Fremdenlegion befanden. Daraufhin übermittelte Hitler folgenden Befehl an die Panzerarmee Afrika: "Nach vorliegenden Meldungen befinden sich bei diesen Verbänden zahlreiche deutsche politische Flüchtlinge. Der Führer hat angeordnet, daß gegen diese mit äußerster Schärfte vorzugehen ist. Sie sind daher im Kampf schonungslos zu erledigen, oder wo dies nicht geschehen ist, nachträglich auf Befehl des nächsten deutschen Offiziers sofort und ohne weiteres zu erschießen."(29) Der Befehl wurde im Oberkommando der Panzerarmee nach Empfang verbrannt, ohne daß eine Weitergabe an die Truppe erfolgte.(30) Auswirkungen sind nicht bekanntgeworden. Es bleibt Spekulation, ob bei dieser Verweigerungsaktion auch die Frucht vor Repressalien an deutschen Kriegsgefangenen durch die Alliierten eine Rolle spielte.

Das aber auch ein Rommel sich unter veränderten Rahmenbedingungen genauso verhielt wie andere deutsche Generäle in besiedelten und bandengefährdeten Gebieten, zeigt seine Tätigkeit bei der Heeresgruppe B in Italien im Herbst 1943. Unter diesen Bedingungen führte auch der "Wüstenfuchs" einen schmutzigen Krieg gegen unbeteiligte Zivilisten und unter grober Verletzung des Völkerrechts. 
Mit dem in der Nacht zum 9. September 1943 vom OKW ausgegebenen Stichwort Achse wird der Heeresgruppe B (Rommel) als wichtigste Aufgabe die Entwaffnung der italienischen Streitkräfte zugewiesen. Diese Aufgabe wurde nahezu perfekt und ohne größeren Widerstand durchgeführt. Der deutsche Erfolg ist allerdings auch Ergebnis eines nicht nur zupackenden, sondern oft auch brutalen Vorgehens. Vor allem sind es die rabiaten völkerrechtswidrigen Befehle, mit denen die oberste Wehrmachtsführung und auch die Befehlshaber in Italien, den ihnen unterstellten Soldaten weitgehende Handlungsfreiheit ermöglichten.(31) Die Feldmarschälle Rommel und Kesselring hatten bereits am 23.9.1943 ihren Soldaten eingeschärft, daß "irgendwelche sentimentalen Hemmungen gegenüber Badogliohörigen Banden in italienischer Uniform völlig unangebracht seien."(32) 
Bereits vor diesem Befehl gab es bei Truppen unter Führung Rommels eine Verquickung der Partisanenbekämpfung mit Verbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung. Ein übles Beispiele dafür ist das Massaker von Boves Auf diese Aktion bezogen meldete die Heeresgruppe B (Rommel) am 21. September 1943, daß die SS-Panzergrenadier-Division "Leibstandarte-SS-Adolf-Hitler" am 19. des Monats mit einer "verstärkten Kompanie im Kampf mit Bandengruppen die Ortschaften Boves und Castellar in der Provinz Cuneo niedergebrannt hat."(33) 

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1 Frieser, Karl-Heinz: Rommels Durchbruch bei Dinant. In: Militärgeschichtliche Beiträge, Band 1. Herford 1987
2 Rommel, Erwin: Infanterie greift an. Potsdam 1942
3 Dazu umfassend: Taysen, Adalbert von: Tobruk 1941. Der Kampf in Nordafrika (= Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges, 21). Freiburg 1976, S. 102 - 113. - Stegemann, Bernd: Die italienisch-deutsche Kriegführung im Mittelmeer und in Afrika- Teil III: Die Rückeroberung der Cyrenaika. In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 3: Der Mittelmeerraum und Südosteuropa. Von der "non belligeranza" Italiens bis zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten. Stuttgart 1984. S. 615 - 630. (Dort sind auch die zahlreichen Primärquellen genannt)
4 Tagebuch der SKL, 5.1.1942. - Stumpf, Reinhard: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43. In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 6: Der globale Krieg. Die Ausweitung zum Weltkrieg und der Wechsel der Initiative 1941 - 1943. Stuttgart 1990, S. 659 - 875, hier, S. 663 f., 807 ff. 
5 Umfassend dazu: Reuth, Ralf Georg: Entscheidung im Mittelmeer. Die südliche Peripherie Europas in der deutschen Strategie des Zweiten Weltkrieges 1940 - 1942. Koblenz 1985. S. 166 ff. Dort auch teilweise Abdruck der Primärquellen.
6 "Beurteilung der Lage und des Zustandes der Panzerarmee Afrika am21.7.1942" (Pz-Armee Afrika / I a Nr. 79/42 g.Kdos/Chefs, BA-MA, RH 19 VII/23, Bl. 366-372. Teilabdruck in Stumpf, Mittelmeerraum 1942/43, a.a.O., S. 768 f. 
7 Meldung Rommels an das OKH v. 9.5.41. Zitiert bei Halder, Franz / Jacobsen, Hans-Adolf / Philippi, Alfred (Hrsg.): Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabs des Heeres 1939 - 1942. Band II, Stuttgart 1963, S. 405.
8 Kriebel, R.: Der Feldzug 1941 (Geschichte des Feldzuges in Nordafrika Bd. 1), S. 92-94 (Manuskriptsammlung MGFA, T 3). Teilabdruck in: Stegemann, Cyrenaika a.a.O., S. 622 f.
9 Halder, Kriegstagebuch. Band II, S. 361 - 365.
10 Taysen, Tobruk, a.a.O., S. 136 - 144. 
11 Halder, Kriegstagebuch, Bd. II, S. 407
12 Taysen, Tobruk, a.a.O., S. 276 f. 
13 Wörtlich zitiert bei Halder, Kriegstagebuch, Bd. III. S. 48 (Eintrag v. 6.7.1941). Dazu auch: Irving, David: Rommel - Eine Biographie. Hamburg 1978, S.142 f. und Heckmann, Wolf: Rommels Krieg in Afrika. Bergisch Gladbach 1976, S. 119
14 Stegemann, Cyrenaika, a.a.O., S. 680 f. 
15 Stumpf, Mittelmeerraum 1942/43, a.a.O., S. 801 f. - Dort auch Angabe der zahlreichen Primärquellen. 
16 Rommel, Lucie-Maria / Bayerlein Fritz (Hrsg.): Erwin Rommel - Krieg ohne Haß, Heidenheim 1955, S. 390 f.
17 Schmückle, Gerd: Ohne Pauken und Trompeten. Erinnerungen an Krieg und Frieden, München 1984, S. 10
18 Wessel, Wilhelm: Mit Rommel in der Wüste. Essen 1943
19 Smelser, R. und E. Syring (Hrsg.): Die Militärelite des Dritten Reiches. 27 biographische Skizzen. Berlin 1995, S. 468 f. - Picker, Henry (Hrsg.): Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. Stuttgart 1976, S. 374
20 Kesselring, Albert: Soldat bis zum letzten Tag. Bonn 1953, S. 256
21 Halder, Franz / Jacobsen, Hans-Adolf (Hrsg.): Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabs des Heeres 1939 - 1942. Bd. 3, Stuttgart 1964, S. 48 (6.7.1941)
22 Fernschreiben Rommels als OB HGr. B v. 15.7.1944. Abgedruckt in: Schramm, P.-E. Ernst (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1940 - 1945, Bd. 4, Frankfurt 1979, S. 1572 f. 
23 Abgedruckt bei: Irving, David: Rommel - Eine Biographie. Hamburg 1978, S. 569
24 Reuth, Ralf Georg: Erwin Rommel - Die Propagandaschöpfung. In: Smelser, R. und E. Syring (Hrsg.): Die Militärelite des Dritten Reiches. 27 biographische Skizzen. Berlin 1995, S. 472. Speidel, nach 1955 General der Bundeswehr, trug auch nach dem Krieg nie zu einer wirklichen Aufklärung seines doch zumindest etwas zweifelhaften Verhaltens bei. Siehe dazu: Speidel, Hans: Invasion 1944. Ein Beitrag zu Rommels und des Reiches Schicksal. Tübingen 1952. 
25 Brief Rommels vom 2.9.1939. In: Smelser, R. und E. Syring (Hrsg.): Die Militärelite des Dritten Reiches. 27 biographische Skizzen. Berlin 1995, S. 463.
26 Die Erklärung der Feldmarschälle vom 19.3.1944. Abgedruckt in: Ueberschär, Gerd (Hrsg.): Das Nationalkomitee Freies Deutschland und der Bund Deutscher Offiziere, Frankfurt 1995, S. 280 f. 
27 Schreiben des Reichsministers und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, u. a. an Rommel v. 15.3.1942. (Bundesarchiv Berlin R 43 II/1565. Abdruck bei Ueberschär, Gerd R. / Vogel, Winfried: Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. Frankfurt 2000. S. 98 f., 103 f. 
28 Ueberschär / Vogel: Dienen und Verdienen, a.a.O., S. 88. Die ohne Quellenangabe aufgestellte Behauptung, daß Rommel eine Dotation ablehnte, stammt aus der insgesamt doch eher zweifelhaften Rommel-Biographie von Lutz Koch: Rommel. Der Wüstenfuchs - Eine Biographie. Berlin 1978, S. 218.
29 OKW/Wehrmacht-Fü-Stab/Qu/Verw. Nr. 55994/42 g.Kdos/Chefs vom 9.6.1942, (BA-MA, RW 4/v.659 D). Teilabdruck bei Stumpf, Mittelmeerraum 1942/43, a.a.O., S. 711 f. 
30 Westphal, Siegfried: Erinnerungen, Mainz 1975, S. 162 
31 Andrae, F.: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943-1945. München 1995, S. 49
32 Bundesarchiv-Militärarchiv RM 7/1333 und RH 27-24/26. Teilabdruck bei Förster, Jürgen: Wehrmacht, Krieg und Holocaust. In: MGFA (Hrsg.): Die Wehrmacht - Mythos und Realität. München 1999, S. 961
33 Schreiber, G.: Deutsche Kriegsverbrechen in Italien. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996, S. 129 ff. 

Literatur: 

Andrae, F.: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943-1945. München 1995
Förster, Jürgen: Wehrmacht, Krieg und Holocaust. In: MGFA (Hrsg.): Die Wehrmacht - Mythos und Realität. München 1999
Frieser, Karl-Heinz: Rommels Durchbruch bei Dinant. In: Militärgeschichtliche Beiträge, Band 1. Herford 1987
Heckmann, Wolf: Rommels Krieg in Afrika. Bergisch Gladbach 1976, 
Halder, Franz / Jacobsen, Hans-Adolf / Philippi, Alfred (Hrsg.): Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabs des Heeres 1939 - 1942. Band II, Band III, Stuttgart 1963/1964.
Irving, David: Rommel - Eine Biographie. Hamburg 1978
Kesselring, Albert: Soldat bis zum letzten Tag. Bonn 1953
Picker, Henry (Hrsg.): Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. Stuttgart 1976
Reuth, Ralf Georg: Entscheidung im Mittelmeer. Die südliche Peripherie Europas in der deutschen Strategie des Zweiten Weltkrieges 1940 - 1942. Koblenz 1985
Reuth, Ralf Georg: Erwin Rommel - Die Propagandaschöpfung. In: Smelser, R. und E. Syring (Hrsg.): Die Militärelite des Dritten Reiches. 27 biographische Skizzen. Berlin 1995
Rommel, Erwin: Infanterie greift an. Potsdam 1942
Rommel, Lucie-Maria / Bayerlein Fritz (Hrsg.): Erwin Rommel - Krieg ohne Haß, Heidenheim 1955
Schmückle, Gerd: Ohne Pauken und Trompeten. Erinnerungen an Krieg und Frieden, München 1984
Schramm, P.-E. Ernst (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1940 - 1945, Bd. 4, 
Frankfurt 1979
Schreiber, G.: Deutsche Kriegsverbrechen in Italien. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996
Speidel, Hans: Invasion 1944. Ein Beitrag zu Rommels und des Reiches Schicksal. Tübingen 1952. 
Stegemann, Bernd: Die italienisch-deutsche Kriegführung im Mittelmeer und in Afrika- Teil III: 
Die Rückeroberung der Cyrenaika. In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Bd 3: Der Mittelmeerraum und Südosteuropa. Von der "non belligeranza" Italiens bis zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten. Stuttgart 1984
Stumpf, Reinhard: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43. In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Bd 6: Der globale Krieg. Die Ausweitung zum Weltkrieg und der Wechsel der Initiative 1941 - 1943. Stuttgart 1990
Taysen, Adalbert von: Tobruk 1941. Der Kampf in Nordafrika (= Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges, 21). Freiburg 1976
Ueberschär, Gerd (Hrsg.): Das Nationalkomitee Freies Deutschland und der Bund Deutscher Offiziere, 
Frankfurt 1995
Ueberschär, G. / Vogel, W.: Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. Frankfurt 2000
Young, Desmond: Rommel. Wiesbaden 1985
Westphal, Siegfried: Erinnerungen, Mainz 1975
Wessel, Wilhelm: Mit Rommel in der Wüste. Essen 1943