Roettig, Otto

 

* 22. Juli 1887, Mühlhausen in Thüringen

† 18. August 1966, Kassel

 

Otto Roettig trat am 2. Oktober 1905 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 1. Oberrheinisches Infanterie-Regiment Nr. 97. In diesem wurde er am 27. Januar 1907 zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er im Herbst 1911 zum Bataillonsadjutant im 1. Oberrheinisches Infanterie-Regiment Nr. 97 ernannt. Anfang 1914 wurde er zur Kriegsschule nach Potsdam kommandiert. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges kam er dann wieder zu seinem Regiment an die Front. Am 24. Dezember 1914 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er Mitte Februar 1915 zum Regimentsadjutant ernannt. Am 18. August 1916 wurde er zum Hauptmann befördert. Anfang 1918 wechselte er dann in den Generalstab über. Nach dem Krieg wurde er aus der Armee verabschiedet. Er trat dafür am 1. Februar 1920 in die Schutzpolizei in Berlin ein. Bei dieser wurde er dann, nach seiner Beförderung zum Major der Polizei in den zwanziger Jahren und zum Oberstleutnant der Polizei am 1. Januar 1934, zum 1. April 1935 zum Oberst der Polizei befördert. Am 1. Oktober 1935 wurde er dann als Oberst in die Wehrmacht übernommen. Als solcher wurde er jetzt beim Stab vom Infanterie-Regiment 67 in Spandau eingesetzt. Am 1. April 1937 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 47 in Lüneburg ernannt. Am 1. Juni 1939 wurde er als solcher zum Generalmajor befördert. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 blieb er weiter als Regimentskommandeur vom Infanterie-Regiment 47 eingesetzt. Nach dem Polenfeldzug gab er dann im Herbst 1939 sein Kommando ab. Am 10. November 1939 wurde er dafür zum Kommandant von Posen ernannt. Am 10. Januar 1940 wurde er dann zum Kommandeur der neuen 198. Infanterie-Division ernannt. Mit dieser wurde er dann Anfang April 1940 beim Unternehmen Weserübung eingesetzt. Dabei wurde er mit der Division in Dänemark eingesetzt. Beim 2. Teil vom Westfeldzug wurde seine Division im Juni 1940 in Frankreich erneut eingesetzt. Danach verblieb die Division bis zum Frühjahr 1941 in Ostfrankreich. Im April 1941 verlegte er mit der Division nach Rumänien. Dort wurde er zum 1. Juni 1941 zum Generalleutnant befördert. Dort stellte er sich auch mit seiner Division zu Beginn des Sommers für den Angriff auf Südrussland bereit. Im Winter 1941/42 führte er dann die 198. Infanterie-Division in den Kämpfen am Mius. Am 28. Februar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 10. April 1942 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 25. Juni 1942 wurde er zum General z.b.V. der Heeresgruppe Mitte ernannt. Am 10. Mai 1943 wurde er dann mit der Führung vom LXVI. Reservekorps beauftragt. Am 15. Juni 1943 gab er diese Führung wieder ab. Am 1. Juli 1943 wurde er dann zum Generalinspekteur des Kriegsgefangenwesens der Wehrmacht ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1943 zum General der Infanterie befördert. Am 4. Dezember 1944 wurde er zum Befehlshaber vom Sonderstab I des Oberkommando des Heeres ernannt. Nach dem Kriegsende geriet er dann in die Gefangenschaft der westlichen Besatzungsmächte. Mitte Juli 1947 wurde er wieder entlassen.