Röhricht, Edgar

 

* 16. Juni 1892, Liebau in Schlesien

† 11. Februar 1967, (Heilbronn)

 

Edgar Röhricht trat am 1. Oktober 1912 als Einjährig Freiwilliger in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment "König Wilhelm I" Nr. 7. Zu Beginn des 1. Weltkrieges kam er dann mit dem 4. Schlesisches Infanterie-Regiment Nr. 157 an die Front. Dort wurde er am 22. Januar 1915 zum Leutnant der Reserve befördert. 1917 wechselte er dann in den aktiven Dienst über. Sein Rangdienstalter wurde jetzt auf den 28. Januar 1912 festgelegt. Am 20. Juni 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, ihm wurden neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Orden verliehen. Nach dem Ende vom Ersten Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei diesem wurde er im Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 16 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier zum 4. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Spätestens im Frühjahr 1924 gehörte er dann zur 10. Kompanie vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Osterode. 1925 und 1926 wurde er als Adjutant des III. Bataillons vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Osterode eingesetzt. Am 1. Februar 1927 wurde er zum Hauptmann befördert. 1927 und 1928 wurde er dann im Regimentsstab vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch Eylau eingesetzt. Die folgenden drei Jahre wurde er als Regimentsadjutant vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch Eylau eingesetzt. 1931/32 wurde er dann zum Chef der 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch Eylau ernannt. 1935 wurde er im Reichskriegsministerium eingesetzt. Dort schrieb er als Major i.G. auch das Vorwort zum Band "Der Tag der Wehrmacht Nürnberg 1935". Am 1. April 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Dezember 1936 wurde er zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom IV. Armeekorps in Dresden ernannt. Am 1. Januar 1939 wurde er zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. Mai 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 34 in Heilbronn ernannt. Im Sommer 1939 wurde er bei der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg am 26. August 1939 zum Chef des Generalstabes vom V. Armeekorps ernannt. Mit diesem Generalkommando bezog er jetzt Stellungen im Westen bei der 5. Armee. Am 6. Oktober 1939 wurde er abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Am 10. Oktober 1939 wurde er dann zum Chef der 4. Abteilung beim Oberquartiermeister II im Oberkommando des Heeres ernannt. Am 26. Oktober 1940 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der 1. Armee in Frankreich ernannt. In dieser Funktion war er für die Operationen des AOK 1 an der französischen Atlantikküste zuständig. Als solcher wurde er am 1. Februar 1942 zum Generalmajor befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1942 festgelegt. Mitte Juni 1942 wurde er von Generalmajor Anton-Reichard Freiherr von Mauchenheim genannt Bechtolsheim abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Anfang Oktober 1942 wurde er dann zum Kommandeur der 95. Infanterie-Division ernannt. Diese führte er jetzt im Mittelabschnitt der Ostfront. Am 1. April 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 9. April 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Im September 1943 gab er sein Kommando über die 95. Infanterie-Division ab. Er wurde jetzt mit der stellvertretenden Führung vom XII. Armeekorps beauftragt. Er vertrat dabei General der Infanterie Kurt von Tippelskirch. Danach wurde er in die Führerreserve versetzt. Im Dezember 1943 wurde er mit der stellvertretenden Führung vom XX. Armeekorps beauftragt. Er vertrat dabei bis zum Januar 1944 General der Artillerie Rudolf Freiherr vom Roman. Am 21. März 1944 wurde er erstmals mit der Führung vom LIX. Armeekorps beauftragt. Dieses befand sich im Raum Kamenetz-Podolsk. Am 15. Mai 1944 wurde ihm für seine Leistungen als Divisionskommandeur der 95. Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Anfang Juni 1944 gab er die Führung für eine Woche an Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller ab. Am 10. Juni 1944 wurde er erneut mit der Führung vom LIX. Armeekorps beauftragt. Das Generalkommando stand zu dieser Zeit schwer bedrängt in der Nordukraine. Am 1. September 1944 wurde er in Südpolen zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er jetzt auch zum Kommandierenden General vom LIX. Armeekorps ernannt. Das Korps führte er in Südpolen, bis zur Januaroffensive der Roten Armee 1945. Dabei musste sich das Korps nach Oberschlesien zurückkämpfen. Am 29. Januar 1945 gab er sein Kommando ab und erhielt bis zum Kriegsende kein neues Kommando mehr. Anfang April 1945 geriet er in Thüringen westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Herbst 1947 wieder entlassen.

1965 hat er unter dem Titel "Pflicht und Gewissen - Erinnerungen eines Deutschen Generals 1932 - 1944" seine Memoiren herausgegeben.

 

Ritterkreuz (15. Mai 1944)