von Reiche, Ernst

 

* 28. Februar 1884,

† 12. Januar 1965,

 

Ernst von Reiche trat Anfang 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zur Kavallerie. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1904 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 19. August 1903 datiert. Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er im Sommer 1914 als Oberleutnant zum 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ Nr. 3. Im 1. Weltkrieg wurde er dann in verschiedenen Funktionen im Truppen- und Generalstabsdienst eingesetzt. Am 28. November 1914 wurde er zum Rittmeister befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen anderen Orden ausgezeichnet. Nach Kriegsende wurde er 1919 als Rittmeister mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920  und bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er nicht aufgefunden. Im Oktober 1921 wurde er als Eskadronchef im 9. (Preuß.) Reiter-Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er als Hauptmann zum Generalstab der 1. Division der Reichswehr in Königsberg. Im Frühjahr 1925 und 1926 wurde er beim Generalstab vom Artillerieführer I in Königsberg eingesetzt. Dort wurde er am 1. April 1926 zum Major befördert. Im Frühjahr 1927 gehörte er dann zum Stab vom Artillerieführer I in Königsberg. 1927/28 wurde er dann in den Stab der 1. Kavallerie-Division nach Frankfurt an der Oder versetzt. Dort wurde er vermutlich ab 1928/29 als 1. Generalstabsoffizier (Ia) eingesetzt. 1930/31 wurde er dann in den Regimentsstab vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Oels versetzt. Bei diesem erhielt er jetzt seine Einweisung als Regimentskommandeur. Dabei wurde er am 1. Februar 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1932 wurde er dann als Nachfolger von Oberst Ludwig Cramolini zum Kommandeur vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde an der Spree ernannt. Dieses Kommando behielt er dann für drei Jahre. Als solcher wurde er am 1. Juni 1933 zum Oberst befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 durch die Umbenennung seines Regiments zum Kommandeur vom Reiter-Regiment Fürstenwalde ernannt. Im Frühjahr 1935 gab er sein Kommando an Major Günther von Angern ab. Er wurde dafür jetzt in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Chef des Stabes der Heeres-Feldzeugmeisterei ernannt. Ab dem Mai 1935 gehörte er in dieser Funktion dann zum Reichskriegsministerium (RKM) in Berlin. Anfang Februar 1938 kam er dann bei der Umgliederung der Wehrmachtsspitze als Chef des Stabes der Heeres-Feldzeugmeisterei zum Oberkommando des Heeres. Als solchem wurden ihm am 1. April 1938 die Charakter als Generalleutnant verliehen. Am 10. November 1938 wurde er dann zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Oppeln ernannt. Am 1. März 1939 wurde er aus bisher unbekannten Gründen aus der Wehrmacht verabschiedet. Er fand später im 2. Weltkrieg auch keine Verwendung mehr.