Prieß, Hermann

 

* 24. Mai 1901, Marnitz / Mecklenburg + 2. Februar 1985, Ahrensburg / Schleswig-Holstein  

 

Hermann Prieß trat am 22. Januar 1919 als Freiwilliger in das Heer ein, kämpfte im Freikorps "von Brandis" im Baltikum und wurde anschließend in die Reichswehr übernommen. Nach seiner 12jährigen Dienstzeit wurde er aus der Armee verabschiedet. 1934 meldete er sich freiwillig zur SS-Verfügungstruppe, wo er als SS-Hauptsturmführer Chef der 13. Kompanie der SS-Standarte "Germania" wurde. Ab dem 12. Juni 1939 stellte er eine Abteilung des neuen Artillerie-Regiments der SS-Verfügungsdivision auf. Am 20. April 1939 zum SS-Sturmbannführer befördert, ab September 1939 führte er seine Abteilung in Polen. Nach dem Polenfeldzug stellte er in München das SS-Artillerie-Regiment auf, blieb aber weiterhin Chef der II. Abteilung, mit der er am Westfeldzug teilnahm. Am 1. August 1940 zum SS-Obersturmbannführer befördert, wurde er Kommandeur des Artillerie-Regiments, mit dem er ab Juni1941 in Rußland kämpfte, wo er am 21. Juni 1941 zum SS-Standartenführer befördert wurde. Für die Abwehrleistungen seines Regiments im Raum Demjansk wurde er am 6. Januar 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 26. Februar 1943 übernahm er die Führung der SS-Panzergrenadier-Division "Totenkopf". Für die Vernichtung der 3. sowjetischen Panzerarmee südostwärts von Wlassowka wurde er am 9. September 1943 als SS-Oberführer mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Am 15. Juli 1943 wurde er nach dem Unternehmen "Zitadelle" zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Nach den schweren Rückzugskämpfen im Sommer 1943 wurde er am 9. September 1943 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Am 24. April 1944 wurde er für die weiteren Leistungen der Division bei den schweren Abwehrkämpfen wurden ihm am 24. April 1944 die Schwerter verliehen. Am 13. Juli 1944 wurde er von seinem Kommando abberufen und am 7. August 1944 Kommandierender General des XIII. SS-Armeekorps, welches er im Westen führte. Am 24. Oktober 1944 wurde er dann Kommandierender General des I. SS-Panzerkorps, welches er im Dezember 1944 in der Ardennenschlacht führte. Anfang 1945 wurde das Korps an die Ostfront verlegt und am Plattensee eingesetzt. Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Für die Erschießung amerikanischer Kriegsgefangener in Malmedy durch Angehörige seines Korps wurde er zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Im Oktober 1954 wurde er aus der Haft vorzeitig entlassen.

Ritterkreuz (28. April 1943) Eichenlaub (9. September 1943) Schwerter (24. April 1944)