von Platen, Hartwig Joachim Heinrich Rainer

 

* 18. April 1878, Mainz

† 14. März 1938, Oldenburg

 

Hartwig von Platen trat nach seiner Kadettenausbildung am 7. März 1896 als Sekondeleutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 1. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Fürst Leopold von Anhalt-Dessau" Nr. 26. Am 25. März 1896 wurde er vereidigt. Am 1. Oktober 1900 wurde er zum Winterkurs zur Militär-Turnanstalt kommandiert. Am 1. Oktober 1902 wechselte er dann als Kompanieoffizier zur Unteroffiziersschule nach Potsdam. Damit wurde er dann bis 1906 als Erzieher eingesetzt. Dabei wurde er am 10. April 1906 zum Oberleutnant befördert. Als solcher kehrte er im September 1906 wieder zum 1. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Fürst Leopold von Anhalt-Dessau" Nr. 26 zurück. Am 1. Oktober 1906 wurde er für fast drei Jahre an die Kriegsakademie kommandiert. Im Anschluss wurde er ab dem 22. Juli 1909 noch für zwei Monate zum Telegraphen-Bataillon Nr. 3 kommandiert. Am 27. September 1909 kam er dann wieder zum Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Fürst Leopold von Anhalt-Dessau" Nr. 26 zurück. Am 22. März 1910 wurde er dann mit Wirkung vom 1. April 1910 zur Dienstleistung im Großen Generalstab kommandiert. Am 22. März 1912 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann als überzähliger Hauptmann vom Großen Generalstab in den Generalstab der Armee versetzt. Dort wurde er jetzt als Vermessungsdirigent bei der topographischen Abteilung der Landesaufnahme eingesetzt. Am 18. März 1913 hat er die Offizierstochter Ella Forst geheiratet. Am 18. April 1913 wurde er dann zum IX. Armeekorps kommandiert. Mit Wirkung vom 10. Mai 1913 wurde er dann auch in den Generalstab vom IX. Armeekorps versetzt. Am 30. März 1914 wurde sein erster Sohn, Joachim Hartwig Werner, in Altona geboren. Dem IX. AK gehörte er dann auch noch im Sommer 1914 an. Zum Beginn vom 1. Weltkrieg im Sommer 1914 rückte er dann mit seinem Generalkommando an die Front. Am 8. Oktober 1914 wurde er dann als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zur Division Luckwald versetzt. Ab dem 5. März 1915 wurde er dann als Ia beim Stab der 54. Infanteriedivision eingesetzt. Am 10. August 1916 wurde er dann mit der Wahrung der Geschäfte des Chefs des Generalstabes Abschnitt 304 beauftragt. Am 11. November 1916 wurde er dann als Generalstabsoffizier zum AOK von Strantz versetzt. Am 17. Dezember 1916 wurde er dann für fast ein halbes Jahr als Generalstabsoffizier z.b.V. zum AOK 5 versetzt. Dabei wurde er am 28. Dezember 1916 zum Major beim AOK 5 ernannt. Am 17. April 1917 wurde er dann als Ia zum Generalkommando VII. AK versetzt. Am 28. Mai 1917 wurde seine Tochter Gusta Gertrud in Wiesbaden geboren. Am 6. Januar 1918 wurde er dann als Ia zum Generalkommando XXVI. Reservekorps versetzt. Ab dem 27. Mai 1918 wurde er dann als Ia bei der 33. Infanteriedivision bei Verdun eingesetzt. Im November 1918 wurde er kurzzeitig als Chef des Generalstabes der Gruppe Eberhardt eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern (7.11.1916) und beiden Eisernen Kreuzen noch jede Menge andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er als Major in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst ab April 1919 als Ia beim Generalstab vom VII. Armeekorps eingesetzt. Am 3. August 1919 wurde er dann für etwa zweieinhalb Monate als Ia zur Reichswehr-Brigade 31 versetzt. Ab dem 14. Oktober 1919 wurde er dann als Kommandeur des II. (Kürassier-) Bataillons vom Reichswehr-Schützen-Regiment 13 eingesetzt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er in dieser Funktion noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann zum Kommandeur des II. Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment ernannt. Am 28. September 1921 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. September 1921 festgelegt. Am 1. Oktober 1921 wurde dann für vier Monate zum Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster kommandiert. Dort wurde er mit der Vertretung des mit der Ausbildung der Führergehilfenanwärter beauftragten Generalstabsoffiziers betraut. Am 1. Februar 1922 kam er dann wieder zum 18. Infanterie-Regiment. Am 22. März 1922 wurde sein Rangdienstalter als Oberstleutnant auf den 1. Juni 1921 verbessert. Am 23. Juni 1922 wurde sein jüngster Sohn Günther Claus Ernst in Münster / Westfalen geboren. Ab dem 15. September 1922 wurde er dann in den Generalstab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel kommandiert. Am 1. Oktober 1922 wurde er dann auch in den Generalstab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Im Oktober 1924 wurde er als Leiter des Sanitäts-Gaurittes der Gruppe 2 verwendet. Am 1. März 1925 wurde er dann zum Regimentsstab vom 16. Infanterie-Regiment nach Oldenburg versetzt. Dort wurde er während seiner Einarbeitung als Regimentskommandeur am 1. Februar 1926 zum Oberst befördert. Am 1. April 1928 wurde er dann zum Kommandeur vom 16. Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Mai 1929 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 30. September 1929 gab er sein Kommando über das 16. Infanterie-Regiment ab. Er wurde an diesem Tag auch endgültig aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Nach seiner Verabschiedung setzte er seine militärwissenschaftliche Arbeit fort. Er schrieb dabei für Fachzeitschriften und Presse und hielt viele Vorträge. Seine Hauptthemen waren "Die Kriegsschuldlüge und der Versailler Vertrag". Im Jahr 1933 wurde er durch Verkrampfung der Blutgefässe des linken Fußes bettlägerig. Er konsultierte in der Folge viele Ärzte, bis ihm mehrere Kuren in Bad Oberschlemma Hilfe brachten. 1935 wohnte er in Oldenburg, Haarenufer 45. In dieser Stadt ist er am 14. März 1938 gestorben. Er war der jüngere Bruder vom Generalmajor Axel von Platen.