Ottenbacher, Otto-Ernst

 

* 18. November 1888, Esslingen

† 7. Januar 1975, Stuttgart

 

Otto-Ernst Ottenbacher trat am 29. Juni 1907 als Fahnenjunker in das Württembergische Heer ein. Der Bankierssohn kam dabei zum 3. Württembergisches Infanterie-Regiment "Alt-Württemberg" Nr. 121. Bei diesem wurde er am 19. November 1908 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 18. November 1906 datiert. Er diente dann auch noch kurz vor Beginn vom Ersten Weltkrieg im 3. Württembergisches Infanterie-Regiment "Alt-Württemberg" Nr. 121. Am 24. Dezember 1914 wurde er zum Oberleutnant befördert. Zu dieser Zeit wurde er als Bataillonsadjutant im 3. Württembergisches Infanterie-Regiment "Alt-Württemberg" Nr. 121 eingesetzt. Später fand er bei seinem Regiment auch als Führer der MG-Kompanie, Regimentsadjutant und MG-Offizier beim Regimentsstab Verwendung. Am 18. August 1916 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er später noch im Generalstab vom Generalkommando XIII. Armeekorps und als Adjutant der 51. Infanterie-Brigade eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurde ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er nach einer gewissen Zeit bei der Freiwilligen-Abteilung Haas als Hauptmann mit seinem vorherigen Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Ab dem 1. Oktober 1919 gehörte er dann zum Stab der Reichswehr-Brigade 13. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er als Ordonanzoffizier noch immer zum Stab der Reichswehr-Brigade 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Chef der 1. Kompanie in das 13. (Württ.) Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. November 1923 wurde er dann kurzzeitig als Adjutant des I. Lehrgangs an die Infanterieschule versetzt. Ab dem 1. April 1924 wurde er dann mehrere Jahre als Chef der 2. Kompanie vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stargard i. Pommern eingesetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann für mehrere Jahre als Rittmeister in den Regimentsstab vom 15. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Paderborn versetzt. Am 1. Mai 1929 wurde er dort zum Major befördert. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann zum Regimentsstab vom 17. Infanterie-Regiment nach Braunschweig versetzt. 1932 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom 17. Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment Glogau ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1935 zum Oberst befördert. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 54 in Glogau ernannt. Dieses Kommando behielt er dann noch mehrere Jahre. Am 21. Dezember 1935 hat er Ruth-Anneliese de Keyser geheiratet. Am 1. April 1938 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür jetzt zum Kommandant der Kommandantur der Befestigungen bei Lötzen ernannt. Er trug dabei weiter die Uniform vom Infanterie-Regiment 54. Am 1. April 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Kurz vor dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der Brigade Lötzen ernannt. Mit dieser wurde er dann bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 beim Polenfeldzug unter der 3. Armee eingesetzt. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im Herbst 1939 wurde die Brigade aufgelöst. Anschließend wurde er angeblich zum Kommandeur vom Infanterie-Ersatz-Bataillon 346 ernannt. Am 1. Juni 1940 wurde er dann zum Kommandeur der Division Nr. 177 in Wien ernannt. Damit war er für einen Teil der Ersatztruppen vom Wehrkreis XVII zuständig. Am 25. Oktober 1940 wurde er dann zum Kommandeur der 36. Infanterie-Division ernannt. Am 1. März 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Zum Sommerbeginn 1941 führte er seine Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Am 13. August 1941 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Anfang Oktober 1941 gab er sein Kommando über die 36. Infanterie-Division ab. Am 6. Oktober 1941 wurde er für wenige Tage mit der Führung vom Generalkommando XXXXI. Armeekorps beauftragt. Bereits Mitte des Monats Oktober 1941 gab er diese dann wieder ab. Anscheinend wurde er jetzt in die Führerreserve versetzt. Am 14. Januar 1942 wurde er für etwa drei Monate mit der Führung des Generalkommando XIII. Armeekorps im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Ende April 1942 gab er sein Kommando wieder ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Am 1. August 1942 wurde er dann zum Beauftragten General beim Militärbefehlshaber Frankreich ernannt. Damit war er jetzt verantwortlich für die Ausbildung der Sicherungskräfte. Im Sommer 1944 leitete die “Gruppe Ottenbacher“ nach der alliierten Invasion die „Bandenbekämpfung“ in der Dordogne und im Zentralmassiv. Zusammen mit der Kampfgruppe Bode der 11. Panzer-Division kam es dabei beim Rückzug zu Kriegsverbrechen an Zivilisten und zur Zerstörung mehrerer Dörfer. Anfang September wurde die “Gruppe Ottenbacher“ bei Langres und danach bei Epinal eingesetzt. Danach ließ er sich wegen "körperlicher Erschöpfung" beurlauben und fand bis Kriegsende keine Verwendung mehr. 1950 wurde er in Bordeaux wegen der Kriegsverbrechen der "Gruppe Ottenbacher" vor ein Militärgericht gestellt und wegen Mangel an Beweisen frei gesprochen.

 

Ritterkreuz (13. August 1941)

 

Literatur und Quellen:

Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? - Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, München 2007
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953