Nehring, Walter

 

* 15. August 1892, Stretzin / Westpreußen + 20. April 1983, Düsseldorf  

 

Walther Nehring trat nach seinem Abitur am 16. September 1911 in Marienburg in die 8. / Deutschordens-Infanterie-Regiment Nr. 152 ein, wo er am 8. Februar 1913 zum Leutnant befördert wurde. Als Zugführer zog er in den Ersten Weltkrieg, wo er 1914 im Osten verwundet wurde. Im November 1914 wurde er Adjutant des Mobilen Ersatz-Bataillons 148, im Dezember 1914 kehrte er zu seinem alten Regiment zurück. Am 16. Juni 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Frühjahr 1916 wurde er auf eigenen Wunsch zur Fliegertruppe versetzt. Nach nur 14 Tagen Flugausbildung stürzte er am 23. Juni 1916 schwer ab, wobei er sich den Kiefer brach und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Nach seiner Genesung übernahm er die 1. (MG) / Infanterie-Regiment 22, die an der Westfront kämpfte. Am 1. Juli 1918 wurde er durch einen Bauchschuß bei Kemmelberg schwer verwundet, so dass er das Kriegsende im Lazarett erlebte. 1921 wurde er in die Reichswehr übernommen und am 1. März 1923 zum Hauptmann befördert. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung als Generalstabsoffizier, nach deren Abschluß er am 1. Oktober 1926 in den Generalstab versetzt wurde. 1929 wurde er dann zur Kraftfahrabteilung 6, wo er die erste Kraftfahr-Kampfeinheit des deutschen Heeres aufstellte. Am 1. März 1932 kehrte er ins Reichswehrministerium zurück, wo er die Dienststellung des Ia der Inspektion der Kraftfahrtruppen bekleidete. Chef des Stabes war damals Oberstleutnant Guderian. In den nächsten drei Jahren hatte er maßgeblichen Anteil am Aufbau der deutschen Panzerwaffe. Am 1. September 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert, 1936/37 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin, am 1. März 1937 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1937 wurde Nehring Kommandeur des Panzer-Regiments 5. Am 1. Juli 1939 erfolgte seine Kommandierung zum Chef des Generalstabes des XIX. Armeekorps, mit dem er am Polen- und Westfeldzug teilnahm. Am 1. August 1940 wurde er zum Generalmajor befördert, am 26. Oktober 1940 übernahm er als Kommandeur die 18. Panzer-Division. Ab Juni 1941 führte er diese in Rußland. Nach den Erfolgen seiner Division in den Anfangswochen des Ostfeldzuges wurde er am 24. Juli 1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Am 1. Februar 1942 wurde er dann zum Generalleutnant befördert und Anfang März 1942 zum Kommandierenden General des Deutschen Afrika-Korps ernannt. Am 31. August 1942 wurde er bei einem Bombenangriff in Afrika schwer verwundet und am 10. September 1942 nach Deutschland ausgeflogen. Am 15. November 1942 wurde er, obwohl noch nicht wieder vollkommen genesen, Kommandierender General des XXXX. Armeekorps. Dieses Korps, welches praktisch noch gar nicht existierte, sollte den deutschen Brückenkopf in Tunesien sichern. Nach einigen Erfolgen bei Tebourba wurde er am 9. Dezember 1942 in die Führerreserve des OKH versetzt und am 10. Februar 1943 Kommandierender General des XXIV. Armeekorps im Süden der Ostfront. Am 2. August 1943 wurde er zum fünften mal verwundet und am 2. September mit dem Goldenen Verwundetenabzeichen ausgezeichnet. Am 8. Februar 1944 erhielt er für die Erfolge seines Korps Ende 1943 / Anfang 1944 im Raum Kanew südlich von Kiew das Eichenlaub verliehen. Vom 2. Juli bis zum 8. August 1944 führte er vertretungsweise die 4. Panzerarmee an der Weichsel, ehe er nach einer schweren Erkrankung im Oktober 1944 wieder den Oberbefehl über das XXIV. Panzerkorps übernahm. Nach der Befreiung des Korps aus dem Baranow-Brückenkopfes im Januar 1945 und dem Rückzug an die Oder wurde er am 22. Januar 1945 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Am 21. März 1945 wurde er Oberbefehlshaber der 1. Panzerarmee in Oberschlesien. Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 31. Mai 1948 entlassen wurde.

Nach dem Krieg baute er sich eine zivile Karriere auf und schrieb mehrere Bücher. Am 27. Juli 1973 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt.

 

Ritterkreuz (24. Juli 1941) Eichenlaub (8. Februar 1944) Schwerter (22. Januar 1945)