Niemack, Horst

 

* 10. März 1909, Hannover

† 7. April 1992, Hannover

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Horst Niemack trat Ostern 1927 als Offiziersanwärter in die Reichswehr ein und wurde 1931 zum Leutnant im Reiter-Regiment 18 befördert. 1933 zur Turnier- und Rennabteilung der Kavallerieschule Hannover versetzt, nahm er an vielen Reiterturnieren der damaligen Zeit teil. Bereits 1934 hatten ihm seine Siege im Reitsport die höchste Auszeichnung , das Goldene Reiterabzeichen eingetragen. 1936 wurde er Lehrer der zur Kavallerieschule kommandierten Kavallerie- und Artillerieoffiziere und 1938 zum Master und Leiter des Jagdstalles der Kavallerieschule ernannt. Bei Kriegsausbruch Rittmeister, wurde er Lehroffizier der Offiziersanwärter der Kavallerieschule in Potsdam-Krampnitz. Im Oktober 1939 kam er als Schwadronchef zur Divisionsaufklärungsabteilung 5. Am 1. April 1940 wurde er Kommandeur der Aufklärungsabteilung 5, mit der er im Juni 1940 als erste deutsche Einheit bis an die Marne vorstieß. Am 13. Juli 1940 erhielt er das Ritterkreuz und war somit der einzige Rittmeister im Frankreichfeldzug, der damit ausgezeichnet wurde.
Zu Beginn des Russlandfeldzuges, am 22.Juni 1941 ging die als Vorausabteilung verstärkte Aufklärungs-Abteilung 5 Richtung Njemen vor . Horst Niemack, wie immer vorn bei seinen Männern dabei. Weiter ging es nach Orla. Der Gegner wurde nach verlustreichen Kämpfen geworfen. Als Niemack ihn mit der Reiterschwadron verfolgte, erreichte er die Hauptstraße des gegnerischen Rückzugs. Kurz entschlossen versperrte er den Russen den Weg, zog PAK und Artilleriezug nach, blieb trotz schwerer Verwundung bei seinen Männer und hielt fünf Tage allen gegnerischen Angriffen stand. Am 6.Juli 1941 wurde Horst Niemack im Wehrmachtsbericht erwähnt und erhält am 10.August 1941 als 30. Offizier das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Als Major wurde er im Spätherbst 1941, noch nicht wieder ganz genesen, Kommandeur der Kavallerielehrgruppe an der "Schule für schnelle Truppen" in Potsdam-Krampnitz.  Im Februar 1943 übernahm er als Oberstleutnant das Panzergrenadierregiment 26, das nach seiner Vernichtung in Stalingrad neu aufgestellt wurde. Am 15. Oktober 1943 übernahm er das Panzer-Füsilierregiment "Großdeutschland". Dort , soeben zum Oberst befördert erlebte er die schwersten Kämpfe seiner soldatischen Laufbahn. Mit Nahkampfmitteln und Panzerfäusten ging das Füsilierregiment immer wieder gegen feindliche Panzer vor und Oberst Niemack war immer einer der ersten, die aus dem Graben stürmten und der seine Männer mitriss und sie so zu immer neuen Leistungen anspornte.
Am 04.juni 1944 erhielt Oberst Horst Niemack als 69. Soldat die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Am 24. August 1944 wurde der Führungs-SPW mit Horst Niemack schwer getroffen, er wurde von seinen Männern in letzter Sekunde aus dem brennenden Wrack geborgen und  vom Hauptverbandsplatz direkt nach Berlin geflogen. Nur in einer mehrstündigen Operation konnte Professor Sauerbruch an der Charite verhindern, das der linke Arm amputiert werden musste.

Am 24.Januar übernahm Horst Niemack von Generalleutnant Bayerlein die Panzerlehrdivision. Am 10.März 1945 ging es über den Rhein, Ziel war es den Ruhrkessel zu sprengen. Dieser letzte Einsatz scheiterte an der gewaltigen Überlegenheit des Gegners. Generalleutnant Niemack wurde erneut schwer verwundet. Er erhielt am 7. April 1945 das goldene Verwundetenabzeichen Bei Kriegsende geriet er, im Lazarett Eutin in britische Gefangenschaft.

Nach dem Krieg widmete er sich wieder seiner Leidenschaft, den Pferden und war ab 1952 Vorsitzender im deutschen Olympischen Komitee für Reiterei. Im Jahre 1953 erhielt er für seine Verdienste für die deutsch-spanische Reiterfreundschaft von Generalissimus Franco das Großkreuz des spanischen Militärverdienstordens. Ab 1954 war er Präsident der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger.
Bei der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik trat Niemack als Generalmajor der Panzertruppen der Bundeswehr bei. Am 12.Juni 1969 erhielt Horst Niemack, vom Bundespräsidenten Lübke, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er starb am 7. April 1992 in Hannover.

 

Ritterkreuz ( 13. Juli 1940 ) Eichenlaub ( 10. August 1941 )

Text: Dirk Müller Quelle: Verzeichnis der Ritterkreuzträger, Buch: Eichenlaub und Schwerter, Panzermuseum Munster