Manstein, Erich von
| * 24. November 1887, Berlin +10. Juni1973, Irschenhausen | ![]() |
Erich von Manstein war Sohn eines Generals und hieß ursprünglich "von Lewinski". Nach dem Tode seiner Eltern wurde er von der adligen Gutsbesitzer-Faamilie von Manstein adoptiert. Nach seiner Ausbildung im preußischen Kadetten-Korps wurde von Manstein 1906 aktiver Offizier und diente im Ersten Weltkrieg an der Ost- wie auch an der Westfront. Zwischen 1919 und 1927 wurde er in verschiedenen Truppen- und Stabs-Kommandos eingesetzt. 1934 wurde er als Oberst Chef des Stabes im Wehrkreis Berlin, im Juli 1935 Leiter der Operations-Abteilung im Generalstab des Heeres und im Oktober 1936 als Generalmajor Oberquartiermeister I und damit Vertreter des Generalstabschefs, General Ludwig Beck.
Im Zuge der Personalveränderungen nach der Fritsch-Krise erhielt Erich von Manstein im April 1938 das Kommando über eine Division in Schlesien und wurde ein Jahr später zum Generalleutnant befördert. Unmittelbar vor Kriegsausbruch wurde er Generalstabschef der Heeresgruppe Süd. Nach dem Ende des Polenfeldzuges entwarf von Manstein den Plan zur Eroberung Frankreichs, den "Sichelschnitt"-Plan. Bei diesem Plan sollten massierte Panzerverbände durch die Ardennen über die Maas bis an den Kanal vorstoßen und so die alliierten Armeen einkesseln. Im Janur 1940 wurde von Manstein Chef des XXXVIII Armeekorps, mit dem er am Frankreichfeldzug große militärische Leistungen erreichte und am 10. Juni 1940 als erster die Seine überschritt. Für diese Leistungen wurde er am 19. Juli 1940 zum General der Infanterie befördert und ihm wurde das Ritterkreuz verliehen.
Nach dem von Manstein bei einer Landung der Wehrmacht auf den englischen Insel das Kommando über die gelandeten Truppen hätte übernehmen sollen, erhielt er das Kommando über das LVI. Panzer-Korps in Ostpreußen, mit dem er ab Juni 1941 in Rußland erfolgreich operierte. In vier Tagen legten seine Truppen 320 km zurück und erreichten die Westliche Dwina. Ende Juli näherte sich von Mansteins Korps Leningrad. Am 2. September 1940 übernahm von Manstein den Oberbefehl über die 11. Armee im Süden. Am 7. März 1942 zum Generalobert befördert, gelang es vonManstein trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit, die Halbinsel Krim mit der Festung Sewastopol zu erobern. Dafür wurde er m 1. Juli 1942 zum Generalfeldmarschall ernannt.
Daraufhin erhielt er das Kommando über die Heeresgruppe Don. Zwar mißglückte auch ihm die Befreiung der bei Stalingrad eingeschlossenen 6. Armee, aber es gelang ihm, aus den zurückflutenden deutschen Truppen wieder eine Front aufzubauen. Nachdem es von Manstein bis März 1943 gelungen war, die Rote Armee bis zum Donez zurückzuschlagen und Charkow einzunehmen, konnte von Manstein Hitler von der flexiblen Verteidigung des Süd-Abschnittes nur halbherzig überzeugen. Für dieStabilisierung der Ost-Front erhielt er am 14. März 1943 das Eichenlaub. Nach der verlorenen Schlacht um Kursk wurden von Mansteins Truppen über den Dnjepr bis zur polnischen Grenze zurückgedrängt. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Hitler über einen weiteren Rückzug verlor dieser die Geduld und weigerte sich fortan, auf von Mansteins Ratschläge zu hören. Als von Manstein am 25. März 1944 erneut die Genehmigung zum Rückzug erbat, wurde er im April 1944 als Befehlshaber der Heeresgruppe Süd abgesetzt und nicht mehr verwendet. Zum Abschied erhielt er von Hitler die Schwerter zum Ritterkreuz. Erich von Manstein zog sich auf sein Gut zurück, wo er bis Kriegsende blieb.
Erich von Manstein wurde von britischen Truppen gefangen geommen und in Hamburg vor ein militär-Gericht gestellt. Er wurde für schuldig befunden, nicht auf den Schutz der Zivilbevölkerung bedacht gewesen zu sein. In einem Tagesbefehl vom 20. November 1941 hatte er geschreben:" Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung." Am 19. Dezember 1949 wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, die später auf zwölf Jahre herabgesetzt wurden. Auf Grund eines ärztlichen Gutachtens wurde er im mai 1953 entlassen. Später betätigte er sich als Berater der deutschen Bundesregierung.
Ritterkreuz (19. Juli 1940) Eichenlaub (14. März 1943) Schwerter (30. März 1944)