von Mellenthin, Horst

 

* 31. Juli 1898, Hannover / Niedersachsen

† 8. Januar 1977, Wiesbaden / Hessen

 

Horst von Mellenthin trat am 20. Januar 1915 aus dem Kadettenkorps kommend mit dem Charakter als Fähnrich in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum 1. Schlesisches Feldartillerie-Regiment „von Peucker“ Nr. 6. Bei diesem wurde er am 18. Juni 1915 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde später auf den 19. Dezember 1915 datiert. Während des Ersten Weltkriegs war er Batterie-Offizier, Batterie-Führer, Ordonannz-Offizier und Regiments-Adjutant im 1. Schlesisches Feldartillerie-Regiment „von Peucker“ Nr. 6 und wurde auch verwundet. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Patent wurde dabei dann auf den 1. Februar 1916 datiert. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 6. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er zum 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment. Die nächsten Jahre wurde er dann als Batterieoffizier in diesem Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er zur 1. Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Schweidnitz. Anfang 1925 wurde er für zwei Jahre zum Adjutant der II. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Frankfurt an der Oder ernannt. Im Sommer 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Spätestens ab dem Frühjahr 1927 wurde er dann als Adjutant der IV. (reitende) Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Potsdam eingesetzt. 1930 und 1931 absolvierte er seine Führergehilfenausbildung im Stab der 1. Division der Reichswehr in Königsberg. Am 1. April 1932 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann zum Adjutant beim Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Hammerstein-Equord, ernannt. Ab dem 1. Oktober 1934 wurde er als Batteriechef eingesetzt. Am 1. April 1936 wurde er zum Major befördert. Ab dem 1. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur der reitende Artillerie-Abteilung 1 der 1. Kavallerie-Brigade in Insterburg ernannt. 1937 wurde er dann in die 3. Abteilung beim Oberquartiermeister IV (O Qu IV) in das Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt. Im Sommer 1937 wurde er dann zum Leiter der Attachégruppe (Att Gr) beim OQu IV ernannt. Am 1. August 1939 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er weiter als Leiter der Attachégruppe im Generalsstab des Heeres eingesetzt. Im Oktober und November 1940 wurde er kurzzeitig als Kommandeur vom Artillerie-Regimentsstab z.b.V. 677 mit dem Kommando über einen Artillerieabschnitt am Kanal betraut. Danach kehrte dann in die Attachégruppe zurück. Am 1. Mai 1943 wurde er zum Kommandeur vom Grenadier-Regiment 67 im Nordabschnitt der Ostfront ernannt. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im August 1943 gab er sein Kommando ab und wurde dafür mit der Führung der 23. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. September 1943 gab er seine Führung ab und wurde dafür für einen Monat mit der Führung der 93. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. Oktober 1943 wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Am 1. Dezember 1943 wurde er zum Generalmajor befördert und gleichzeitig zum Kommandeur der 205. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Juli 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 20. September 1944 wurde er namentlich in den Ergänzungen zum Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den schweren Abwehrkämpfen in Lettland haben sich die schwäbische 205. Infanteriedivision unter Führung von Generalleutnant von Mellenthin, die bayerisch-pfälzische 132. Infanteriedivision unter Führung von Generalleutnant Wagner und die sächsische 24. Infanteriedivision unter Führung von Oberst Schulz durch Angriffsschwung und Standfestigkeit hervorragend bewährt." Am 10. Oktober 1944 wurde er für seine Führungsleistung mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Von Oktober 1944 bis zum November 1944 führte er stellvertretend das XVI. Armeekorps. Ab Mitte November 1944 übernahm er dann wieder das Kommando über die 205. Infanterie-Division. Am 27. Dezember 1944 wurde er erneut namentlich in den Ergänzungen zum Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den schweren Abwehrkämpfen in Kurland haben sich die 205. Infanteriedivision unter Führung des Generalleutnants von Mellenthin und die 19. SS-Freiwilligendivision unter SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Streckenbach hervorragend geschlagen." Anfang. Januar 1945 wurde er mit der Führung des XXXVIII. Panzerkorps beauftragt. Am 16. März 1945 wurde er zum zum General der Artillerie befördert. Am 16. März 1945 wurde er auch zum Kommandierenden General des XI. Armeekorps ernannt. Am 25. März 1945 wurde er mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 4. April 1945 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 20. April 1945 übernahm er dann als Kommandierender General das VIII. Armeekorps. Bei Kriegsende geriet der ältere Bruder von Generalmajor Friedrich-Wilhelm von Mellenthin in amerikanische Gefangenschaft.

 

Ritterkreuz (10. Oktober 1944) Eichenlaub (4. April 1945)