Marcks, Erich

 

* 6. Juni 1891, Berlin-Schöneberg

† 12. Juni 1944, St. Lo

 

Erich Marcks studierte ab 1909 Jura an der Universität Freiburg und betrieb nebenher das Studium mehrerer Sprachen. Am 1. Oktober 1910 trat er als Einjährig Freiwilliger in das Württembergische Heer ein. Er kam dabei zur 3. Batterie des 5. Badischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 76. Bei diesem Regiment wurde er am 21. Dezember 1911 zum Leutnant befördert. Vor dem 1. Weltkrieg gehörte er zum Schleswigsches Feldartillerie-Regiment „Generalfeldmarschall Graf Waldersee“ Nr. 9. Als Abteilungs-Adjutant beim Reserve-Feldartillerie-Regiment 17 nahm er am Ersten Weltkrieg teil und wurde bereits am 3. September 1914 schwer verwundet. Nach seiner Genesung wurde er Abteilungs- und Regimentsadjutant und 1916 zum Generalstabsgehilfen ausgebildet. 1917 kam er zum Großen Generalstab und 1918 in die Oberste Heeresleitung, wo er am 18. Oktober 1918 zum Hauptmann befördert wurde. Nach Kriegsende kämpfte er im Freikorps "Epp" und wurde danach in das Reichsheer übernommen. Dort kam er dann beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 als Abwehroffizier zum Reichswehr-Gruppenkommando 1 nach Berlin. Von diesem wurde er unter Belassung der Uniform zum Reichswehrministerium in Berlin kommandiert. Dieses Verhältnis wurde auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr beibehalten. Im Oktober 1921 wurde er dann offiziell in das Reichswehrministerium versetzt. Dort ist er dann im Frühjahr 1924 und 1925 in der Heeresabteilung (T 1) beim Truppenamt (TA) verzeichnet. Am 1. Oktober 1925 wurde er dann für die nächsten beiden Jahre in den Generalstab der 3. Division der Reichswehr versetzt. 1927/28 wurde er dann zum Chef der 14. (reitende) Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1929 kam er dann ins Reichswehrministerium nach Berlin zurück, wo er die Pressegruppe in der Wehrmachtsabteilung (W) übernahm. Dort wurde er am 1. Dezember 1929 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1929 festgelegt. Am 1. April 1933 wurde er zum Kommandeur der I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 6 ernannt. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Oberstleutnant und am 1. September 1935 zum Oberst befördert und ab dem 1. Oktober 1935 Chef des Generalstabes des VIII. Armeekorps. Am 1. April 1939 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Mit dem VIII. Armeekorps nahm er dann am Polenfeldzug teil. Danach wurde er am 25. Oktober 1939 zum Chef des Stabes der 18. Armee ernannt, mit der er dann im Frühjahr am Westfeldzug teilnahm. Am 10. Dezember 1940 wurde er zum Kommandeur der 101. leichten Infanterie-Division ernannt. Am 1. März 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Danach führte er seine Division im April in den Balkanfeldzug. Zum Beginn des Sommers 1941 führte er die Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Bei Medyka wurde er schwer verwundet und am 26. Juni 1941 mit dem Verwundetenabzeichen in Gold und mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Er verlor ein Bein und bekam eine Beinprothese, bemühte sich aber trotzdem wieder um eine Frontstellung. Am 25. März 1942 übernahm er die Führung der 337. Infanterie-Division und am 20. September 1942 wurde er mit der Führung des LXVI. Reservekorps beauftragt. Am 1. Oktober 1942 wurde er zum General der Artillerie befördert. Anfang November 1942 wurde er zum Kommandierenden General vom LXXXVII. Armeekorps ernannt. Am 1. August 1943 gab er bei der Verlegung des Generalkommandos nach Italien sein Kommando ab. Dafür wurde er am gleichen Tag zum Kommandierenden General des LXXXIV. Armeekorps in der Normandie ernannt. Ab dem 6. Juni 1944 führte er das Korps bei den Kämpfen um die Halbinsel Cotentin, wobei er am 12. Juni 1944 bei einem Jagdbomberangriff bei St. Lo getötet wurde. Posthum wurde ihm am 24. Juni 1944 als General der Artillerie das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

 

Ritterkreuz (26. Juni 1941) Eichenlaub (24. Juni 1944)