Lütjens, Günther

 

* 25. Mai 1889, Wiesbaden

+ 27. Mai 1941, Atlantik (gef.)

 

 

Günther Lütjens trat am 3. April 1907 nach seinem Abitur als Seekadett in die kaiserliche Marine ein und absolvierte seine Grundausbildung. Am 21. August 1908 wurde er zum Fähnrich zur See befördert und am 1. Oktober 1909 auf das Linienschiff "Elsaß" versetzt. Am 15. September 1910 wurde Lütjens dann z.Vfg. an die I. Marine-Inspektion versetzt. Am 28. September 1910 wurde er zum Leutnant zur See befördert und gleichzeitig Ausbildungsoffizier auf dem Schulschiff "König Wilhelm". Am 1. April 1911 wurde er Kadettenoffizier auf dem Großen Kreuzer "Hansa" und am 1. April1 913 wieder Ausbildungsoffizier auf dem Schulschiff "König Wilhelm". Hier wurde er am 27. September 1913 zum Oberleutnant zur See befördert. Am 1. Oktober 1913 wurde er zur I. Torpedo-Division versetzt und hier als Kompanie- und Wachoffizier eingesetzt. Am 1. August 1914 wurde er zur Hafenflottille der Jade versetzt und am 4. September 1914 zugleich Kommandant des Torpedobootes "T 68". Am 7. Dezember 1914 wurde er schließlich Kompanieoffizier der I. Torpedo-Division. Am 16. Januar 1915 übernahm er zusätzlich zu dieser Stellung noch als Kommandant das Torpedoboot "T 21". Sein Einsatzgebiet war die Küste Flanderns. Am 5. Mai 1915 wurde er dann zur Torpedoboots-Flottille Flandern versetzt und hier Kommandant der Torpedoboote "A 5" und "A 20". Im Februar 1916 wurde Lütjens Chef der A-Halbflottille und Kommandant des Torpedobootes "A 40". Am 24. Mai 1917 zum Kapitänleutnant befördert, wurde Lütjens im November 1918 nach Kiel verlegt und dort dem Chef der Marinestation der Ostsee unterstellt. Ab Dezember 1918 war er nacheinander Leiter der Seetransportstellen Warnemünde, Lübeck, Warnemünde und wieder Lübeck. Am 15. September 1921 wurde er dann Kompanieführer bei der Küstenwehrabteilung IV. Am 7. Juni 1921 wurde er Dezernent in der Flottenabteilung bei der Marineleitung und am 4. Oktober 1923 Chef der 3. Torpedobootshalbflottille. Diese führte er bis zum September 1925. Anschließend wurde er 1. Adjutant beim Stab der Marinestation der Nordsee. Am 1. April 1926 wurde er zum Korvettenkapitän befördert und am 3. Oktober 1929 Chef der I. Torpedobootsflottille. Am 17. September 1931 wurde er als Dezernent in der Flotten- und Marineoffizierspersonalabteilung zur Marineabteilung versetzt und hier am 1. Oktober 1931 zum Fregattenkapitän befördert. Am 1. Juli 1933 folgte die Beförderung zum Kapitän zur See. Am 16. September 1934 übernahm Lütjens wieder ein aktives Kommando. Er wurde Kommandant des Kreuzers "Karlsruhe". Lütjens führte den Kreuzer bis September 1935. Am 24. September 1935 wurde er Chef des Stabes beim Stab der Marinestation der Nordsee. Am 16. März 1936 wurde er zum Chef der Marineoffizierspersonalabteilung im OKM und am 1. Oktober 1936 Chef des Marinepersonalamtes im OKM. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Konteradmiral befördert und am 8. Oktober 1937 zum Führer der Aufklärungsstreitkräfte ernannt. Am 1. Januar 1940 zum Vizeadmiral befördert, wurde er am 21. Oktober 1939 zum Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte ernannt. Vom 11. März - 23. April 1940 war er zugleich mit der Wahrung der Geschäfte des Flottenchefs beauftragt. In dieser Funktion war er für die Durchfürung des Unternehmens "Weserübung", der Besetzung Dänemarks und Norwegens zuständig. Am 14. Juni 1940 wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Am 9. Juli 1940 wurde er dann zum Flottenchef ernannt. Vom 3. Oktober - 26. Oktober 1940 war er zugleich Seebefehlshaber West und vom 3. August 1940 - 19. Oktober 1940 zugleich mit der Wahrung der Geschäfte des Befehlshabers der Sicherung West beauftragt. Am 1. September 1940 folgte seine Beförderung zum Admiral. Bereits am 18. Mai 1941 lief Lütjens mit einem Kampfverband, bestehend aus dem neuen Schlachtschiff "Bismarck" und dem Schweren Kreuzer"Prinz Eugen", zur Operation "Rheinübung" in den Atlantik aus. Am 24. Mai 1941 kam es in der Dänemarkstraße zum Seegefecht zwischen dem deutschen Kampfverband, dem britischen Schlachtkreuzer "Hood" und dem Schlachtschiff "Prince of Wales". Im Verlauf dieses gefechtes konnte die "Bismarck" die "Hood" versenken. Nach diesem Gefecht setzte sich die "Prinz Eugen" auf Befehl von Admiral Lütjens unbemerkt ab. Am 27. Mai 1941 konnten die Briten schließlich die "Bismarck" stellen und schossen sie zusammen, bevor die Besatzung die Selbstversenkung einleitete. Admiral Lütjens starb mit rund 1.978 Besatzungsmitgliedern den Seemannstod. Nur 115 Seeleute überlebten.

Ritterkreuz (14. Juni 1940)