Krüder, Ernst-Felix

 

* 6. Dezember 1897, Hamburg + 8. Mai 1941, Indischer Ozean Krueder.jpg (14010 Byte)


Ernst-Felix Krüder begann seine militärische Laufbahn , in dem er sich am 02.10.1915 als Freiwilliger zur Kriegsmarine meldete.Dort erlebe er die ganze Härte und Schwere des seemännischen und soldatischen Daseins schon während seiner Ausbildung auf dem Segelschulschiff "Freya" und wurde nach nur 6 Monaten ,unter Beförderung zum Obermatrosen ,auf das damals modernste Linienschiff der Hochseeflotte "SMS König" abkommandiert. Eben diese SMS König war es , die als Flaggschiff des III-Geschwaders in die Skaggerrak-Schlacht fuhr. Im Höhepunkt der Schlacht liegt "König" minutenlang im Feuer von 10 bis 12 britischen Linienschiffen. Krüder erlebte diesen tödlichen Orkan als Befehlsübermittler im mittleren schweren Turm.
Von den auf die Besatzung entfallenden Eisernen Kreuze ,wurde auch dem Bootsmannsmaaten Ernst-Felix Krüder das schwarz weiße Band des EK 2 verliehen. Am 13.Dezember 1917 erfolgte die Beförderung zum Leutnant. An Bord des Schlachtkreuzers "Goeben" nahm Krüder im Frühjahr 1918 an der Besetzung Sewastopols teil.
Ende des 1. Weltkrieges - Unruhen und Revolutionäre Aufstände erschüttern Deutschland.
Anfang 1919 stieß E.-F.-Krüder zur Marinebrigade "Ehrhardt" , einer Sturmkompanie ,die nur aus Offizieren und Fähnrichen bestand. In den Reihen dieser Brigade nahm Krüder an den Kämpfen um Braunschweig teil, anschließend kämpfte die Brigade in Berlin und befreite München von der bolschewistischen Räteherrschaft.
Im Jahre 1920 wurde Krüder von der neu aufgestellten Reichsmarine übernommen. Inzwischen Oberleutnant geworden , ging er als Wachoffizier auf das Minensuchboot M111 , später als Kommandant auf das Suchboot M145. Am 30. Okt. 1927 folgte die Beförderung zum Kapitänleutnant und von 1934 an ,war er der Chef der 1.Minensuch-Flottille in Pilau.
November 1939 betrat Felix Krüder zum ersten Male das Schiff 33 , den späteren Hilfskreuzer "Pinguin" ,die ehemalige "Kandelfels". Schiff 33 wurde bis zum 15.Juni 1940 als fünfter Hilfskreuzer (HSK 5) des Krieges mit sechs 15cm Geschützen ausgerüstet und war mit seinen Maschinen gut für 16 Knoten Höchstgeschwindigkeit.
Der 22. Juni 1940 - die Stunde ist da , Schiff 33 geht ankerauf. Unter dem Komando von Kapitän zur See Ernst -Felix Krüder begann die erfolgreichste Kaperfahrt eines Hilfskreuzers in der Seekriegsgeschichte.
Während der nur 11 Monate dauernden Unternehmung wurden 136607 BRT gegnerischen Schiffsraums aufgebracht , darunter eine komplette Walfangflotte mit drei Walkochereien und 14 Fangschiffen , 53012 BRT davon wurden als Prise in die Heimat entlassen und 18068 BRT nachweislich durch Minen versenkt. Die Zahl der Todesopfer auf der Gegnerseite war während dessen gering , denn der Hilfskreuzerkrieg galt nicht den Besatzungen sondern den Schiffen. Kapitän z.S. Krüder betrachtete es als seine vornehmste Pflicht ,das Leben der Besatzungen zu schonen und den Krieg so unblutig wie irgend möglich zu führen. Am 22.12.1940 erhielt er für seine Leistungen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.
Erst im Kampf mit dem weit überlegenen brit. Kreuzer "Cornwall" ging das Schiff 33 am 8.Mai 1941 mit seinem Komandanten Kapitän zur See Felix Krüder und den größten Teil seine Besatzung in die Tiefe.
Noch am 15.11.41 wurde die Leistung Ernst-Felix Krüders zusätzlich durch die Verleihung der Eichenlaubs (40) zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes geehrt

Ritterkreuz (22. Dezember 1940) Eichenlaub (15. November 1941) posthum


Text: Dirk Müller , Quellen: Marinemuseum Wilhelmshaven , Verzeichniss der Ritterkreuzträger , eigene Recherschen Bild: Fotopostkarte