Kriebel, Karl

 

* 26. Februar 1888, Metz

† 28. November 1961, Sparenberg

 

Karl Kriebel trat nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps am 7. Juli 1907 als Fähnrich in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "König". Nach dem Besuch der Kriegsschule München wurde er bei diesem am 26. Mai 1909 zum Leutnant befördert. Bei Beginn des 1. Weltkrieges rückte er als Regimentsadjutant mit seinem Regiment an die Front. Dort wurde er am nach wenigen Tagen schwer verwundet. Erst im November 1914 kam er wieder zum Regiment zurück. Bei diesem wurde er jetzt in verschiedenen Positionen eingesetzt. Am 19. Mai 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Ab Herbst 1917 wurde er bei verschiedenen anderen Einheiten eingesetzt. Am 22. März 1918 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er im Übergangsheer im Reichswehr-Schützen-Regiment 41 zum Einsatz. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment versetzt. Ab 1922 absolvierte er seine Führergehilfenausbildung im Stab der 7. Division der Reichswehr. Danach gehörte er im Frühjahr 1924 zum Generalstab der 7. Division der Reichswehr. Ab dem 1. Oktober 1924 wurde er dann für die nächsten Jahre in den Generalstab der 2. Kavallerie-Division in Breslau versetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er in die Ausbildungs-Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment in Rathenow versetzt. Er wurde von dort aber nach Berlin kommandiert um an den "Reinhardt-Kursen" teilzunehmen. Am 1. Juli 1929 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1929 in den Stab vom Gruppenkommando 1 in Berlin versetzt. Am 1. Oktober 1930 wurde er in den Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden versetzt. Dort wurde er jetzt die nächsten Jahre eingesetzt und am 1. Oktober 1933 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 wurde er dann kurzzeitig zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment München ernannt. Noch in diesem Herbst wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er in der Abteilung Fremde Heere (T 3) im Truppenamt (TA) eingesetzt. Bei diesem wurde er am 1. September 1935 zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1936 wurde er zum Chef des Stabes der Inspektion der Kriegsschulen (In 1) ernannt. Am 1. März 1938 wurde er dann zum Kommandeur der Kriegsschule Dresden ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1939 zum Generalmajor befördert. Bei der Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur der 56. Infanterie-Division ernannt. Mit dieser kam er im Polenfeldzug nicht mehr zum Einsatz und wurde dann an die Westfront verlegt. Dort führte er seine Division zuerst in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm recht früh beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 4. Juli 1940 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Juli 1940 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Kommandeur der 46. Infanterie-Division ernannt. Am 1. August 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Mit der 46. Infanterie-Division wurde er dann zuerst im Balkanfeldzug eingesetzt. Diese führte er dann auch im Sommer 1941 beim Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Noch im Jahr 1941 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Im Sommer 1942 wurde er dann zum Wehrersatz-Inspekteur von Nürnberg ernannt. Am 1. April 1943 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalkommando VII. Armeekorps in München ernannt. Damit wurde er jetzt auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis VII. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 gehörte er im August 1944 als Vertreter mit zum Ehrenhof der Wehrmacht, welcher die beschuldigten Offiziere aus der Wehrmacht ausstieß und diese damit in den Zugriff vom Volksgerichtshof brachten. Dieser Ehrenhof bestand hauptsächlich aus Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, Generaloberst Guderian, General der Infanterie Walter Schroth und Generalleutnant Karl-Wilhelm Specht als aktive Mitglieder. Vertreter war außer ihm noch Generalleutnant Heinrich Kirchheim. Als sein Wehrkreis zum Kriegsgebiet geworden war, musste er Mitte April 1945 sein Kommando abgeben und wurde in die Führerreserve versetzt. Bei der Kapitulation geriet er in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er 1947 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (4. Juli 1940)